Polen, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien haben in Krakau das Programm LEAP initiiert, das auf die Massenproduktion kostengünstiger autonomer Drohnen und Luftabwehrsysteme abzielt. Diese Entscheidung, bekanntgegeben von den Verteidigungsministern der E5-Staaten, ist eine Antwort auf die Lehren aus dem Krieg in der Ukraine und das Streben nach mehr europäischer Autonomie innerhalb der NATO. Das Projekt soll den Himmelsschutz über Europa revolutionieren, indem die Produktionskosten für Waffensysteme gesenkt werden.

Programm LEAP

Gemeinsame Initiative fünf Staaten zur Produktion von kostengünstigen Kamikaze-Drohnen und Luftabwehreffektoren auf Basis der Erkenntnisse aus der Ukraine.

Europäische Autonomie

Bestreben, eine autonome Verteidigungsindustrie zu schaffen, die die Abhängigkeit von US-Technologie verringert und gleichzeitig die Kräfte der NATO stärkt.

Krakauer Vereinbarung

Die Verteidigungsminister der E5 bekundeten in Polen den Willen, Produktionsprozesse und gemeinsame Waffenkäufe schnell umzusetzen.

Während des Gipfels der Verteidigungsminister in Krakau unterzeichneten Vertreter der größten Militärmächte Europas – Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Polen – eine Vereinbarung zur Gründung der Initiative LEAP (Low-Cost Effectors and Autonomous Platforms). Dieses Programm konzentriert sich auf die Entwicklung einer neuen Generation von Verteidigungssystemen, die wirksam, aber gleichzeitig deutlich kostengünstiger in der Herstellung sein sollen als bisherige Lösungen. Die Grundidee basiert auf den Erfahrungen aus der Ukraine, wo Drohnen und einfache Raketensysteme eine Schlüsselrolle bei der Abwehr der Aggression spielten. Der Begriff „kostengünstige Verteidigung” gewann nach 2022 an Bedeutung, als sich herausstellte, dass teure Boden-Luft-Raketen im Wert von Millionen Dollar massenhaft zum Abschuss kostengünstiger Kamikaze-Drohnen eingesetzt wurden, die für einen Bruchteil dieses Preises produziert wurden. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte, dass Europa unkonventionelle Lösungen finden müsse, einschließlich der Möglichkeit, ein europäisches Äquivalent zum Geheimdienstbündnis Five Eyes zu schaffen. Diese Initiative zielt nicht nur darauf ab, Kiew zu unterstützen, sondern vor allem die eigenen Produktions- und Industriekapazitäten der Europäischen Union zu stärken. An dem Treffen nahm auch Kaja Kallas teil, die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, die betonte, dass ein stärkeres Europa ein stärkeres NATO bedeute. Das LEAP-Projekt soll für die Zusammenarbeit mit nationalen Waffenherstellern aus allen fünf Unterzeichnerstaaten offen sein. Im E5-Format erwägen wir einen unkonventionellen Ansatz. Wir wollen Skaleneffekte nutzen, um autonome Systeme schneller und kostengünstiger zu produzieren. Gleichzeitig wurde hinter den Kulissen über die Zukunft von Kampfflugzeugen diskutiert. Trotz medialer Spekulationen dementierte Berlin offiziell Pläne zum Kauf einer weiteren Charge amerikanischer F-35-Kampfjets, was auf den Wunsch hindeutet, europäische Konstruktionsprojekte fortzusetzen. Unterdessen warnte auf dem Fernen Osten die japanische Premierministerin Sanae Takaichi vor dem wachsenden Druck durch China, was zeitlich mit einem Vorfall über dem Gelben Meer zusammenfiel, bei dem es zu einer seltenen Begegnung zwischen US-amerikanischen und chinesischen Maschinen kam. Diese globalen Ereignisse motivieren die E5-Staaten zusätzlich, schnell eine unabhängige Verteidigungsschirm aufzubauen.

Mentioned People

  • Boris Pistorius — Verteidigungsminister Deutschlands, einer der Hauptbefürworter der LEAP-Initiative.
  • Sanae Takaichi — Premierministerin Japans, warnt vor der Expansion Chinas.
  • Kaja Kallas — Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik.