Der vierte Tag des bewaffneten Konflikts im Nahen Osten hat massive Erschütterungen in der Weltwirtschaft ausgelöst. Der Preis für Brent-Rohöl hat die Marke von 80 Dollar pro Barrel überschritten, und Anleger verkaufen massenhaft Staatsanleihen aus Angst vor der Rückkehr hoher Inflation. Internationale Finanzinstitutionen, darunter die EZB und der IWF, warnen vor einem drastischen Anstieg der Unsicherheit, der Zentralbanken dazu zwingen könnte, auf geplante Zinssenkungen in naher Zukunft zu verzichten.
Brent-Öl über 80 USD
Die Rohstoffpreise sind am vierten Tag des Konflikts sprunghaft gestiegen und wecken weltweit Befürchtungen über die Energiekosten.
Ausverkauf von Staatsanleihen
Anleger flüchten aus Angst vor Inflation vor Staatsschulden, was die Rendite US-amerikanischer Papiere in die Höhe treibt.
Logistischer Stillstand im Golf
Versicherer ziehen den Kriegsschutz für Schiffe zurück, was den Seetransport durch die Straße von Hormus erschwert.
Lieferumlenkung in Asien
Indonesien und andere Länder der Region erhöhen ihre Öleinkäufe aus den USA, um Lieferungen aus dem Nahen Osten zu ersetzen.
Die Eskalation der Kriegshandlungen in der Region des Persischen Golfs hat zu einem abrupten Einbruch der Stimmung an den Weltbörsen geführt. Anleger, die einen langfristigen Schlag für die Energielieferketten befürchten, stoßen riskante Vermögenswerte ab, was besonders die Schwellenländer hart getroffen hat. Die Rendite US-amerikanischer Staatsanleihen steigt und spiegelt den Marktkonsens über steigende Preise für Waren und Dienstleistungen wider. Die Hauptindizes in Europa und Asien verzeichneten deutliche Verluste, während die Risikoprämie bei Rohstoffnotierungen Werte erreichte, die seit 2022 nicht mehr beobachtet wurden. Der Internationale Währungsfonds betont, dass diese Situation die globalen Wirtschaftsprognosen höchst unsicher macht, was Regierungen von Ländern wie Italien oder Thailand dazu veranlasst, Unterstützungsprogramme für heimische Unternehmen, die in der Konfliktzone operieren, umzusetzen. Die Krise trifft direkt die Seelogistik und Transportversicherungen. Seeversicherer haben begonnen, massenhaft den Kriegsrisikoschutz im Golf zurückzuziehen, was eine Lähmung der Straße von Hormus droht. Die Rabobank prognostiziert, dass die Störungen in dieser Region mindestens mehrere Wochen andauern werden, was bereits jetzt zu einem Mangel an verfügbaren Tankern und einem Stopp des Exports wichtiger landwirtschaftlicher Produkte wie indischem Basmati-Reis führt. Der indonesische petrochemische Gigant hat einen Zustand der höheren Gewalt erklärt, was tiefe Risse in den asiatischen Produktionsprozessen signalisiert. Länder Südostasiens, einschließlich Indonesien, reagieren auf die Krise durch eine radikale Diversifizierung der Lieferrichtungen und erhöhen die Ölimporte aus den Vereinigten Staaten auf Kosten von Rohstoffen aus dem Nahen Osten. Seit den 1970er Jahren und der Ölkrise bleibt die Weltwirtschaft extrem anfällig für jegliche militärische Spannungen in der Region des Persischen Golfs, die über entscheidende Kohlenwasserstoffressourcen kontrolliert.Trotz der angespannten Lage prophezeien nicht alle Experten eine bevorstehende Katastrophe. Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, dämpft die Emotionen mit der Aussage, dass der derzeitige Konflikt nicht zu einem dauerhaften Inflationsimpuls werden muss, solange keine totale Blockade der Förderinfrastruktur eintritt. Entscheidungsträger in der Europäischen Zentralbank, darunter Philip Lane und Yannis Stournaras, zeigen jedoch große Vorsicht und weisen auf die Notwendigkeit von Flexibilität in der Geldpolitik hin. Sie betonen, dass ein sich hinziehender Kriegszustand Jahre des Kampfes gegen die Teuerung zunichtemachen könnte, was die Regulierungsbehörden dazu zwingen würde, die hohen Geldkosten länger aufrechtzuerhalten, was sich wiederum negativ auf das Wirtschaftswachstum in der Eurozone und darüber hinaus auswirken würde. „Prolonged Iran war could trigger inflation spike.” (Ein sich hinziehender Krieg im Iran könnte einen Inflationsschub auslösen.) — Philip Lane „ECB should be flexible as Iran conflict muddies outlook.” (Die EZB sollte flexibel sein, da der Iran-Konflikt die Aussichten trübt.) — Yannis Stournaras
Mentioned People
- Jamie Dimon — CEO der Bank JPMorgan Chase, der Bedenken über langfristige Inflation dämpft.
- Philip Lane — Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, der vor einem Inflationssprung warnt.
- Yannis Stournaras — Mitglied des EZB-Rats, der angesichts des Krieges zu Flexibilität in der Geldpolitik aufruft.