In Norwegen ist eine öffentliche Debatte über die Beschleunigung der Einbürgerung des Bodo/Glimt-Torhüters Nikita Haikin vor der Weltmeisterschaft entbrannt. Der Russe, der auch israelische und britische Pässe besitzt, erfüllt die formalen Voraussetzungen, aber sein Antrag wartet seit über einem Jahr auf Bearbeitung. Der bekannte Sportkommentator Ernst A. Lersveen appellierte in einem offenen Brief an Premierminister Jonas Gahr Støre, einzugreifen. Nationaltrainer Ståle Solbakken sieht Haikin im Kader für die WM in den USA, Kanada und Mexiko und hält ihn für den besten Torwart des Landes.
Appell an den norwegischen Premierminister
Der norwegische Kommentator Ernst A. Lersveen wandte sich in einem offenen Brief an Premierminister Jonas Gahr Støre mit der Bitte, in der Angelegenheit der beschleunigten Einbürgerung des Torhüters Nikita Haikin einzugreifen, und argumentierte mit dem Interesse der Nationalmannschaft vor der WM.
Spieler erfüllt alle Voraussetzungen
Nikita Haikin lebt seit März 2019 in Norwegen, ist seit zwei Jahren mit einer Norwegerin verheiratet und hat die Sprache gelernt. Er besitzt bereits die Staatsbürgerschaften Russlands, Israels und Großbritanniens, was ihn formal für den Erhalt eines norwegischen Passes qualifiziert.
Dringender Bedarf der norwegischen Nationalmannschaft
Nationaltrainer Ståle Solbakken erklärt offen, dass er Haikin als Stammtorhüter für die anstehende WM sieht. Im Hintergrund steht die schwache Form des bisherigen Torwarts, Ørjan Nyland, der in Sevilla Ersatzspieler ist.
Kontext der Vereinserfolge
Der Druck stieg nach den spektakulären Erfolgen von Bodo/Glimt mit Haikin im Tor in der Champions League, darunter Siege gegen Inter Mailand und der Einzug ins Achtelfinale, was dem Spieler landesweite Berühmtheit einbrachte.
Im norwegischen öffentlichen Raum wächst der Druck auf eine schnelle Entscheidung in der Staatsbürgerschaftsfrage des Torhüters Nikita Haikin vor der Sommer-Weltmeisterschaft. Der 30-jährige Fußballer russischer Herkunft, der für den Verein Bodo/Glimt spielt, hat seinen Antrag auf einen norwegischen Pass vor über einem Jahr gestellt, hat aber bisher keine Antwort von der Einwanderungsbehörde erhalten. Der bekannte Sportkommentator Ernst A. Lersveen richtete einen offenen Brief an Premierminister Jonas Gahr Støre, in dem er um persönliches Eingreifen bat. In dem von Medien zitierten Brief schrieb Lersveen: „Herr Premierminister, wenn Sie die scheinbar unmögliche Änderung der restriktiven Sperrstunden für Bierausschank während der Nachtspiele der WM durchgesetzt haben, dann sollten Sie doch wohl auch in der Lage sein, Haikins Papiere aus dem Stapel der Anträge bei der Einwanderungsbehörde hervorzuziehen und obenauf zu legen”. Der Kommentator fügte hinzu: „Es sei denn, Sie wollen Bälle in unser Tor bei der Weltmeisterschaft fliegen sehen. Denn wir nicht”. Dieser öffentliche Appell unterstreicht, wie dringlich die Angelegenheit in den Augen der Fans und Experten geworden ist. Norwegen, obwohl eine Macht im Wintersport, strebt im Fußball seit langem nach bedeutenden Erfolgen auf internationaler Bühne. Die Nationalmannschaft des Landes spielte zuletzt bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich. Die Qualifikation für die WM 2026, die in drei Ländern Nordamerikas stattfindet, hat für die Norweger enorme sportliche und nationale Bedeutung. Der Spieler erfüllt formal alle Voraussetzungen für den Erhalt der Staatsbürgerschaft: er lebt seit März 2019 ununterbrochen in Norwegen, ist seit zwei Jahren mit einer Norwegerin verheiratet und beherrscht die Sprache. Zudem besitzt er bereits die Staatsbürgerschaften Israels, Großbritanniens und Russlands. Der Norwegische Fußballverband (NFF) bestätigte, dass Gespräche in dieser Sache geführt werden, aber das Verwaltungsverfahren zieht sich hin. Nationaltrainer Ståle Solbakken verbirgt seine Pläne nicht. Er betonte öffentlich, dass er Haikin im WM-Kader sieht und ihn für den besten Torhüter des Landes hält. Diese Einschätzung ergibt sich aus Haikins hervorragender Form bei Bodo/Glimt, der in dieser Saison überraschend ins Achtelfinale der Champions League einzog, sowie aus den Problemen des bisherigen Stammtorhüters Ørjan Nyland, der beim spanischen Sevilla als Ersatzspieler fungiert und nicht regelmäßig Einsätze hat. Den Druck haben jüngste Vereinserfolge Haikins zusätzlich angeheizt. Seine herausragenden Auftritte, insbesondere im Hin- und Rückspiel gegen Inter Mailand, machten ihn zu einem Nationalhelden, und alle norwegischen Medien berichten täglich über seinen Fall. Die Angelegenheit nimmt politischen Charakter an, verbindet Themen der öffentlichen Verwaltung, des nationalen sportlichen Ehrgeizes und der gesellschaftlichen Erwartungen. Der näher rückende WM-Termin (11. Juni – 19. Juli 2026) erzeugt einen deutlichen Zeitdruck. Wenn der Antrag in den nächsten Monaten nicht positiv beschieden wird, könnte Norwegen die Chance verlieren, eine der Schlüsselpositionen im Team kurz vor dem wichtigsten Turnier zu verstärken.
Mentioned People
- Nikita Haikin — 30-jähriger Torhüter des Vereins Bodo/Glimt, Inhaber der Staatsbürgerschaften Russlands, Israels und Großbritanniens, seit 2019 Einwohner Norwegens, Ehemann einer Norwegerin, wartet auf die norwegisch
- Ernst A. Lersveen — Bekannter norwegischer Sportkommentator, Autor eines offenen Briefes an den Premierminister zur Beschleunigung der Einbürgerung von Nikita Haikin.
- Jonas Gahr Støre — Premierminister Norwegens, an den der öffentliche Appell bezüglich des Torhüters gerichtet wurde.
- Ståle Solbakken — Nationaltrainer der norwegischen Fußballnationalmannschaft, der erklärt, Nikita Haikin im Kader für die Weltmeisterschaft 2026 zu sehen.
- Ørjan Nyland — Bisheriger Torhüter der norwegischen Nationalmannschaft, derzeit Ersatzspieler beim spanischen Verein Sevilla FC.