Unbekannte Täter verwüsteten in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar das Wahlkampfbüro der amtierenden Straßburger Bürgermeisterin Jeanne Barseghian. An der Fassade des Gebäudes erschienen Morddrohungen und rassistische Inschriften. "Das ist ein erbärmlicher Akt", kommentierte die Kandidatin. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das Ereignis fügt sich in ein zunehmendes Klima von Drohungen und Spannungen vor den Kommunalwahlen ein, was auch durch den Rückzug eines anderen Kandidaten aufgrund einer "enormen Anzahl von Morddrohungen" belegt wird.
Vandalismusakt mit Morddrohungen
In der Nacht vom 26. auf den 27. Februar wurde in Straßburg das Wahlkampfbüro der amtierenden Bürgermeisterin Jeanne Barseghian verwüstet. An den Wänden erschienen die Aufschriften 'À mort les traîtres' (Tod den Verrätern) sowie unleserliche Worte, die laut der Bürgermeisterin rassistisch sein könnten. Nachbarn sahen Personen, die vom Tatort flohen.
Reaktionen von Politikern und Behörden
Premierminister Gabriel Attal verurteilte den Vandalismusakt und drückte seine Solidarität mit der Bürgermeisterin aus. Der Vorfall wurde als Straftat mit einer strafbaren Drohung eingestuft und von der Staatsanwaltschaft übernommen. Jeanne Barseghian bezeichnete das Ereignis als 'erbärmlichen Akt', der ihren Wahlkampf nicht beeinflussen werde, und betonte die Stärke des demokratischen Widerstands.
Zunehmende Spannungen vor den Wahlen
Der Angriff auf das Büro von Barseghian fügt sich in den breiteren Kontext zunehmender Drohungen gegen Politiker vor den Kommunalwahlen ein. Einen Tag zuvor hatte der ehemalige Sprecher der Jugendorganisation der Partei Renaissance, Pierre Bellanger-Diot, seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt von Straßburg zurückgezogen und dabei eine 'enorme Anzahl von Morddrohungen' und zunehmende politische Gewalt im Land angeführt.
Wahlkampf in Straßburg und Position der Bürgermeisterin
Jeanne Barseghian, Bürgermeisterin von den Grünen, bewirbt sich um ihre Wiederwahl. Das angegriffene Lokal dient als ihr Wahlkampfzentrum. Die Bürgermeisterin kritisierte die Aktion als Versuch, die Demokratie zu untergraben, und äußerte Besorgnis über eine zunehmend schärfere Sprache in der öffentlichen Debatte, die zu realer Gewalt führe.
Das Wahlkampfbüro der amtierenden Bürgermeisterin von Straßburg, Jeanne Barseghian von den Grünen, wurde mit Morddrohungen verwüstet. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar im Stadtviertel Esplanade in Straßburg. An der Fassade des Gebäudes erschien mit Sprühfarbe der Schriftzug "À mort les traîtres" (Tod den Verrätern) sowie andere Worte, die laut der Bürgermeisterin rassistisch sein könnten, wobei ein Teil davon unleserlich ist. Nachbarn berichteten, dass sie Personen gesehen hätten, die nach dem Hören von Lärm vom Tatort flohen. Die Kommunalwahlen in Frankreich, bei denen Bürgermeister und Gemeinderäte gewählt werden, finden alle sechs Jahre statt und sind ein entscheidender Moment für die lokale Demokratie. Straßburg als Hauptstadt der Region Grand Est und Sitz europäischer Institutionen ist ein besonders bedeutendes politisches Zentrum. Hassverbrechen und Drohungen gegen Politiker werden in Frankreich nach Artikel 433-3 des Strafgesetzbuchs verfolgt. Die Staatsanwaltschaft in Straßburg hat die Sache sofort aufgenommen und sie als Straftat mit einer strafbaren Drohung eingestuft. Premierminister Gabriel Attal drückte seine Solidarität mit Bürgermeisterin Barseghian aus und verurteilte den Vandalismusakt. Die