Die Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 gehen mit der Dominanz der französischen Mannschaft zu Ende, die einen Rekord von 23 Medaillen errang. Die letzten Biathlon-Wettkämpfe in Antholz brachten den Triumph der Französin Océane Michelon im Massenstart, bei dem Silber an Julia Simon ging. Gleichzeitig wurden die Wettkämpfe zur Bühne für den Abschied von Legenden dieses Sports: Dorothea Wierer und Franziska Preuß, die offen den Online-Hass kritisierte, der die Sportler begleitet.
Französischer Medaillenrekord
Die französische Mannschaft gewann 23 Medaillen und übertraf damit ihren bisherigen Rekord bei Winterspielen um acht Medaillen.
Triumph von Océane Michelon
Die junge Biathletin gewann den Massenstart und bestätigte die Dominanz der Französinnen in dieser Disziplin im Jahr 2026.
Karriereende von Legenden
Dorothea Wierer und Franziska Preuß beendeten offiziell ihre Sportkarrieren nach ihren Starts in Antholz.
Problem Hass im Sport
Die Biathletinnen Preuß und Voigt machten das Problem des Hasses in sozialen Medien öffentlich und bezeichneten ihn als Psychoterror.
Die Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 gingen als die bislang erfolgreichsten für die französische Mannschaft in die Geschichte ein. Die Trikolore gewann insgesamt 23 Medaillen, was eine Verbesserung des bisherigen Rekords um acht Medaillen darstellt. Der entscheidende Moment der Schlussphase der Wettkämpfe war der Massenstart der Frauen in Antholz, wo Océane Michelon ihre erste individuelle olympische Goldmedaille gewann. Den Erfolg der Französinnen besiegelte Julia Simon, die trotz einer schlechteren Laufform die Silbermedaille erkämpfen konnte. Die Bronzemedaille gewann die Tschechin Tereza Vobornikova, für die es das erste individuelle Podium ihrer Karriere war. Die polnische Mannschaft spielte in diesen Wettbewerben keine bedeutende Rolle und konzentrierte sich auf Starts in anderen Disziplinen des Biathlons. Die Wettkämpfe in Antholz waren auch Schauplatz sentimentaler Abschiede. Ihre Karriere beendete die Ikone des italienischen Sports, Dorothea Wierer, die den fünften Platz belegte. Ihren offiziellen Abschied gab auch die Deutsche Franziska Preuß bekannt. Ihr Abgang stand jedoch im Schatten bitterer Worte über die Atmosphäre in den sozialen Medien. Preuß bezeichnete den Druck und den anonymen Hass aus dem Netz als „Psychoterror“ und räumte ein, dass sie sich vom Internet abgeschottet habe, um ihre Starts beenden zu können. Ähnliche Erfahrungen beschrieb Vanessa Voigt, was in Deutschland eine breite Debatte über den Schutz der psychischen Gesundheit von Olympioniken auslöste. Das deutsche Team beendet die Spiele mit einem Gefühl der Unzufriedenheit, da es im Biathlon nur eine Medaille vorweisen kann, was tiefgreifende strukturelle Reformen ankündigt. Die Biathlon-Tradition in Antholz reicht bis in die 1970er Jahre zurück, als dort eines der modernsten Zentren der Welt erbaut wurde. Seitdem beherbergt die südtiroler Anlage regelmäßig Weltmeisterschaften und ist zur Heimat der italienischen Nationalmannschaft geworden. Der letzte Tag der Spiele brachte auch unerwartete Änderungen im Starterfeld des 50-km-Skilanglaufs. Die Top-Favoritin, die Schwedin Frida Karlsson, musste sich wegen hohen Fiebers vom Wettkampf zurückziehen. Die Organisatoren bereiteten eine Abschlusszeremonie in Verona vor, bei der Lisa Vittozzi die italienische Flagge tragen wird. Die Franzosen richten ihren Blick bereits auf das Jahr 2030, wenn die Winterspiele in den Französischen Alpen stattfinden werden. Amélie Oudéa-Castéra, die Chefin des französischen Komitees, betonte, dass der aktuelle Erfolg das Ergebnis systematischer Arbeit sei, die sich bei Auftritten vor heimischem Publikum auszahlen soll. „Dieser Psychoterror, wenn die Leute sagen, schau bloż nicht auf Social Media, was da wieder geschrieben wird. Da hängen diese negativen Kommentare einfach viel tiefer.” (Dieser Psychoterror, wenn die Leute sagen, schau bloß nicht auf Social Media, was da wieder geschrieben wird. Da hängen diese negativen Kommentare einfach viel tiefer.) — Franziska Preuß
Mentioned People
- Océane Michelon — Olympiasiegerin im Biathlon-Massenstart 2026.
- Franziska Preuß — Deutsche Biathletin, die ihre Karriere nach den Spielen in Mailand beendete.
- Julia Simon — Französische Biathletin, Silbermedaillengewinnerin im Massenstart in Mailand-Cortina.
- Dorothea Wierer — Mehrfache Olympiamedaillengewinnerin, die sich vor heimischem Publikum vom Sport verabschiedete.