Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Christophe Leribault zum neuen Direktor des Louvre ernannt. Die Ernennung erfolgte nur einen Tag nach dem Rücktritt von Laurence des Cars, die im Schatten zahlreicher Skandale zurücktrat. Vor dem neuen Chef, der bisher den Palast von Versailles leitete, steht die Aufgabe, das Vertrauen in eine Institution wiederherzustellen, die mit Sicherheitsproblemen, Infrastruktur und einem spektakulären Diebstahl von Kronjuwelen im Wert von über 80 Millionen Euro zu kämpfen hat.
Blitzschneller Wechsel an der Spitze
Christophe Leribault ersetzte Laurence des Cars nur 24 Stunden nach ihrem Rücktritt, um eine weitere Destabilisierung des Museums zu verhindern.
Sicherheit hat Priorität
Der neue Chef muss neue Verfahren nach dem Diebstahl von Kronjuwelen im Wert von über 100 Millionen USD einführen.
Fortsetzung der großen Reform
Leribault übernimmt das Milliarden-Euro-Projekt 'Nouvelle Renaissance', das unter anderem einen neuen Saal für die Mona Lisa umfasst.
Kampf gegen Betrug
Die Institution muss sich mit dem aufgedeckten Mechanismus der Ticketfälschung auseinandersetzen, der das Museum 10 Millionen Euro kostete.
Der Pariser Louvre, das meistbesuchte Museum der Welt, geht unter die Leitung von Christophe Leribault. Die Entscheidung von Präsident Emmanuel Macron, die Position blitzschnell zu besetzen, zielt darauf ab, die Situation in einer Institution zu stabilisieren, die seit Monaten mit einer beispiellosen Imagekrise kämpft. Christophe Leribault ist ein erfahrener Kurator und Kunsthistoriker, spezialisiert auf die Malerei des 18. Jahrhunderts, der zuvor erfolgreich das Musée d'Orsay und den Palast von Versailles leitete. Der direkte Grund für den Rücktritt seiner Vorgängerin, Laurence des Cars, war eine Reihe von Versäumnissen, die die Glaubwürdigkeit der Direktion untergruben. Der schwerwiegendste Vorfall war der dreiste Überfall vom 19. Oktober 2025, bei dem Täter auf Rollern flüchteten und Kronjuwelen im Wert von fast 100 Millionen Dollar stahlen. Zur Liste der Probleme kamen auch Verdachtsmomente auf systematischen Ticketbetrug in Höhe von 12 Millionen Dollar, zahlreiche wassertechnische Störungen, die die Sammlungen gefährdeten, sowie Personalproteste zu den Arbeitsbedingungen hinzu. Leribault muss nun eine Modernisierung unter dem Motto „Louvre – Nouvelle Renaissance” durchführen, die auch den umstrittenen Plan umfasst, die Mona Lisa in einen separaten Saal zu verlegen. Das Louvre-Gebäude diente jahrhundertelang als königliche Residenz, bevor es 1793, zur Zeit der Französischen Revolution, in ein Nationalmuseum umgewandelt wurde und zu einem Symbol der französischen kulturellen Identität wurde. Der neue Direktor wird von der Regierung als „stabile Hand” angesehen, die in der Lage ist, die Stimmung unter der Belegschaft und in der Öffentlichkeit zu beruhigen. Die Herausforderung ist umso größer, als das Museum für Millionen von Touristen während der geplanten Renovierungen im Wert von fast einer Milliarde Euro geöffnet bleiben muss. Leribault, bekannt für seine Fähigkeit, Ausstellungsflächen neu zu organisieren, muss beweisen, dass er den konservativen Denkmalschutz mit modernen Sicherheitsanforderungen und dem Massentourismus vereinen kann. „La priorité de Leribault sera de renforcer la sûreté et la sécurité du bâtiment, des collections, et des personnes, de restaurer un climat de confiance, et de porter ces transformations nécessaires pour le musée.” (Die Priorität von Leribault wird es sein, die Sicherheit des Gebäudes, der Sammlungen und der Personen zu stärken, ein Klima des Vertrauens wiederherzustellen und diese notwendigen Transformationen für das Museum voranzutreiben.) — Maud Bregeon
Mentioned People
- Christophe Leribault — Neuer Direktor des Louvre, ehemaliger Leiter von Versailles und des Musée d'Orsay.
- Laurence des Cars — Ehemalige Direktorin des Louvre, die im Februar 2026 zurücktrat.
- Maud Bregeon — Sprecherin der französischen Regierung, die die Ernennung bekannt gab.