Kulturministerin Rachida Dati ist offiziell von ihrem Amt zurückgetreten, um sich vollständig auf den Wahlkampf vor den Kommunalwahlen in Paris zu konzentrieren. Die am 25. Februar 2026 verkündete Entscheidung fällt knapp drei Wochen vor der ersten Wahlrunde. Dati, die die Rechte vertritt, wird sich in der Hauptstadt starker Konkurrenz stellen, darunter Emmanuel Grégoire, in einer Atmosphäre wachsender politischer Spannungen und Kontroversen um die Stadtfinanzen.
Rücktritt der Kulturministerin
Rachida Dati tritt aus der Regierung zurück, um in den anstehenden Kommunalwahlen um das Bürgermeisteramt von Paris zu kämpfen.
Finanzkrise in Paris
Ein Bericht des Institut Montaigne enthüllt eine Verschuldung der Hauptstadt von über 10 Mrd. Euro und eine schlechte Bewertung des Stadtmanagements.
Spannungen und Aggression im Wahlkampf
Angriffe auf Journalisten von LFI sowie Vandalismus in Abgeordnetenbüros in Marseille verschärfen den politischen Streit.
Politische Wechsel in den Regionen
In Bordeaux engagiert sich der bekannte Fußballer Johan Micoud auf Seiten eines unabhängigen Kandidaten in der Politik.
Rachida Dati, bisherige Kulturministerin und eine der markantesten Persönlichkeiten im Kabinett von Sébastien Lecornu, hat das Ende ihrer Mission im Ministerium verkündet. In einem Auftritt beim Sender BFMTV betonte sie, dass der Kampf um Paris die „Lebensaufgabe ihres Lebens” sei. Dieser Rücktritt war von Kommentatoren erwartet worden, seit sie ihre Kandidatur für die Bürgermeisterwahlen angekündigt hatte, doch der Zeitpunkt des Austritts erfolgte kurz vor dem entscheidenden Duell im März. Präsident Emmanuel Macron nahm den Rücktritt an, was den Weg für eine teilweise Neubesetzung des Ministerrats ebnet, insbesondere nach dem jüngsten Weggang von Amélie de Montchalin zum Cour des comptes. Der Wahlkampf in Paris tritt in eine Phase brutaler Konfrontation ein. Der Hauptgegner der Linken, Emmanuel Grégoire, warf Dati vor, rückwärtsgewandte Kräfte zu vertreten, und verglich ihre Rhetorik mit den Methoden von Donald Trump. Gleichzeitig wird die Lage durch die radikale Haltung von La France insoumise verkompliziert, deren Vertreterin Sophia Chikirou einen Skandal mit brutalen Angriffen auf Journalisten auslöste, indem sie sie als „Nazis auf kleinen Füßen” bezeichnete. Die Atmosphäre wird durch die Veröffentlichung eines Berichts des Institut Montaigne angeheizt, der vor dem dramatischen Zustand der Finanzen der Hauptstadt warnt und auf eine gigantische Verschuldung von zehn Milliarden Euro hinweist. Das französische Zweirunden-Wahlsystem bei Kommunalwahlen belohnt die Fähigkeit, zwischen der ersten und zweiten Runde Koalitionen zu bilden, was historisch über die Macht in Schlüsselmetropolen wie Paris, Lyon oder Marseille entschieden hat. Auch außerhalb von Paris gibt es in anderen Städten Brennpunkte. In Marseille kam es zu Vandalismus im Büro der Mitte-rechts-Kandidatin Martine Vassal, wo Drohschriften mit Todesdrohungen auftauchten. In Bordeaux erhielt der Wahlkampf neuen Schwung durch den Beitritt des ehemaligen französischen Nationalspielers Johan Micoud zur Liste des parteilosen Kandidaten Philippe Dessertine. Im ganzen Land werden diese Wahlen als Test für die Unterstützung des Präsidentenblocks und als Maßstab für die Stärke der extremen Rechten und der vereinten Linken vor künftigen landesweiten Wahlen gesehen. „J’ai remis ma démission ce matin au président de la République.” (Ich habe heute Morgen meinen Rücktritt beim Präsidenten der Republik eingereicht.) — Rachida Dati
Mentioned People
- Rachida Dati — Zurückgetretene französische Kulturministerin, Kandidatin für das Bürgermeisteramt von Paris.
- Emmanuel Grégoire — Hauptsozialistischer Konkurrent von Dati bei den Wahlen in Paris.
- Sophia Chikirou — Abgeordnete von LFI, Kandidatin für das Bürgermeisteramt von Paris, bekannt für kontroverse Äußerungen.
- Emmanuel Macron — Präsident von Frankreich.