Bürgermeisterin, die sich um eine Wiederwahl bewirbt, kommentierte das Ereignis mit den Worten: „C’est un acte pitoyable” (Das ist ein erbärmlicher Akt.) — Jeanne Barseghian. Sie fügte hinzu, dass dieser Akt ihren Wahlkampf nicht aufhalten werde und lediglich ein Beweis für die Stärke des demokratischen Widerstands gegen Hass sei. Das angegriffene Lokal dient als Wahlkampfzentrale von Barseghian. Das Ereignis ist kein Einzelfall. Am Vortag, dem 26. Februar, hatte der ehemalige Sprecher der Jugendorganisation der Partei Renaissance (der Partei von Präsident Emmanuel Macron), Pierre Bellanger-Diot, seinen Rückzug von der Kandidatur für das Bürgermeisteramt von Straßburg angekündigt. In einem Interview mit BFMTV sagte er: „Si je suis aussi courageux, pourquoi est-ce que je me retire de la course? Parce que j’ai en face de moi énormément de menaces de mort” (Wenn ich so mutig bin, warum ziehe ich mich dann aus dem Rennen zurück? Weil mir eine enorme Anzahl von Morddrohungen entgegenschlägt.) — Pierre Bellanger-Diot. Seine Entscheidung unterstreicht das wachsende Problem von Gewalt und Einschüchterung im politischen Leben Frankreichs vor den Kommunalwahlen im März. Bellanger-Diot wies auf ein zunehmend schärferes und gefährlicheres politisches Klima im Land hin. [{"aspekt": "Kandidatin Jeanne Barseghian", "vorher": "Führt Wahlkampf im Wahlkampfbüro", "nachher": "Büro mit Morddrohungen verwüstet"}, {"aspekt": "Kandidat Pierre Bellanger-Diot", "vorher": "Kandidat für das Bürgermeisteramt von der Partei Renaissance", "nachher": "Aufgrund von Morddrohungen zurückgezogen"}] Jeanne Barseghian, die erste Frau im Amt der Bürgermeisterin von Straßburg, wurde im Jahr 2020 gewählt. Ihr Wahlkampf konzentriert sich auf die Fortsetzung der ökologischen und sozialen Politik. Der Angriff auf ihr Büro wurde allgemein als ein Angriff nicht nur auf die Person, sondern auch auf demokratische Institutionen aufgefasst. In einem Gespräch mit Le Figaro äußerte die Bürgermeisterin Besorgnis über die Eskalation von Hassrede, die sich in reale Gewalttaten verwandelt.
[{"dataISO": "2026-02-26T21:46:00", "datum": "26. Februar, Abend", "titel": "Rückzug des Kandidaten", "beschreibung": "Der ehemalige Sprecher der Renaissance-Jugendorganisation zieht seine Kandidatur zurück und zitiert eine enorme Anzahl von Morddrohungen."}, {"dataISO": "2026-02-27T00:00", "datum": "Nacht vom 26. auf den 27. Februar", "titel": "Verwüstung des Büros", "beschreibung": "Unbekannte Täter beschmieren mit Sprühfarbe das Wahlkampfbüro von Jeanne Barseghian im Viertel Esplanade."}, {"dataISO": "2026-02-27T10:35:00", "datum": "27. Februar, vormittags", "titel": "Meldung des Vorfalls", "beschreibung": "Die Bürgermeisterin informiert Polizei und Medien über den Vorfall. Die Drohungen werden fotografiert."}, {"dataISO": "2026-02-27T12:08:00", "datum": "27. Februar, mittags", "titel": "Verurteilung durch den Premierminister", "beschreibung": "Premierminister Gabriel Attal verurteilt den Vandalismusakt und drückt seine Solidarität mit Bürgermeisterin Barseghian aus."}]
Mentioned People
- Jeanne Barseghian — Amtierende Bürgermeisterin von Straßburg von den Grünen, deren Wahlkampfbüro verwüstet wurde.
- Pierre Bellanger-Diot — Ehemaliger Sprecher der Jugendorganisation der Partei Renaissance, der seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt von Straßburg aufgrund von Morddrohungen zurückzog.
- Gabriel Attal — Premierminister von Frankreich, der den Vandalismusakt verurteilte und seine Solidarität mit Jeanne Barseghian ausdrückte.