Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat eine endgültige Entscheidung getroffen, das langjährige und problematische Projekt der Exploration Upper Stage (EUS), entwickelt von Boeing für die Mondrakete Space Launch System (SLS), zu beenden. Wie Quellen berichten, wird sich die Behörde dem kommerziellen Sektor zuwenden und plant, eine modifizierte Version der von United Launch Alliance (ULA) produzierten Vulcan-Centaur-Rakete als Ersatzlösung für schwerere Missionen des Artemis-Programms zu nutzen. Die Entscheidung beendet ein Kapitel chronischer Verzögerungen und Kostenüberschreitungen und eröffnet eine neue Ära der Zusammenarbeit mit der privaten Raumfahrtindustrie.
Definitives Ende des EUS-Projekts
Die NASA beendet offiziell das Projekt der fortgeschrittenen Oberstufe Exploration Upper Stage (EUS), die Boeing seit Jahren für die SLS-Rakete entwickelt hat. Das Projekt wurde für enorme Verzögerungen und unkontrollierte Kostensteigerungen kritisiert und stellte einen Engpass des gesamten Artemis-Programms dar.
Neuer Anbieter: United Launch Alliance
Als Antwort auf die Probleme mit der EUS hat die NASA eine Lösung des kommerziellen Konsortiums United Launch Alliance (ULA) ausgewählt. Die Behörde plant, eine modifizierte Version der Vulcan-Centaur-Rakete als Oberstufe für schwerere Varianten der SLS-Rakete, bekannt als Block 1B, zu nutzen.
Durchbruch im Ansatz der NASA
Die Entscheidung, die interne Entwicklung zugunsten einer fertigen kommerziellen Lösung aufzugeben, stellt eine bedeutende Wende in der Strategie der Behörde dar. Dies bedeutet eine stärkere Abhängigkeit von der privaten Raumfahrtindustrie und eine Abkehr vom traditionellen Modell, bei dem Hauptkomponenten ausschließlich von staatlichen Auftragnehmern entwickelt wurden.
Auswirkungen auf das Artemis-Programm
Der Wechsel soll die Durchführung der Missionen Artemis IV und folgender ermöglichen, die eine größere Nutzlastkapazität und Präzision erfordern, als die derzeit verwendete temporäre ICPS-Stufe bietet. Die Entscheidung soll den Zeitplan für die Rückkehr zum Mond vor weiteren Verzögerungen schützen.
Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat eine radikale und endgültige Entscheidung getroffen, das langjährige, problematische Projekt der fortgeschrittenen Oberstufe Exploration Upper Stage (EUS) zu beenden, die vom Konzern Boeing für die Flaggschiff-Mondrakete Space Launch System (SLS) entwickelt wurde. Die Information über die definitive Einstellung der Arbeiten an der EUS, basierend auf Quellen innerhalb der Behörde, wurde zuerst vom Portal Ars Technica gemeldet. Diese Entscheidung bedeutet das offizielle Ende eines Kapitels, das jahrelang ein Engpass des gesamten Mondprogramms Artemis war. Das Artemis-Programm, offiziell 2017 angekündigt, ist der Nachfolger des legendären Apollo-Programms der 1960er und 1970er Jahre. Sein Ziel ist nicht nur die Rückkehr des Menschen zum Mond, sondern auch der Aufbau einer dauerhaften Präsenz durch den Bau der Orbitalstation Gateway und einer Basis auf der Oberfläche, was regelmäßige, fortschrittliche Versorgungs- und bemannte Missionen erfordert. Die direkte Ursache für diesen radikalen Wandel waren chronische Verzögerungen und unkontrollierte Kostensteigerungen des EUS-Projekts. Diese Stufe war für die Missionen Artemis IV und folgende unerlässlich, da sie eine deutlich größere Nutzlastkapazität und Flugbahnpräzision bieten sollte als die derzeit verwendete temporäre Interim Cryogenic Propulsion Stage (ICPS). Als Reaktion wandte sich die NASA dem kommerziellen Sektor zu, wo bereits bewährte Technologien verfügbar sind. Wie die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters berichteten, hat die Behörde eine Lösung des Konsortiums United Launch Alliance (ULA) ausgewählt. Es geht um die Lieferung einer modifizierten Version der Vulcan-Centaur-Rakete, die als Oberstufe für schwerere Varianten der SLS-Rakete, bekannt als Block 1B, fungieren soll. Diese Entscheidung ist ein bedeutender Schlag für Boeing, das einen Schlüsselauftrag in einem Programm von enormem Prestige verliert. Gleichzeitig ist es ein deutliches Signal, dass die NASA sich zunehmend auf kommerzielle Anbieter wie ULA oder SpaceX verlässt, um ihre ambitionierten Explorationsziele zu erreichen. Das Portal Gizmodo betont, dass dies ein „gewaltiger Schlag“ für Boeings Beteiligung am Mondprogramm sei. Das Unternehmen, das bereits mit Problemen in anderen Segmenten des Luft- und Raumfahrtgeschäfts zu kämpfen hat, verliert ein weiteres Prestigeprojekt. Unterdessen profitiert ULA, ein Gemeinschaftsunternehmen von Boeing und Lockheed Martin, paradoxerweise vom Scheitern eines seiner Eigentümer. Deren Vulcan-Centaur-Rakete, die kürzlich ihren Jungfernflug absolvierte, erweist sich als so vielseitig und zuverlässig, dass die NASA sie als vertrauenswürdige Lösung selbst für so kritische Missionen wie bemannte Flüge zum Mond erachtet. Dieser Wechsel könnte den Zeitplan der für Ende dieses Jahrzehnts geplanten Mission Artemis IV beschleunigen, da die fertige Vulcan-Rakete Jahre der Unsicherheit im Zusammenhang mit der EUS-Entwicklung beseitigt. Die Entscheidung der NASA bedeutet einen grundlegenden Wandel in der Philosophie der Umsetzung großer Raumfahrtprogramme. Anstatt die kostspielige und riskante Entwicklung eigener, dedizierter Systeme fortzusetzen, greift die Behörde zunehmend auf fertige, kommerzielle Plattformen zurück. Dieses Modell hat sich bereits bei der Versorgung der Internationalen Raumstation und im Programm für bemannte Flüge in die Erdumlaufbahn bewährt. Seine Übertragung auf die Erforschung des tiefen Weltraums zeigt die Reife des privaten Raumfahrtsektors und das wachsende Vertrauen der Behörde in dessen Produkte. Die endgültige Bestätigung dieser Entscheidung sowie Details des neuen Vertrags mit ULA sollen in den kommenden Wochen offiziell von der NASA bekannt gegeben werden.