Die Staatsanwaltschaft strebt die Festnahme des ehemaligen Justizministers Zbigniew Ziobro an, indem sie einen Antrag auf Erlass eines europäischen Haftbefehls stellt. Dieser Prozess wurde jedoch durch einen komplizierten Verfahrensstreit über die Richterbesetzung am Bezirksgericht in Warschau verlangsamt. Eine Schlüsselfigur der Kontroverse ist Richter Dariusz Łubowski, dessen Ausschluss die Ermittler fordern und dabei auf einen potenziellen Mangel an Unparteilichkeit bei der Prüfung des Antrags gegen den Politiker der Suwerenna Polska hinweisen.
Antrag auf EHB
Die Staatsanwaltschaft fordert die Auslieferung von Zbigniew Ziobro im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Justizfonds im Februar 2026.
Konflikt um Richter
Die Ermittler beantragten die Abberufung von Richter Dariusz Łubowski und stellten dessen Unparteilichkeit im Fall des ehemaligen Ministers in Frage.
Rücktritt Łubowskis
Richter Dariusz Łubowski trat von der Leitung der internationalen Abteilung für Strafsachen am Warschauer Bezirksgericht zurück.
Verfahrensentscheidung
Richterin Katarzyna Stasiów blieb im Gremium, das über die Abberufung oder Beibehaltung von Richter Łubowski entscheiden soll.
Der Antrag auf Erlass eines europäischen Haftbefehls (EHB) gegen Zbigniew Ziobro wurde von der Staatsanwaltschaft am 10. Februar 2026 gestellt. Die Ermittlungen betreffen Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Mitteln aus dem Justizfonds, wobei der ehemalige Minister den Status eines Verdächtigen hat. Der Fall löste sofort Spannungen am Bezirksgericht in Warschau aus, als Richter Dariusz Łubowski zur Bearbeitung bestimmt wurde. Die Staatsanwaltschaft, die sich auf frühere Entscheidungen des Richters berief, beantragte seinen Ausschluss aus Sorge um Befangenheit. Die Situation wurde präzedenzlos, als Richter Łubowski selbst seinen Rücktritt als Vorsitzender der internationalen Abteilung einreichte, was als Versuch interpretiert werden könnte, politischem Druck auszuweichen. Inzwischen kam es innerhalb des Gerichts zu einer weiteren Verfahrenspattstellung. Richterin Katarzyna Stasiów, die zur Entscheidung über den Ausschlussantrag gegen Łubowski bestimmt wurde, wurde ebenfalls zum Gegenstand von Einwänden. Letztlich blieb sie im entscheidenden Spruchkörper, was bedeutet, dass sie über das weitere Schicksal des Referats von Richter Łubowski entscheiden wird. Der stellvertretende Leiter des Justizministeriums, Dariusz Mazur, betonte in den Medien, dass das Ministerium keinen Einfluss auf die internen Verfahren des Gerichts und die Zuteilung von Fällen habe. Zbigniew Ziobro selbst kommentierte die Vorgänge am Gericht scharf, nannte sie eine „Absprache“ und beschuldigte das Bezirksgericht, unter der Diktatur von Richter Waldemar Żurek zu handeln. Die polnische Justizreform der Jahre 2015-2023 wurde zum Auslöser eines langwierigen Konflikts mit den Institutionen der Europäischen Union, der sich um die richterliche Unabhängigkeit und die Nominierungsverfahren für die ordentlichen Gerichte konzentrierte. Die Dynamik der Ereignisse deutet auf eine tiefe Spaltung innerhalb der juristischen Gemeinschaft hin. Einerseits strebt die Staatsanwaltschaft eine schnelle Bearbeitung des Antrags auf EHB an, andererseits stoßen die justiziellen Mechanismen auf Barrieren, die aus früheren Streitigkeiten über den Status von Richtern resultieren. Das Ergebnis dieses Konflikts wird nicht nur für Zbigniew Ziobro selbst, sondern auch für die Standards im Umgang mit Personen, die früher höchste staatliche Ämter bekleideten, grundlegende Bedeutung haben. Die Prüfung des EHB-Falls bleibt derzeit bis zur endgültigen Klärung der Frage des entscheidenden Spruchkörpers ausgesetzt. 10 lutego — Antrag auf EHB für Ziobro gestellt Zeitleiste des EHB-Streits: 10. Februar 2026 — Antrag auf EHB; 16. Februar 2026 — Rücktritt Łubowskis; 17. Februar 2026 — Entscheidung bezüglich Richterin Stasiów; 18. Februar 2026 — Weitere Verfahren
Mentioned People
- Zbigniew Ziobro — Ehemaliger Justizminister, Vorsitzender der Suwerenna Polska, Verdächtiger im Fall des Justizfonds.
- Dariusz Łubowski — Richter am Bezirksgericht in Warschau, für den EHB-Fall bestimmt.
- Dariusz Mazur — Stellvertretender Justizminister, der die Situation am Gericht kommentierte.
- Waldemar Żurek — Richter, den Ziobro als Person mit angeblichem Einfluss auf Gerichtsentscheidungen nannte.