Der Ehrenpräsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hat einen Sturm im deutschen Fußball entfacht, indem er scharf den Einfluss von Fußballagenten auf Vertragsverhandlungen kritisierte. Der unmittelbare Grund für den Ärger des Funktionärs waren die sich hinziehenden Gespräche mit Abwehrspieler Dayot Upamecano. Obwohl der Spieler letztlich einen neuen Vertrag unterschrieb, warf Hoeneß seinen Vertretern vor, versucht zu haben, Provisionen zu erpressen und den Preis des Spielers zu manipulieren. Branchenexperten und Agenten, darunter Jörg Neblung, weisen diese Vorwürfe zurück und bezeichnen sie als Ausdruck von Populismus.

Angriff auf Agenten

Uli Hoeneß warf Managern finanziellen Erpressungsversuch und absichtliche Behinderung der Verhandlungen über Dayot Upamecano vor.

Vertragsoffensive

Der FC Bayern München kündigt einen radikalen Kurswechsel gegenüber Vermittlern an und strebt eine Begrenzung der Zahlungen für Provisionen an.

Branchenreplik

Agent Jörg Neblung weist die Vorwürfe zurück, bezeichnet sie als Populismus und verweist auf die Verantwortung der Spieler selbst für ihre Entscheidungen.

Der Konflikt zwischen dem FC Bayern München und der Managerbranche hat sich nach den jüngsten Äußerungen von Uli Hoeneß verschärft. Der Ehrenpräsident des Vereins kritisierte in einer emotionalen Rede die Mechanismen des Transfermarktes. Der Zündfunke waren die Verhandlungen mit Dayot Upamecano, der seinen Vertrag bis 2030 verlängerte. Laut dem Funktionär hätten die Agenten des Spielers den Prozess absichtlich verzögert, um den Preis in die Höhe zu treiben oder einen Wechsel zu einem anderen Verein zu erzwingen, und dabei hohe Zahlungen für Handgeld erwartet. Hoeneß kündigte an, dass der Verein sich nicht finanziell erpressen lasse und den Kampf gegen die wachsende Macht der Vermittler aufnehmen werde.

Die Beziehungen zwischen dem FC Bayern München und Fußballagenten sind seit Jahrzehnten angespannt; bereits in den 90er Jahren war der Verein für seine harte Verhandlungshaltung bekannt und geriet oft in öffentliche Auseinandersetzungen mit den einflussreichsten Managern Europas. Auf diese Vorwürfe reagierte Jörg Neblung, ein bekannter Fußballagent, der die Worte des Präsidenten als „reinen Populismus” bezeichnete. Neblung wies darauf hin, dass Vereine Agenten oft als Sündenböcke benutzten, wenn sie ihre eigenen Bedingungen nicht schnell durchsetzen könnten. Er betonte auch, dass letztlich der Spieler und nicht der Agent die Entscheidung über die Vertragsunterzeichnung treffe. In die Debatte schaltete sich auch Matthias Sammer ein, der sogar die Abschaffung des Berufs des Vermittlers forderte. Diese Situation zeigt die tiefe Spaltung im deutschen Sport bezüglich der Verteilung der Gewinne aus Transfers und der Rolle Dritter im Profifußball.

„Im Fall von Upamecano wollten die Agenten entweder den Preis bei uns in die Höhe treiben oder ihn zu einem anderen Verein drängen, und als Dank sollten wir ihnen auch noch zahlen.” — Uli Hoeneß 2030 — bis zu diesem Jahr gilt Upamecanos neuer Vertrag Experten prognostizieren, dass die Haltung des FC Bayern zu langfristigen Veränderungen in der Vertragsverhandlungspraxis der Bundesliga führen könnte. Der Münchner Gigant will die Ausgaben für Provisionen begrenzen, die in den letzten Jahren drastisch gestiegen sind. Obwohl der Fall Upamecano sportlich erfolgreich endete, bleibt ein bitterer Nachgeschmack nach dem öffentlichen Schlagabtausch. Andere Vereine beobachten diesen Streit genau und fragen sich, ob der radikale Ansatz der Bayer ihre Möglichkeiten, in Zukunft neue Talente zu verpflichten, negativ beeinflussen könnte. Liberale Medien betonen oft die Marktfreiheit und das Recht der Spieler auf professionelle Vertretung in Streitigkeiten mit mächtigen Vereinen. | Konservative Kommentare weisen auf die Gier von Agenten und die Notwendigkeit hin, traditionelle Werte und Sportbudgets vor Ausbeutung zu schützen.

Mentioned People

  • Uli Hoeneß — Ehrenpräsident des FC Bayern München, bekannt für kompromisslose Äußerungen zu sportlichen und finanziellen Themen.
  • Dayot Upamecano — Französischer Verteidiger des FC Bayern München, dessen Vertragsverlängerungsprozess zum Auslöser des Konflikts wurde.
  • Jörg Neblung — Deutscher Fußballvermittler, der die Haltung der Bayern-Führung kritisiert.
  • Matthias Sammer — Ehemaliger Fußballspieler und Funktionär, Berater von Borussia Dortmund, Befürworter radikaler Beschränkungen für Agenten.