In der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) verschärft sich eine tiefe interne Krise, ausgelöst durch die schwindende Position von Jarosław Kaczyński und den Fraktionskampf um seine Nachfolge. Neueste Umfragen sehen Mateusz Morawiecki als Favoriten für die Übernahme der Führung in der Partei, während der PiS-Vorsitzende bereits die Auswahl eines Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten angekündigt hat. Gleichzeitig kursieren spektakuläre Berichte über einen möglichen Austritt des ehemaligen Regierungschefs aus der Partei als Zeichen des Protests gegen die Marginalisierung seines Umfelds.
Dominanz Morawieckis in Umfragen
Der ehemalige Ministerpräsident Mateusz Morawiecki erhielt in einer Umfrage des IBRiS 29% Zustimmung und deklassierte damit Rivalen wie Przemysław Czarnek (11%) oder Mariusz Błaszczak (5%).
Drohende Spaltung und Austritte
Es gab Berichte über einen geplanten Austritt aus der PiS einer Gruppe von Politikern, die sich um Mateusz Morawiecki scharen, innerhalb der nächsten Monate.
Konflikt Błaszczak-Dworczyk
Der PiS-Fraktionsvorsitzende Mariusz Błaszczak griff Michał Dworczyk in einer internen Sitzung scharf an und warf ihm Illoyalität und Handeln gegen die Interessen der Partei vor.
Innerhalb der Partei Recht und Gerechtigkeit herrscht eine beispiellose Spannung, die politische Kommentatoren offen mit der TV-Serie „Succession” vergleichen. Obwohl Jarosław Kaczyński formal die Macht innehat, weisen Experten wie Prof. Antoni Dudek auf die fortschreitende Erosion seiner Autorität hin. Die Situation wird durch ungünstige Umfragen verschärft, in denen die Partei nur 20-23% Zustimmung erhält, was einen drastischen Rückgang gegenüber den Ergebnissen der Bürgerkoalition darstellt. In den Parlamentskorridoren wird zunehmend laut über die Rivalität der sogenannten „Pfadfinder” (das Umfeld Morawieckis) mit den „Buttermachern” gesprochen, also der Fraktion, die von Przemysław Czarnek und Patryk Jaki repräsentiert wird. Ein zentraler Zündstoff sind Berichte über einen möglichen Austritt von Mateusz Morawiecki aus der Partei. Der ehemalige Ministerpräsident fühlt sich systematisch marginalisiert, was durch die Tatsache bestätigt wird, dass er Ende 2025 nicht in der engeren Führung der Partei vertreten war. Fraktionen bekämpfen sich auch auf personeller Ebene – ein Beispiel ist der Konflikt zwischen Mariusz Błaszczak und Michał Dworczyk, der von der Parteikonferenz in Stalowa Wola unter dem Vorwurf des „Abweichens von der Parteilinie” ausgeschlossen wurde. Seit der Gründung der Partei Recht und Gerechtigkeit im Jahr 2001 bleibt Jarosław Kaczyński der unbestrittene Führer der Formation, die er als monolithische Partei mit starker interner Disziplin aufgebaut hat, was die aktuellen Risse zu einem historisch einzigartigen Phänomen macht.Trotz interner Spannungen versucht der PiS-Vorsitzende, die Initiative zu ergreifen, indem er erklärt, der Name des zukünftigen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten sei bereits bekannt und werde im März 2026 bekannt gegeben. Spekulationen betreffen unter anderem Zbigniew Bogucki, obwohl in Meinungsumfragen Mateusz Morawiecki als potenzieller Nachfolger das größte Vertrauen genießt und 29% der Stimmen erhält. Gleichzeitig schließt Kaczyński eine Koalition mit der Konfederacja Korony Polskiej unter der Führung von Grzegorz Braun kategorisch aus und bezeichnet sie als eine „direkt prorussische” Formation. „Ich würde mich sehr freuen, wenn Mariusz Błaszczak mein Nachfolger wäre, weil ich ihn schätze und mag.” — Jarosław KaczyńskiWer sollte Jarosław Kaczyński ersetzen?: Mateusz Morawiecki: 29, Przemysław Czarnek: 11, Mariusz Błaszczak: 5, Patryk Jaki: 5, Tobiasz Bocheński: 5, Keine Meinung: 2429% — der Befragten sehen Morawiecki als PiS-Vorsitzenden Die Zukunft der Rechten wird von der Fähigkeit abhängen, die Einheit vor den Wahlen im Jahr 2027 zu bewahren. Obwohl die meisten Polen glauben, dass es nicht zu einer formalen Spaltung kommen wird, ist das Ausmaß der Animositäten zwischen den Gruppen um Czarnek und Morawiecki so groß wie seit Jahren nicht mehr. Wenn es der PiS nicht gelingt, ihre Flügel zu integrieren, könnte sie vor der Aussicht auf einen dauerhaften Verlust der Vorherrschaft in der polnischen Rechten zugunsten der erstarkenden Konfederacja stehen.
Mentioned People
- Jarosław Kaczyński — Vorsitzender der PiS, dessen Führung von internen Fraktionen in Frage gestellt wird.
- Mateusz Morawiecki — Ehemaliger Ministerpräsident, führt Umfragen zur Nachfolge Kaczyńskis an und erwägt angeblich einen Austritt aus der Partei.
- Mariusz Błaszczak — Vorsitzender der PiS-Fraktion, von Kaczyński als bevorzugter Nachfolger genannt.