Die italienische Regierung hat offiziell den ehemaligen Landwirtschaftsminister und früheren Sekretär der Demokratischen Partei, Maurizio Martina, als Kandidaten für das Amt des Generaldirektors der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen nominiert. Die Entscheidung wurde gemeinsam von Vizepremierminister und Außenminister Antonio Tajani sowie Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida bekannt gegeben. Italienische Europaabgeordnete weisen darauf hin, dass für den Erfolg der Kandidatur breite Unterstützung in der Europäischen Union unerlässlich ist.
Offizielle Kandidatur der italienischen Regierung
Vizepremierminister Tajani und Minister Lollobrigida gaben gemeinsam bekannt, dass Italien Maurizio Martina für das Amt des FAO-Chefs vorschlägt.
Erfahrung in Landwirtschaft und Politik
Martina ist ehemaliger Landwirtschaftsminister und ehemaliger Sekretär der Demokratischen Partei, was ihm starke fachliche und politische Qualifikationen verleiht.
Notwendigkeit eines Konsenses in der Europäischen Union
Italienische Europaabgeordnete betonen, dass der Erfolg der Kandidatur von der Gewinnung breiter Unterstützung aller EU-Mitgliedstaaten abhängt.
Kontext der EU-Agrarpolitik
Der Bekanntgabe der Kandidatur folgte die Kritik von Minister Lollobrigida an der früheren "ideologischen Übertreibung" der EU in Weinbauangelegenheiten.
Die italienische Regierung hat offiziell beschlossen, den ehemaligen Landwirtschaftsminister, Maurizio Martina, für das Amt des Generaldirektors der FAO aufzustellen. Die Information wurde gemeinsam von Vizepremierminister und Außenminister Antonio Tajani sowie Landwirtschafts- und Ernährungssouveränitätsminister Francesco Lollobrigida bekannt gegeben. Martina, der von 2014 bis 2016 das italienische Landwirtschaftsministerium leitete und anschließend Sekretär der Demokratischen Partei war, gilt als Politiker mit erheblicher Erfahrung im für das FAO-Mandat entscheidenden Bereich. Die FAO, 1945 in Québec gegründet, hat zum Ziel, den Hunger weltweit zu bekämpfen und das Ernährungsniveau durch Unterstützung der landwirtschaftlichen Entwicklung zu verbessern. Seit 2019 wird die Organisation vom Chinesen Qu Dongyu geleitet, dessen Amtszeit 2027 endet. Die Wahl eines neuen Generaldirektors findet während der FAO-Konferenz im Jahr 2027 statt. Italienische Europaabgeordnete der Demokratischen Partei betonten in Reaktion auf die Kandidatur, dass ihr Erfolg davon abhängen werde, einen breiten Konsens auf europäischer Ebene zu erzielen. „Für die Kandidatur Martinas als FAO-Chef ist eine europäische Konvergenz notwendig”, erklärten sie und wiesen auf die Notwendigkeit einer vereinten Unterstützung durch alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union hin. Damit wurde darauf hingewiesen, dass die bloße Nominierung eines Kandidaten durch die Regierung in Rom nur der erste Schritt in einem langen Verfahren zur Gewinnung internationaler Unterstützung ist. Die Bekanntgabe der Kandidatur fiel zeitlich mit einer Äußerung von Minister Lollobrigida zur EU-Agrarpolitik zusammen. Der Minister kritisierte den bisherigen Ansatz Brüssels in Weinbauangelegenheiten und bezeichnete ihn als „ideologischen Exzess”. „„Finora eccesso ideologico”” — Francesco Lollobrigida – sagte er in Bezug auf die von der EU verabschiedeten Maßnahmen. Kommentatoren sehen in dieser Aussage ein Signal für eine veränderte Tonlage der italienischen Regierung im Dialog mit der Europäischen Kommission bezüglich des Agrarsektors. Das Verfahren zur Wahl eines neuen FAO-Chefs ist komplex und erfordert intensive diplomatische Bemühungen. Der Kandidat muss nicht nur in seiner Region, sondern auch unter einer breiten Mehrheit der Mitgliedstaaten der Organisation Unterstützung finden. Die italienische Kandidatur folgt der Tradition, nach der Führungspositionen in UN-Organisationen oft Gegenstand von Absprachen zwischen großen regionalen Akteuren sind. In der Vergangenheit waren unter anderem der Brasilianer José Graziano da Silva und der Chinese Qu Dongyu Generaldirektoren der FAO. Ein Erfolg Martinas könnte die Rückkehr eines Europäers auf diesen Posten nach mehreren Amtszeiten bedeuten.
Mentioned People
- Maurizio Martina — Ehemaliger Landwirtschaftsminister Italiens, Kandidat für das Amt des FAO-Generaldirektors
- Antonio Tajani — Vizepremierminister und Außenminister Italiens
- Francesco Lollobrigida — Landwirtschafts- und Ernährungssouveränitätsminister Italiens