Juventus Turin hat sich trotz eines heroischen 3:2-Siegs im Rückspiel gegen Galatasaray Istanbul von der Champions League verabschiedet. Die italienische Mannschaft glich das Hinspieldesaster auf, obwohl sie nach einer umstrittenen roten Karte für Lloyd Kelly in Unterzahl spielte. Die Hoffnungen der Gastgeber begrub letztlich Victor Osimhen, der in der Verlängerung das entscheidende Tor zum Einzug des türkischen Giganten ins Achtelfinale erzielte.
Heroismus des Juventus in Unterzahl
Die italienische Mannschaft glich ein Drei-Tore-Defizit auf und führte 3:0, obwohl sie fast die gesamte zweite Halbzeit nach der roten Karte für Kelly in Unterzahl spielte.
Entscheidender Treffer von Osimhen
Der nigerianische Stürmer von Galatasaray erzielte in der 106. Minute der Verlängerung das Tor, das den Traum von Juventus vom Einzug ins Achtelfinale beendete.
VAR-Kontroverse um Kelly
Die Entscheidung des Schiedsrichters, die zweite gelbe Karte für Lloyd Kelly in eine direkte rote umzuwandeln, löste bei Experten enorme Kontroversen aus.
Das Rückspiel im Allianz Stadium wird als einer der spannendsten Abende dieser Champions-League-Saison in die Geschichte eingehen. Juventus, der vor der fast unmöglichen Aufgabe stand, ein 2:5 aus dem Hinspiel aufzuholen, zeigte außergewöhnliche Entschlossenheit. Die Mannschaft von Luciano Spalletti führte bereits 3:0 nach Treffern von Locatelli, Gatti und McKennie, was den Gesamtstand ausglich. Die Situation eskalierte jedoch drastisch, als Lloyd Kelly nach einer VAR-Intervention eine direkte rote Karte erhielt. Obwohl der Schiedsrichter dem Engländer zunächst die zweite gelbe Karte zeigte, änderte er nach Videoanalyse seine Entscheidung zu einem direkten Platzverweis, was eine Welle der Kontroverse in den Medien auslöste. Die in Unterzahl spielende "Alte Dame" musste in der Verlängerung dem Druck von Galatasaray standhalten. Held der Gäste wurde Victor Osimhen, der in der 106. Spielminute die Ermüdung der Turiner Abwehr nutzte und das Tor zum Einzug des Istanbuler Klubs erzielte. Nach dem Schlusspfiff versank das Stadion in Stille, und auf dem Rasen fehlte es nicht an Tränen. Besonders bewegt war Manuel Locatelli, der in den Interviews nach dem Spiel seinen großen Kummer nicht verhehlte, aber dennoch den Stolz auf die Haltung der gesamten Mannschaft trotz äußerst schwieriger Umstände betonte. Die italienisch-türkische Rivalität im Europapokal hat eine reiche Geschichte, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurückreicht. Juventus stand Galatasaray bereits mehrfach gegenüber, unter anderem in einem denkwürdigen Spiel aus dem Jahr 2013, als die Partie in Istanbul wegen eines Schneesturms abgebrochen und die Türken nach Wiederaufnahme am nächsten Tag die Italiener ausschalteten. Im Schatten des Dramas in Turin sicherten sich auch andere europäische Topteams den Einzug in die nächste Runde. Für das Achtelfinale der Champions League qualifizierten sich unter anderem Real Madrid und die stark aufspielende Atalanta, die Borussia Dortmund sicher besiegte. Für Juventus bedeutet das Ausscheiden das Fehlen eines italienischen Vertreters mit solch großem Renommee in der weiteren Turnierphase, was in Italien als schmerzhafte sportliche und imagebezogene Niederlage empfunden wird. Giorgio Chiellini, der in Abwesenheit Spallettis als Klubsprecher auftrat, bezeichnete diesen Abend als "schmerzhaften Ausgangspunkt" für den Neuaufbau der Mannschaft. „Mi viene da piangere per come ci abbiamo creduto e per quanto abbiamo dato.” (Ich könnte weinen, weil wir so sehr daran geglaubt und so viel gegeben haben.) — Manuel Locatelli 106 — Minute, in der Victor Osimhen das ausschaltende Tor für Juventus erzielte Gesamtergebnis des Achtelfinal-Hinspiels der CL: Juventus 5:7 Galatasaray
Mentioned People
- Luciano Spalletti — Trainer von Juventus, der nach dem Spiel nicht an der Pressekonferenz teilnahm.
- Manuel Locatelli — Mittelfeldspieler von Juventus, Torschütze eines der Treffer, der nach dem Spiel seine Tränen nicht verbergen konnte.
- Victor Osimhen — Torschütze des entscheidenden Tores für Galatasaray in der Verlängerung.
- Giorgio Chiellini — Klublegende, die den Stab nach der schmerzhaften Niederlage vertrat.