Der Parlamentswahlkampf in Ungarn tritt in eine entscheidende Phase ein, begleitet von beispielloser Spannung. Ministerpräsident Viktor Orbán, der mit der erstarkten Partei TISZA konfrontiert ist, konzentriert seine Botschaft darauf, die Bürger mit einem bewaffneten Konflikt und angeblichen Bedrohungen aus der Ukraine zu ängstigen. Die Opposition, vereint um Péter Magyar, erzielt in Umfragen einen deutlichen Vorsprung, was das Regierungslager zu aggressiven Propagandatechniken veranlasst, einschließlich mit künstlicher Intelligenz generierter Materialien.
Vorsprung der Oppositionspartei TISZA
Umfragen deuten auf einen deutlichen Vorsprung der Partei von Péter Magyar gegenüber der regierenden Fidesz hin, was die weitere Herrschaft von Viktor Orbán bedroht.
Auf Angst basierende Kampagne
Premier Orbán nutzt eine Erzählung über Kriegsgefahr und angebliche ukrainische Sabotagepläne, um seine Wählerschaft zu mobilisieren.
Einsatz künstlicher Intelligenz
In der Regierungskampagne sind Deepfake-Materialien gegen Oppositionsführer aufgetaucht, was Proteste internationaler Beobachter hervorruft.
Zusammenstoß zwischen Tusk und Orbán
Es kam zu einer medialen Konfrontation der Premierminister Polens und Ungarns auf der Plattform X, die mit einer Erwiderung Orbáns auf Deutsch endete.
Die politische Lage in Ungarn ist für die regierende Koalition Fidesz-KDNP kritisch geworden. Den neuesten Umfragen zufolge hat die Partei TISZA unter der Führung von Péter Magyar einen fast zwanzigprozentigen Vorsprung vor der Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán erzielt. Als Reaktion auf diese ungünstigen Trends hat der Regierungschef eine Kampagne auf der Grundlage einer radikal negativen Botschaft initiiert. Hauptelement dieser Strategie ist die Erzeugung eines Kriegsgefühls. Orbán behauptet öffentlich, ein Sieg der Opposition würde Ungarn direkt in den Konflikt in der Ukraine hineinziehen. Regierungsnahe Medien intensivieren ihre Angriffe auf Kiew und suggerieren, die ukrainische Seite plane Angriffe auf die ungarische kritische Infrastruktur. Experten weisen auf die gigantischen finanziellen Aufwendungen für Werbung in sozialen Medien hin, bei denen Deepfake-Technologie zur Diskreditierung von Gegnern eingesetzt wird. Die Beziehungen zu europäischen Partnern haben sich weiter verschlechtert. Das deutsche Wochenmagazin „Der Spiegel” hat offen zum Ausschluss Ungarns aus der Europäischen Union aufgerufen und argumentiert, Orbáns Politik zerstöre die gemeinschaftliche Solidarität. Gleichzeitig kam es im digitalen Raum zu einem scharfen Wortwechsel zwischen den Regierungschefs Polens und Ungarns. Donald Tusk kommentierte die Haltung Budapests ironisch, worauf Viktor Orbán auf Deutsch antwortete, was Kommentatoren als Versuch interpretierten, dem polnischen Premier einen Seitenhieb im Kontext seiner früheren Arbeit in EU-Institutionen zu versetzen. Im Land mobilisiert die Opposition sich um die Parole der Rückkehr zu demokratischen Standards und verweist auf Polen als Vorbild für einen erfolgreichen Machtwechsel. Einige kleinere Oppositionsparteien haben beschlossen, ihre Kandidaten zurückzuziehen, um die Stimmen nicht zu zersplittern und die Chancen der Partei TISZA auf einen endgültigen Sieg zu stärken. Die Partei Fidesz regiert Ungarn seit 2010 ununterbrochen und hat das Staatssystem systematisch in Richtung einer sogenannten illiberalen Demokratie umgebaut, was wiederholt zu Konflikten mit der Europäischen Kommission führte. Trotz der aggressiven Kampagne scheint das Regierungslager den Boden unter den Füßen zu verlieren. Die traditionellen Methoden zur Mobilisierung der Stammwählerschaft, die auf Souveränismus und Abneigung gegen Brüssel basieren, verlieren angesichts von Sittenskandalen und der schwierigen Wirtschaftslage an Wirkung. Die Opposition wiederum nutzt geschickt die Ermüdung der Gesellschaft nach langjähriger Herrschaft einer Mannschaft. Die anstehende Abstimmung wird als zivilisatorische Wahl zwischen der Fortsetzung von Orbáns isolationistischer Politik und der Rückkehr zum europäischen politischen Mainstream aufgefasst. Das Ergebnis dieser Wahl wird nicht nur für Ungarn, sondern für das Kräfteverhältnis in ganz Mitteleuropa und die Zukunft der Visegrád-Gruppe von grundlegender Bedeutung sein. „Herr Donald Tusk, machen Sie sich keine Sorgen um die ungarische Demokratie. Wir kommen ohne Ihre Ratschläge besser zurecht.” — Viktor Orbán
Perspektywy mediów: Medien betonen Orbáns autoritäre Wende, den Einsatz von KI-Manipulationen und die wachsende Hoffnung auf einen demokratischen Wandel unter Magyar. Einige Dienste heben Orbáns schlagfertige Erwiderung gegenüber Tusk hervor und suggerieren, dass ukrainische Politiker aggressive Absichten gegenüber Ungarn zeigen.
Mentioned People
- Viktor Orbán — Premierminister von Ungarn, Vorsitzender der Partei Fidesz, kämpft unter sinkender Zustimmung um die Wiederwahl.
- Péter Magyar — Vorsitzender der Oppositionspartei TISZA, Hauptkonkurrent Orbáns bei den anstehenden Wahlen.
- Donald Tusk — Premierminister Polens, der sich in einen öffentlichen Streit mit Orbán in sozialen Medien einließ.
- Zbigniew Ziobro — Polnischer Politiker, im Kontext angeblicher Pläne im Zusammenhang mit der Lage in Ungarn erwähnt.