Der oberste medizinische Berater Großbritanniens, Sir Chris Whitty, warnte davor, dass eine ausschließliche Abhängigkeit von Abnehm-Medikamenten im Kampf gegen die Adipositas-Epidemie eine „gesellschaftliche Niederlage“ wäre. In einer Rede auf einer wissenschaftlichen Konferenz in London betonte Whitty, dass die Pharmakotherapie lediglich eine Ergänzung zu einer umfassenden Strategie sein sollte, deren Grundlage Prävention, gesunde Ernährung und körperliche Aktivität bleiben. Der Experte verwies auf die Notwendigkeit von Veränderungen in der Umwelt, die einen ungesunden Lebensstil fördert, sowie auf die Einschränkungen bei Verfügbarkeit und Kosten der neuen Medikamente.

Warnung vor gesellschaftlicher Niederlage

Sir Chris Whitty, oberster medizinischer Berater der britischen Regierung, erklärte, dass eine ausschließliche Abhängigkeit von Medikamenten im Kampf gegen Adipositas eine „gesellschaftliche Niederlage“ und eine „falsche Antwort“ auf das Problem wäre. Seiner Ansicht nach kann die Pharmakotherapie grundlegende Veränderungen im Lebensstil und in der Umwelt nicht ersetzen.

Medikamente als Ergänzung, nicht als Allheilmittel

Whitty betonte, dass neue Medikamente wie Semaglutid (Wegovy) oder Tirzepatid (Mounjaro) zwar wirksam seien, aber als Ergänzung und nicht als Ersatz für eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität eingesetzt werden sollten. Er wies darauf hin, dass ihre hohen Kosten und begrenzte Verfügbarkeit einen massenhaften Einsatz unmöglich machen.

Notwendigkeit umweltbezogener Veränderungen

Der Experte rief zu systemischen Maßnahmen auf, die die Wahl ungesunder Lebensmittel erschweren und die Wahl gesunder Lebensmittel erleichtern. Zu den vorgeschlagenen Lösungen gehören Marketingregulierungen, Produktreformulierungen sowie Änderungen in der Raumplanung, die körperliche Aktivität fördern.

Adipositas als ernsthafte Gesundheitsbedrohung

Whitty erinnerte daran, dass Adipositas die Hauptursache vieler schwerer Krankheiten ist, darunter Krebs, Herzkrankheiten und Typ-2-Diabetes, was enorme Kosten für das Gesundheitssystem des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) verursacht.

Der oberste medizinische Berater der britischen Regierung, Sir Chris Whitty, warnte davor, dass eine ausschließliche Abhängigkeit von neuen Abnehm-Medikamenten im Kampf gegen die Adipositas-Epidemie ein schwerwiegender Fehler und eine „gesellschaftliche Niederlage“ wäre. In einer auf einer wissenschaftlichen Konferenz in London gehaltenen Rede betonte der Experte, dass Präparate wie Semaglutid (Wegovy) oder Tirzepatid (Mounjaro) zwar wirksam seien, aber keine magische Lösung für das Problem darstellten. Seiner Ansicht nach sollte die Pharmakotherapie lediglich eine Ergänzung zu einer umfassenden Strategie sein, deren Fundament Prävention, die Förderung gesunder Ernährung und die Steigerung der körperlichen Aktivität der Bevölkerung bleibt. Adipositas gilt seit Ende des 20. Jahrhunderts als globale Epidemie, deren Verbreitung sich seit 1975 fast verdreifacht hat. In Großbritannien ist mehr als ein Viertel der Erwachsenen betroffen, und die Kosten für die Behandlung von mit Übergewicht verbundenen Krankheiten werden auf Milliarden Pfund pro Jahr geschätzt. Whitty wies auf die praktischen Grenzen der Pharmakotherapie hin, darunter die hohen Kosten der Medikamente und die Notwendigkeit ihrer langfristigen, oft lebenslangen Einnahme zur Aufrechterhaltung der Wirkung. Seiner Meinung nach wäre selbst bei sinkenden Kosten eine massive Verschreibung dieser Mittel für das Gesundheitssystem nicht nachhaltig und würde die Ursachen der Krise nicht angehen. „Relying on drugs as the main answer to obesity would be a societal failure.” (Sich auf Medikamente als Hauptantwort auf Adipositas zu verlassen, wäre eine gesellschaftliche Niederlage.) — Sir Chris Whitty Stattdessen rief er zu systemischen Maßnahmen auf, die die „umweltbedingten Gesundheitsdeterminanten“ verändern würden. Dies bedeutet die Einführung von Regulierungen, die die Wahl ungesunder Lebensmittel erschweren und die Wahl gesunder Lebensmittel erleichtern. Zu den vorgeschlagenen Lösungen gehörten Beschränkungen im Marketing hochverarbeiteter Lebensmittel, die an Kinder gerichtet sind, die Rezepturänderung von Produkten zur Reduzierung von Zucker-, Salz- und gesättigten Fettgehalten sowie Änderungen in der Stadtplanung, die zu Fuß und mit dem Fahrrad zurückgelegte Wege fördern. Der oberste medizinische Berater erinnerte auch daran, dass Adipositas die wichtigste vermeidbare Ursache vieler schwerer Krankheiten ist, darunter Krebs, Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Typ-2-Diabetes. Dies belastet den Nationalen Gesundheitsdienst (NHS) erheblich. Whitty betonte, dass, obwohl individuelle Verantwortung wichtig sei, Regierung und Gesellschaft die Pflicht hätten, Bedingungen zu schaffen, unter denen die gesunde Wahl leichter fällt. Seine Rede wurde als deutliches Signal an politische Entscheidungsträger verstanden, die neuen Medikamente nicht als billige Entschuldigung für das Unterlassen schwierigerer, systemischer Reformen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu behandeln.

Mentioned People

  • Sir Chris Whitty — Oberster medizinischer Berater der britischen Regierung, der eine Rede zum Thema Adipositas hielt.