Die Einführung des Schulfachs Gesundheitserziehung an polnischen Schulen hat eine Welle der Kritik von konservativen Organisationen ausgelöst, die vor einer angeblichen Förderung von Transition bei Jugendlichen warnen. Ministerin Barbara Nowacka räumte ein, dass die geringe Teilnahme an den Kursen eine Herausforderung darstellt, und erklärte sich offen für Änderungen in der Ausgestaltung des Fachs. Endgültige Entscheidungen über die Zukunft des Gesundheitsunterrichts und den Umfang der Lehrerausbildung sollen bis Ende März dieses Jahres fallen.
Streit um ORE-Schulungen
Soziale Organisationen warnen, dass Kurse für Lehrer Themen im Zusammenhang mit Geschlechtertransition unter dem Deckmantel der Gesundheitserziehung fördern.
Geringe Schülerteilnahme
Nur 30% der Schüler nehmen am neuen Fach teil, was das Ministerium veranlasste, einen Kompromiss im Lehrplan zu erwägen.
März als Entscheidungstermin
Ministerin Barbara Nowacka hat Ende März als endgültigen Termin für mögliche Änderungen in der Ausgestaltung des Unterrichts festgelegt.
Die Aufnahme der Gesundheitserziehung in die Rahmenlehrpläne ist zum Auslöser eines tiefen ideologischen und organisatorischen Streits geworden. Organisationen der Koalition zur Rettung der polnischen Schule veranstalteten eine Pressekonferenz im Pressezentrum Foksal, auf der sie eine kritische Bewertung der Maßnahmen des Bildungsministeriums vorstellten. Hauptstreitpunkt war eine vom Zentrum für Bildungsentwicklung (ORE) durchgeführte Schulung mit dem Titel „Geschlechtervielfalt in der Schule”. Vertreter konservativer Kreise, einschließlich der christlichen Medizin und Psychologie, behaupten, das Programm fördere soziale und medizinische Transition auf Kosten sachlicher Gesundheitskenntnisse. Sie weisen darauf hin, dass etwa 70 Lehrer an der Schulung teilnahmen, die diese Inhalte in der Arbeit mit Jugendlichen umsetzen sollen. Kritiker werfen dem Ministerium vor, unter dem Deckmantel eines neuen Fachs Elemente der LGBT-Ideologie einzuführen, was bei einem Teil der Eltern und Pädagogen auf Widerstand stößt. Die polnische Debatte über Sexualerziehung in Schulen dauert seit den 1990er Jahren an, als das Fach Erziehung zum Familienleben als Kompromiss zwischen Staat und Kirche eingeführt wurde. Bildungsministerin Barbara Nowacka bezog sich auf die aktuelle Situation und räumte ein, dass das derzeitige Fachmodell nicht die erwartete Popularität genießt. Daten zeigen, dass nur 30 Prozent der berechtigten Jugendlichen an den Kursen teilnehmen, was darauf zurückzuführen ist, dass das Fach für volljährige Schüler und jene, deren Eltern Widerspruch eingelegt haben, freiwillig bleibt. Die Ressortchefin erklärte sich zu Zugeständnissen und programmatischen Änderungen bereit, um die gesellschaftliche Akzeptanz des Projekts zu erhöhen. Als entscheidender Termin wurde Ende März 2026 festgelegt, bis zu dem verbindliche Entscheidungen über eine mögliche Überarbeitung des Fachs fallen sollen. „Ich bin zu einem Kompromiss bereit, jegliche Entscheidungen bezüglich der Gesundheitserziehung müssen bis Ende März getroffen werden.” — Barbara Nowacka Der Streit um die Gesundheitserziehung spiegelt eine tiefere Spaltung im polnischen Bildungssystem wider, wo das Streben nach einer Modernisierung der Lehrpläne auf traditionelle Erziehungsmodelle trifft. Experten betonen, dass ohne einen ausgehandelten Konsens dieses Fach ein toter Punkt im Stundenplan bleiben könnte, was die Pläne zur Verbesserung des psychophysischen Wohlbefindens junger Polen zunichtemachen würde. Betonen die Notwendigkeit einer modernen Gesundheitsbildung und die Dialogbereitschaft des Ministeriums, während Vorwürfe der Indoktrination als übertrieben abgetan werden. | Warnen vor einer aggressiven Förderung von Transition und LGBT in Schulen und bezeichnen die Maßnahmen des Ministeriums als direkten Angriff auf Kinder. Teilnahme am Gesundheitserziehungsunterricht: Teilnehmende Schüler: 30, Abwesende Schüler: 70
Mentioned People
- Barbara Nowacka — Bildungsministerin, verantwortlich für die Einführung des Schulfachs Gesundheitserziehung.
- Grażyna Rybak — Ärztin der Katholischen Vereinigung Polnischer Ärzte, Kritikerin der Lehrplanänderungen.