Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat eine Kabinettsumbildung durchgeführt und vier neue Minister ernannt. Die wichtigste Veränderung ist die Übernahme des Kulturressorts durch Catherine Pégard, die ehemalige Präsidentin des Schlosses von Versailles. Sie ersetzt die umstrittene Rachida Dati, die von ihrem Amt zurücktrat, um sich voll und ganz dem Wahlkampf um den Sitz des Pariser Bürgermeisters bei den bevorstehenden Kommunalwahlen zu widmen. Die Veränderungen betreffen auch die Ressorts für Energie sowie berufliche Bildung.
Neue Kulturministerin
Catherine Pégard, erfahrene Kulturmanagerin und ehemalige Chefin von Versailles, ersetzt Rachida Dati im Kulturministerium.
Rücktritt von Rachida Dati
Die bisherige Ministerin verlässt die Regierung, um bei den Kommunalwahlen im März für das Amt der Bürgermeisterin von Paris zu kandidieren.
Korrektur der Kabinettszusammensetzung
Die Rekonstruktion betraf auch die Ressorts Energie, berufliche Bildung sowie Inneres und stärkte die fachliche Unterstützung.
Premierminister Sébastien Lecornu hat die Korrektur der Regierungszusammensetzung abgeschlossen, die der Élysée-Palast als „Anpassung” vor den für März geplanten Kommunalwahlen bezeichnet. Der Schlüsselimpuls für die Veränderungen war der Rücktritt von Rachida Dati, der bisherigen Kulturministerin. Dati, die aus der Mitte-rechts-Partei Les Républicains stammt, entschied sich, das Kabinett zu verlassen, um alle Kräfte auf den Kampf um das Bürgermeisteramt in Paris zu konzentrieren, den sie als „die Schlacht ihres Lebens” bezeichnet. Ihre Amtszeit im Kulturministerium, die seit Januar 2024 andauerte, wird unterschiedlich bewertet – einerseits wurde ihre Energie gelobt, andererseits wurde sie für Haushaltskürzungen und einen auf Imageveranstaltungen auf Kosten substanzieller Reformen basierenden Stil kritisiert. Neue Chefin des Ressorts in der Rue de Valois wurde Catherine Pégard. Die 71-jährige ehemalige politische Journalistin und enge Mitarbeiterin von Präsident Emmanuel Macron verfügt über reiche Erfahrung im Kulturmanagement, u.a. als langjährige Präsidentin der Domäne von Versailles. Ihre Ernennung wurde kurz vor der 51. Verleihung der Césars, der wichtigsten französischen Filmpreise, bekanntgegeben, bei der Pégard in ihrer neuen Rolle debütierte. Beobachter betonen den Stil-Kontrast zwischen der expressiven Dati und der diskreten, auf Zuhören ausgerichteten Pégard, die bisher die Funktion einer Beraterin des Präsidenten innehatte. Das französische Regierungssystem erlaubt schnelle Wechsel auf Ministerposten (remaniement), die oft dazu dienen, das Image der Macht vor wichtigen Wahlen aufzufrischen oder auf interne politische Krisen zu reagieren.Neben dem Kulturressort betrafen die Veränderungen mehrere wichtige Positionen niedrigerer Ebene. Maud Bregeon, Regierungssprecherin, übernahm das Amt der delegierten Ministerin für Energie, was mit ihrer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung im Nuklearsektor zusammenhängt. Sabrina Agresti-Roubache kehrte in die Regierung zurück und übernahm den Bereich Berufsbildung und -ausbildung. Jean-Didier Berger, Abgeordneter der Républicains, wurde zum delegierten Minister im Innenministerium ernannt, was als Versuch interpretiert wird, das wackelige Gleichgewicht zwischen dem Macron-Lager und der Rechten aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig gewinnt der Kommunalwahlkampf in Paris an Fahrt. Die Kandidatur von Dati erregt Emotionen, insbesondere in Bezug auf ihre potenziellen Bündnisse. Emmanuel Grégoire, Kandidat der Linken, warf ihr mangelnde Klarheit über eine mögliche Einigung mit Sarah Knafo von der Gruppierung Reconquête vor. Auch der ehemalige Premierminister Édouard Philippe hat Probleme, dessen Kandidat in Paris eine Zusammenarbeit mit Dati ablehnt und dessen Umfragen in seiner Heimatstadt Le Havre auf das Risiko einer Niederlage gegen einen kommunistischen Kandidaten in der zweiten Runde hindeuten. „C'est la bataille de ma vie” (Das ist die Schlacht meines Lebens) — Rachida Dati
Mentioned People
- Sébastien Lecornu — Premierminister Frankreichs, der die Regierungsumbildung durchführte.
- Catherine Pégard — Neu ernannte Kulturministerin, ehemalige Präsidentin des Schlosses von Versailles.
- Rachida Dati — Zurückgetretene Kulturministerin, Kandidatin für das Bürgermeisteramt von Paris.
- Emmanuel Macron — Präsident Frankreichs, der die Regierungswechsel genehmigte.
- Édouard Philippe — Ehemaliger Premierminister, Vorsitzender der Partei Horizons, der mit sinkender Unterstützung in Le Havre zu kämpfen hat.