Die Schweizer Regierung hat die Gewährung außerordentlicher finanzieller Hilfe für die vom tragischen Brand im Kurort Crans-Montana betroffenen Personen angekündigt. Die Familien der 41 Todesopfer sowie 115 Verletzte erhalten jeweils 50.000 Schweizer Franken zusätzliche Unterstützung. Die Entscheidung des Bundesrates zielt darauf ab, die finanziellen Folgen der Katastrophe schnell zu mildern und langwierige Gerichtskämpfe durch das Angebot einer gütlichen Streitbeilegung zu vermeiden.
Hohe Solidaritätszahlungen
Die Schweizer Regierung gewährte jeweils 50.000 Franken für jede Opferfamilie und jede verletzte Person, zusätzlich zur früheren kantonalen Hilfe.
Initiative des "Runden Tisches"
Die Behörden schlagen einen Fonds von 20 Millionen Franken für eine gütliche Beilegung der Ansprüche vor, um die Angehörigen der Opfer vor jahrelangen Prozessen zu bewahren.
Zusammenarbeit mit italienischer Staatsanwaltschaft
Die Schweiz hat die Ermittlungsakten den Ermittlern aus Rom zur Verfügung gestellt, was aufgrund des Todes von sechs italienischen Staatsbürgern entscheidend ist.
Der Schweizer Bundesrat hat den Entwurf eines dringlichen Bundesgesetzes, bekannt als "Lex Crans-Montana", genehmigt, das die Auszahlung einmaliger Solidaritätsleistungen an die Opfer der Katastrophe in der Silvesternacht vorsieht. Jede Familie eines Verstorbenen sowie jede verletzte Person, die hospitalisiert werden musste, erhält einen Betrag von 50.000 Schweizer Franken (etwa 55.000 Euro). Diese Mittel sind unabhängig von der zuvor vom Kanton Wallis geleisteten Hilfe in Höhe von 10.000 Franken. Der Schweizer Präsident Guy Parmelin betonte, dass diese Unterstützung ein Ausdruck des nationalen Mitgefühls gegenüber der Tragödie sei, bei der 41 Menschen, darunter acht Kinder unter 16 Jahren, ums Leben kamen. Die Bundesregierung plant, dafür insgesamt 7,8 Millionen Franken sowie zusätzliche 20 Millionen Franken für die Organisation eines "Runden Tisches" bereitzustellen. Dieser soll eine Einigung zwischen den Geschädigten, Versicherungsunternehmen und den Lokalbesitzern erleichtern, was jahrelange Zivilprozesse um Schadensersatz vermeiden könnte. Die Ermittlungen ergaben, dass die direkte Ursache des Brandes in der Bar Le Constellation das Entzünden von an Sektflaschen befestigten pyrotechnischen Fackeln war, die die brennbare Schalldämmung aus Schaumstoff an der Decke des Lokals in Brand setzten. Der Brand in Crans-Montana ist eine der tragischsten Katastrophen in Schweizer Freizeiteinrichtungen. Ähnliche Vorfälle weltweit, wie der Brand im Club Station in den USA (2003) oder Colective in Rumänien (2015), führten zu einer radikalen Verschärfung der Brandschutzvorschriften in ganz Europa.Gleichzeitig entwickelt sich die internationale Zusammenarbeit bei den Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis hat die vollständigen Ermittlungsakten den Ermittlern aus Italien zur Verfügung gestellt, woher sechs der verstorbenen Teenager stammten. Die italienische Staatsanwaltschaft führt ein paralleles Verfahren wegen fahrlässiger Tötung und Katastrophe. Die tragischen Ereignisse fanden breiten Widerhall in der Popkultur – beim Festival in Sanremo ehrte der Sänger Achille Lauro die Opfer, indem er ihnen den Titel "Perdutamente" widmete. Das Schweizer Parlament soll das Hilfspaket endgültig während der Sitzung im März 2026 genehmigen.
Mentioned People
- Guy Parmelin — Präsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Jahr 2026.
- Beat Jans — Schweizer Justiz- und Polizeiminister.
- Achille Lauro — Italienischer Sänger, der den Opfern während des Festivals in Sanremo Tribut zollte.