Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat einen Großteil der Zollpolitik von Donald Trump für illegal erklärt und entschieden, dass der Präsident seine Notstandsbefugnisse missbraucht hat. Das Urteil ebnet den Weg für Rückforderungsansprüche von bis zu 175 Milliarden Dollar. Als Reaktion darauf kündigte Trump an, den allgemeinen Zollsatz von 10 auf 15 Prozent anzuheben, was das Chaos im Welthandel vertieft und die Schweizer Regierung in eine schwierige Verhandlungsposition bringt.
Gericht erklärt Zölle für verfassungswidrig
Das Urteil betrifft Zölle, die ohne Zustimmung des Kongresses auf der Grundlage des Notstandsgesetzes erhoben wurden.
Unternehmen fordern 175 Milliarden Dollar
Unternehmen wie Breitling planen, an das US-Finanzministerium gezahlte Mittel zurückzufordern.
Trump erhöht Satz auf 15%
Trotz des Urteils kündigte der Präsident eine neue, höhere Zollgebühr ab dem 24. Februar an.
Schweiz setzt Verhandlungen fort
Die Schweizer Regierung lehnte Forderungen der Linken ab, die Handelsgespräche mit den USA abzubrechen.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat mit einer Mehrheit von 6 zu 3 der Regierung von Donald Trump einen schweren Schlag versetzt, indem er entschied, dass die Erhebung von Zöllen auf der Grundlage des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 rechtswidrig war. Die Richter betonten, dass die Befugnis zur Regulierung des Außenhandels beim Kongress liege und der Präsident sie nicht willkürlich unter dem Vorwand einer "Bedrohung der nationalen Sicherheit" übernehmen könne. Diese Entscheidung betrifft Zölle, die seit April 2025 erhoben wurden, und löste eine Flut von Klagedrohungen auf Rückerstattung aus. Experten schätzen, dass die Gesamtsumme der Ansprüche zwischen 134 und 175 Milliarden Dollar liegen könnte. Zu denjenigen, die ihr Geld zurückfordern wollen, gehören Industriegiganten und kleinere Unternehmen wie der New Yorker Weinhändler Victor Schwartz, der den Rechtsstreit initiierte. Trotz der juristischen Niederlage gibt Donald Trump seinen Protektionismus nicht auf. Auf der Plattform Truth Social kündigte er den Plan an, einen neuen, globalen Zollsatz von 15 Prozent einzuführen, der ab dem 24. Februar gelten soll. Das Weiße Haus versucht nun, andere rechtliche Mechanismen zu nutzen, um das Gerichtsurteil zu umgehen, was die Unsicherheit an den Märkten verstärkt. In der Schweiz hat diese Situation ein politisches Erdbeben ausgelöst. Linke Gruppierungen, angeführt von den Grünen, fordern den sofortigen Abbruch der Handelsgespräche mit Washington. Der Bundesrat hat jedoch beschlossen, die Gespräche fortzusetzen, in der Hoffnung, dauerhafte Erleichterungen für den nationalen Export auszuhandeln. Das International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 wurde geschaffen, um dem Präsidenten eine schnelle Reaktion auf internationale Krisen wie Terroranschläge oder plötzliche bewaffnete Konflikte zu ermöglichen, indem er Vermögenswerte einfrieren oder den Handel mit feindlichen Akteuren einschränken kann. Für Schweizer Unternehmen wie den Luxusuhrenhersteller Breitling oder den Schuhhersteller Schoenenberger ist das Urteil ein Signal zum Handeln. Georges Kern, CEO von Breitling, bestätigte, dass die Marke die Rückzahlung der gezahlten Beträge beantragen werde, die er als "erheblich" bezeichnete. Unterdessen reiste eine Delegation Schweizer Parlamentarier nach Washington, um direkt im Kongress und im Büro des US-Handelsbeauftragten für eine Stabilisierung der Handelsbeziehungen zu lobbyieren. Analysten warnen jedoch, dass die Phase der Rechtsstreitigkeiten über Rückzahlungen zu Chaos in den Lieferketten führen und die USA zu einer noch aggressiveren Vergeltungspolitik gegenüber europäischen Partnern veranlassen könnte. 175 mld USD — kann die Gesamtsumme der Rückzahlungen illegaler Zölle betragen In der Schweiz wächst der Streit darüber, ob die Senkung der Zölle auf amerikanische Fische und Meeresfrüchte, die die Regierung im November im Rahmen eines gegenseitigen Handelsabkommens beschlossen hat, angesichts der Eskalation des Konflikts aufrechterhalten werden sollte. Die Opposition argumentiert, dass die Meistbegünstigungsklausel von Trump gebrochen wird, was weitere Zugeständnisse sinnlos macht. Die Bundesregierung vertritt jedoch die Ansicht, dass ein Abbruch des Dialogs jetzt die Chance bedeuten würde, die Interessen Schweizer Exporteure vor den neuen, höheren Tarifen zu schützen, die vom Präsidenten angekündigt wurden. „It is a dark day for American workers, but we will win this fight.” — Donald Trump
Mentioned People
- Donald Trump — Der US-Präsident kündigte nach dem Gerichtsurteil eine Verschärfung der Zollpolitik an.
- Georges Kern — Der CEO von Breitling kündigte den Kampf um die Rückerstattung unrechtmäßig erhobener Zölle an.
- Lisa Mazzone — Die Vorsitzende der Schweizer Grünen forderte den Abbruch der Gespräche mit den USA.
- Rick Woldenberg — Ein Unternehmer, der hinter einer der erfolgreichen Klagen gegen die US-Regierung steht.