Die transatlantischen Beziehungen befinden sich in der tiefsten Krise seit Jahren, nachdem die Regierung von Donald Trump Spanien mit einem Handelsembargo gedroht hat, weil es sich weigerte, Militärstützpunkte für Operationen gegen den Iran zur Verfügung zu stellen. Während Madrid sich auf Souveränität und internationales Recht beruft, erklären die Europäische Kommission und Deutschland ihre volle Solidarität mit der spanischen Regierung und betonen, dass die Handelspolitik in der ausschließlichen Zuständigkeit der Europäischen Union liege und Versuche, die Verbündeten zu spalten, scheitern werden.

Drohung eines Handelsembargos

Donald Trump drohte Spanien mit einem vollständigen Stopp des Handelsaustauschs als Antwort auf die Sperrung von Militärstützpunkten für Operationen im Iran.

Einheit der Europäischen Union

Brüssel und Berlin erklärten ihre volle Unterstützung für Madrid und betonten, dass Sanktionen gegen ein EU-Land einen Angriff auf die gesamte Gemeinschaft darstellen.

Dementi im Fall Robles

Das spanische Verteidigungsministerium bestritt, dass Ministerin Margarita Robles ihre Unterstützung für Trump geäußert habe; das umstrittene Audiomaterial soll sich auf Heizsysteme bezogen haben.

Sorge im Agrarexport

Die Sektoren für Olivenöl- und Weinproduktion fürchten den Verlust des Zugangs zum US-Markt, was die Wirtschaft in Andalusien und Katalonien treffen würde.

Der Konflikt zwischen Washington und Madrid eskaliert in beispiellosem Tempo und verlagert den Schwerpunkt des Streits von der militärischen auf die wirtschaftliche Ebene. Unmittelbarer Auslöser der Spannungen ist die entschiedene Entscheidung der Regierung von Pedro Sánchez, den Vereinigten Staaten das Recht zu verweigern, Militärstützpunkte auf spanischem Territorium für offensive Maßnahmen im Iran zu nutzen. Als Reaktion darauf schlug Donald Trump die Verhängung eines vollständigen Handelsembargos für spanische Waren vor, was eine sofortige Reaktion Brüssels auslöste. Vertreter der Europäischen Union, darunter Kaja Kallas, erinnerten deutlich daran, dass Handelsabkommen mit den USA die gesamte Gemeinschaft und nicht einzelne Mitgliedstaaten binden. Jeder Versuch, einseitige Sanktionen gegen Spanien zu verhängen, würde als Angriff auf die Einheit des gesamten Binnenmarkts gewertet und könnte zu EU-Vergeltungsmaßnahmen führen. Die Stützpunkte in Rota und Morón de la Frontera, die auf der Grundlage eines Verteidigungsabkommens von 1988 betrieben werden, bilden das Fundament der US-Militärpräsenz im Mittelmeerraum. Ihre Nutzung für Kampfeinsätze außerhalb des NATO-Rahmens erforderte jedoch stets die ausdrückliche Zustimmung der Regierung in Madrid. In Spanien selbst ist die politische Lage äußerst angespannt, und die Angelegenheit nahm kuriosere Züge an, nachdem ein Mitschnitt mit der Verteidigungsministerin durchgesickert war. Margarita Robles sah sich gezwungen, Gerüchte zu dementieren, wonach sie bei einem Treffen mit dem US-Botschafter ihre Loyalität gegenüber Trump erklärt haben soll. Das Verteidigungsministerium erklärte, die angebliche Formulierung „ich bin bei Trump” habe sich in Wirklichkeit auf ein Gespräch über Heizsysteme und nicht auf politische Unterstützung bezogen. Unterdessen erhielt Madrid auf internationaler Ebene starke Unterstützung aus Berlin. Der deutsche Außenminister distanzierte sich deutlich von kritischen Äußerungen des Kanzlers gegenüber Spanien und erklärte, Europa werde sich unter dem Druck Washingtons nicht spalten lassen. Der NATO-Generalsekretär Mark Rutte lobte das spanische Engagement an der Ostflanke, was als Versuch gewertet wurde, Spannungen innerhalb des Bündnisses abzubauen. 8000 — amerikanische Soldaten sind derzeit in Stützpunkten auf spanischem Territorium stationiert Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines möglichen Embargos bereiten große Sorge, insbesondere in Regionen, die stark vom Export in die USA abhängig sind, wie Andalusien und Katalonien. Spanische Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände riefen die Regierung auf, einen Sonderausschuss einzusetzen, der die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die nationale Wirtschaft überwachen soll. Obwohl das Außenministerium vorerst davon absieht, den US-Botschafter zu Konsultationen einzuberufen, hat Madrid vorbeugende Maßnahmen ergriffen und die Eröffnung zweier neuer Handelsbüros in den Vereinigten Staaten angekündigt. Diese sollen spanische Unternehmen, insbesondere aus dem Agrar- und Ernährungssektor, direkt unterstützen, der erneut zum Geisel der großen Geopolitik wird. „The agreement with the US applies to all EU countries. You cannot cherry-pick individual member states for trade penalties.” (Das Abkommen mit den USA gilt für alle EU-Länder. Man kann sich nicht einzelne Mitgliedstaaten für Handelsstrafen herauspicken.) — Kaja Kallas

Perspektywy mediów: Betont die Souveränität Spaniens, die europäische Solidarität und die Absurdität von Trumps Drohungen, verteidigt die Entscheidung, Stützpunkte nicht für Aggressionszwecke freizugeben. Weist auf angebliche illoyale Äußerungen von Ministern hin, das Risiko des Verlusts eines Schlüsselabsatzmarktes und die Notwendigkeit, gute Beziehungen zu Washington aufrechtzuerhalten.

Mentioned People

  • Donald Trump — US-Präsident, der Spanien mit Handelsretorsionen droht.
  • Margarita Robles — Spanische Verteidigungsministerin, deren Äußerung Gegenstand von Kontroversen wurde.
  • Kaja Kallas — Hoher Vertreter der Union für Außen- und Sicherheitspolitik.
  • Mark Rutte — NATO-Generalsekretär, der Spanien im Streit um Stützpunkte unterstützt.
  • Pablo Iglesias — Spanischer linker Politiker, der den Abzug der US-Truppen aus dem Land fordert.