Der britische Energiemarktregulierer Ofgem hat eine deutliche Senkung der Energiepreisobergrenze angekündigt, die am 1. April 2026 in Kraft tritt. Der durchschnittliche britische Haushalt wird jährlich 117 Pfund weniger zahlen, was einem Rückgang von etwa 7 Prozent entspricht. Diese Entscheidung ist das Ergebnis staatlicher Änderungen bei der Finanzierung der grünen Transformation und der Stabilisierung der Großhandelspreise für Rohstoffe auf den Weltmärkten.
Senkung der Preisobergrenze
Ofgem hat die jährliche Energiepreisobergrenze um 117 Pfund gesenkt, wodurch sich die durchschnittliche Rechnung ab April auf etwa 1573 Pfund reduziert.
Reform der Finanzierung grüner Energie
Die Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien wurden von den Stromrechnungen in den Staatshaushalt verlagert, was die Preissenkung für 29 Millionen Verbraucher ermöglichte.
Geopolitische Risiken
Der Regulierer warnt davor, dass die Kriegsgefahr die Vorteile sinkender Großhandelspreise in den kommenden Monaten zunichtemachen könnte.
Niedrigste Preise seit zwei Jahren
Trotz des Rückgangs sind die Tarife immer noch deutlich höher als vor 2022, was die Haushaltskassen bei hoher Verschuldung der Kunden belastet.
Die britische Energieaufsichtsbehörde Ofgem hat offiziell die Senkung der Preisobergrenze für Privatkunden genehmigt. Ab April 2026 sinkt die jährliche Energiepreisobergrenze für einen typischen Haushalt auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Diese Entscheidung wird sich direkt auf die Rechnungen von etwa 29 Millionen Kunden mit variablen Tarifen auswirken. Haupttreiber der Veränderungen ist die von der Schatzkanzlerin Rachel Reeves angekündigte Reform, bei der die Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien von den Stromrechnungen direkt in das allgemeine Steuersystem verlagert werden. Obwohl die Regierung Einsparungen in Höhe von 150 Pfund angekündigt hatte, beträgt der endgültige Senkungsbetrag 117 Pfund, was auf die Notwendigkeit zurückzuführen ist, die steigenden Aufwendungen für die Modernisierung der Übertragungsinfrastruktur zu decken. Das britische System der Preisobergrenzen wurde 2019 eingeführt, um Kunden vor ungerechtfertigten Preiserhöhungen durch marktbeherrschende Energieversorger gegenüber treuen Kunden zu schützen. Trotz der optimistischen Nachrichten über die Senkungen warnen Experten vor übermäßigem Enthusiasmus. Die Preise für Gas und Strom liegen immer noch etwa 400 Pfund höher als vor der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022. Darüber hinaus stellt die geopolitische Lage, einschließlich einer möglichen Eskalation bewaffneter Konflikte, eine ständige Bedrohung für die Versorgungssicherheit dar und könnte in der zweiten Jahreshälfte zu erneuten Anstiegen der Großhandelspreise führen. Die Preisobergrenze wird vierteljährlich überprüft, was bedeutet, dass die derzeitige Entlastung nur bis Ende Juni garantiert ist. Analysten weisen auch auf die Rekordverschuldung britischer Familien gegenüber Energieunternehmen hin, die nach wie vor eine Barriere für eine vollständige Verbesserung der finanziellen Situation vieler Haushalte darstellt. „This is a positive step that will provide relief for millions of families, but we must stay focused on the long-term resilience of our energy system.” (Dies ist ein positiver Schritt, der Millionen von Familien Entlastung bringen wird, aber wir müssen uns auf die langfristige Widerstandsfähigkeit unseres Energiesystems konzentrieren.) — Generaldirektor des britischen Energieaufsichtsbehörde Ofgem Im politischen Kontext nutzt Premierminister Keir Starmer die Senkung, um seine Wirtschaftsstrategie glaubwürdiger zu machen. Die Regierung betont, dass die Transformation hin zu sauberer Energie nicht nur Klimaziele, sondern vor allem wirtschaftliche Ziele hat – sie soll die Lebenshaltungskosten der Briten dauerhaft senken. Die Opposition und Verbraucherorganisationen weisen jedoch darauf hin, dass die tatsächliche Hilfe für die Ärmsten nach wie vor unzureichend ist, insbesondere nach der Kürzung der Heizkostenzuschüsse für Rentner. Die kommenden Monate werden ein Test für die Wirksamkeit der Reform von Reeves sein, wenn der Markt auf die neuen Regeln für die Finanzierung der Netzgebühren reagiert. Im Jahr 2022 musste die britische Regierung infolge der durch die Einschränkung der Gaslieferungen aus Russland ausgelösten Energiekrise Milliarden von Pfund für Schutzprogramme bereitstellen, um Energiearmut in großem Maßstab zu verhindern. Im Finanzsektor fiel die Nachricht über niedrigere Energiepreise mit der Veröffentlichung starker Ergebnisse der Bank HSBC zusammen, was den FTSE 100-Index stützte. Die Stabilisierung der Betriebskosten von Unternehmen und der potenzielle Anstieg der Kaufkraft der Verbraucher werden von Analysten als Signale für eine wirtschaftliche Erholung in Großbritannien interpretiert. Dennoch hängt eine dauerhafte Verbesserung davon ab, weitere externe Schocks auf den Energierohstoffmärkten zu vermeiden.
Mentioned People
- Rachel Reeves — Britische Schatzkanzlerin, verantwortlich für Änderungen im Haushalt und der Finanzierung der Energiepolitik.
- Jonathan Brearley — Generaldirektor des britischen Energieaufsichtsbehörde Ofgem.
- Keir Starmer — Premierminister des Vereinigten Königreichs, der Investitionen in grüne Energie als Mittel zur Senkung der Lebenshaltungskosten fördert.