Die französischen Behörden führen parallel Ermittlungen in zwei getrennten Mordfällen an Frauen, die vorläufig als Tötungsdelikte durch den Partner eingestuft werden. Der erste Vorfall ereignete sich in Ailly-sur-Noye im Département Somma, wo eine 28-jährige Frau durch einen Schuss starb. Die zweite Tragödie spielte sich in Les Lilas bei Paris ab, wo eine 29-jährige Frau mit Hammer und Messer getötet wurde.

Mord in Somma

In der Ortschaft Ailly-sur-Noye wurde eine 28-jährige Frau tödlich angeschossen. Ihr 31-jähriger Partner wurde festgenommen und befindet sich in polizeilichem Gewahrsam (garde à vue).

Brutaler Mord in Les Lilas

In einer Wohnung im Pariser Vorort Les Lilas wurde die Leiche einer 29-jährigen Frau mit zahlreichen Verletzungen durch Hammer und Messer aufgefunden. Ihr 29-jähriger Partner wurde festgenommen, der dort mit seinen Eltern wohnte.

Einstufung als Femizide

Beide Fälle befinden sich in der Anfangsphase der Ermittlungen, doch französische Medien und Ermittler stufen sie als Fälle von Tötung durch den Partner (féminicide par conjoint) ein.

Fortsetzung eines besorgniserregenden Trends

Die Ereignisse reihen sich in eine Serie tragischer Fälle der letzten Tage ein und lenken die Aufmerksamkeit erneut auf das Problem häuslicher Gewalt in Frankreich.

Die französischen Behörden führen parallel Ermittlungen in zwei Mordfällen an Frauen, die vorläufig als Tötungsdelikte durch den Partner eingestuft werden. Die erste Tragödie ereignete sich in der Ortschaft Ailly-sur-Noye im Département Somma im Norden des Landes. Eine 28-jährige Frau starb durch einen Schuss aus einer Schusswaffe. Die Ermittlungen in dieser Sache führt die Staatsanwaltschaft in Amiens, und der 31-jährige Partner des Opfers wurde festgenommen und befindet sich in polizeilichem Gewahrsam (garde à vue). Die Behörden gaben keine Einzelheiten zum Motiv oder zu den Umständen bekannt, unter denen die Waffe verwendet wurde. Der zweite Mord ereignete sich in Les Lilas, einem Vorort von Paris, im Département Seine-Saint-Denis. Die Leiche einer Frau wurde in einer Wohnung mit zahlreichen Verletzungen durch Hammer und Messer aufgefunden. Das Opfer ist eine 29-jährige Frau, und der Verdächtige der Tat ist ihr 29-jähriger Partner. Der Mann wurde festgenommen und in eine Polizeidienststelle gebracht. Nach ersten Berichten fand das Ereignis im Haus der Eltern des Mannes statt, wo das Paar lebte. Französische Medien berichten über diesen Fall als „Féminicide aux Lilas : une femme tuée à coups de marteau et de couteau” (Femizid in Les Lilas: Frau mit Hammer und Messer getötet) — Le Parisien. Die Ermittlungen im Fall von Les Lilas werden von der Staatsanwaltschaft in Bobigny geführt, und Beamte haben den Tatort zur Sicherung von Beweismitteln abgesperrt. Das Problem der Tötungen von Frauen durch Partner (sogenannte Féminicides) ist in Frankreich nach einer Reihe aufsehenerregender Fälle Ende der 2010er Jahre zu einem Schlüsselthema der öffentlichen Debatte geworden. Als Reaktion kündigte die Regierung 2019 einen "großen nationalen Kampf" gegen häusliche Gewalt an, der zu einem Reformpaket führte, darunter die Einführung elektronischer Armbänder für Täter, die die Annäherung verbieten. Dennoch bleiben die Statistiken besorgniserregend. Diese beiden Ereignisse vom 23. Februar sind Teil eines breiteren, tragischen Trends. Einige Tage zuvor, am 21. Februar, ordnete ein Gericht Untersuchungshaft für einen Mann im Département Seine-et-Marne an, der gestanden hatte, seine Ex-Partnerin auf besonders brutale Weise ermordet zu haben. Diese Serie von Ereignissen lenkt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erneut auf die Wirksamkeit der Maßnahmen zum Schutz von Opfern häuslicher Gewalt. 94 — Frauen starben 2023 in Frankreich durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners laut offiziellen Statistiken des französischen Innenministeriums. Im Jahr 2024 lag die Zahl auf einem ähnlichen Niveau, obwohl vollständige Daten für dieses Jahr noch nicht vorliegen. Frauenorganisationen wie Collectif Féminicides par Compagnons ou Ex führen seit Jahren Kampagnen für strengere Strafen und eine Verbesserung des Systems zum Schutz vor häuslicher Gewalt durch. Kriminologie-Experten weisen darauf hin, dass in vielen Mordfällen frühere Signale von Gewalt vorausgingen, die vom System nicht angemessen erkannt wurden. Häusliche Gewalt in Frankreich in Zahlen: Anzeigen häuslicher Gewalt pro Jahr: 220.000 → 245.000; Festnahmen von Männern wegen Mordverdachts an Partnerin: 2019: ~100 → 2023: ~100; Vorläufige Festnahmen (garde à vue) in häuslichen Angelegenheiten: keine Daten → mehrere tausend monatlich Das französische Rechtssystem sieht strenge Strafen für qualifizierte Morde vor, einschließlich Tötungsdelikten im häuslichen Bereich, doch Nichtregierungsorganisationen appellieren an eine bessere Schulung von Polizisten und Staatsanwälten bei der Identifizierung von Gefahren. Der Druck auf die Anwendung präventiver Maßnahmen wie Räumungsverfügungen oder Kontaktverbote zum Opfer nimmt ebenfalls zu. Dennoch zeigt die jüngste Ereignisse, dass das System immer noch nicht in der Lage ist, alle Tragödien zu verhindern.