Das Statistische Hauptamt (GUS) teilte mit, dass die registrierte Arbeitslosenquote im Januar 2026 auf 6 Prozent gestiegen ist, was den höchsten Wert seit fast fünf Jahren darstellt. Gleichzeitig weist eine Untersuchung des CBOS auf eine deutliche Verschlechterung der gesellschaftlichen Stimmung und wirtschaftlichen Pessimismus hin. Vor dem Hintergrund dieser Daten macht das Polnische Wirtschaftsinstitut (PIE) auf die Rekordaktivität ukrainischer Staatsbürger aufmerksam, die seit Kriegsausbruch in Polen über 123.000 Unternehmen gegründet haben.

Anstieg der Arbeitslosenquote

Der Arbeitslosenindikator stieg im Januar 2026 auf 6 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte 2021. Die Zahl der Arbeitslosen überstieg 934.000.

Krise der gesellschaftlichen Stimmung

Eine CBOS-Untersuchung zeigte einen Rückgang des Optimismus; nur 28 Prozent der Polen bewerten die Lage im Land positiv, und mehr als die Hälfte blickt mit Sorge in die Zukunft.

Ukrainisches Unternehmertum

Ukrainische Staatsbürger haben in Polen bereits über 123.000 Unternehmen gegründet; jedes zehnte neue Einzelunternehmen im Land gehört einem Einwanderer aus dem Osten.

Regionale Disparitäten

Große Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit bleiben bestehen: von 3,8 Prozent in Großpolen bis zu fast 10 Prozent in der Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Die neuesten Daten des Statistischen Hauptamts (GUS) bestätigten die Befürchtungen von Analysten bezüglich der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die registrierte Arbeitslosenquote erreichte im Januar 2026 einen Wert von 6 Prozent, was einem Anstieg von 0,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat Dezember entspricht. Die Zahl der bei den Ämtern registrierten Arbeitslosen stieg auf 934.100 Personen. Obwohl das Ministerium für Familie, Arbeit und Sozialpolitik mit diesem Ergebnis gerechnet hatte, weisen Experten auf einen besorgniserregenden Trend des Beschäftigungsrückgangs im Unternehmenssektor hin, der im Jahresvergleich 55.000 Arbeitsplätze betrug. Die schwierigste Situation herrscht in den Woiwodschaften Ermland-Masuren und Karpatenvorland, während die niedrigsten Werte in Großpolen verzeichnet wurden. Parallel zu den harten Daten wurden die Ergebnisse von Meinungsumfragen veröffentlicht. Laut CBOS hat sich die gesellschaftliche Stimmung der Polen im Februar drastisch verschlechtert. Der Anteil positiver Bewertungen der allgemeinen Lage im Land sank auf 28 Prozent, und die überwiegende Mehrheit der Bürger äußert Pessimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen und politischen Prognosen für das kommende Jahr. Der wachsende Kritikalismus betrifft nicht nur die wirtschaftlichen Bedingungen, sondern auch die innere Stabilität des Landes, was mit zunehmenden Sorgen um die Zukunft der Haushaltsbudgets angesichts steigender Lebenshaltungskosten zusammenhängt. Historisch gesehen wurde die niedrigste registrierte Arbeitslosenquote in Polen nach 1989 im Juli 2023 verzeichnet, als dieser Indikator auf 5,0 Prozent sank. Die höchsten Werte wurden hingegen Anfang der 2000er Jahre gemessen, als die strukturelle Arbeitslosigkeit 20 Prozent überstieg, was eine Folge der Systemtransformation und der Restrukturierung der Schwerindustrie war.Vor dem Hintergrund der allgemeinen Probleme des Arbeitsmarktes sticht die hohe Aktivität ukrainischer Staatsbürger hervor. Das Polnische Wirtschaftsinstitut (PIE) gab bekannt, dass Ukrainer seit Februar 2022 in Polen 123.600 Wirtschaftseinheiten registriert haben. Jedes zehnte neu gegründete Einzelunternehmen im Land gehört derzeit einem ukrainischen Staatsbürger. Die Beschäftigungsquote in dieser Gruppe liegt bei 75 Prozent unter den Kriegsflüchtlingen und sogar bei 90 Prozent bei Personen, die vor der Invasion angekommen sind, was den nationalen Durchschnitt von knapp 60 Prozent deutlich übertrifft. „Wysoka liczba rejestrowanych przez Ukraińców firm świadczy o ich determinacji i udanej adaptacji do polskich warunków gospodarczych.” (Die hohe Zahl der von Ukrainern registrierten Unternehmen zeugt von ihrer Entschlossenheit und erfolgreichen Anpassung an die polnischen Wirtschaftsbedingungen.) — Bericht des Polnischen Wirtschaftsinstituts