Der Präsident des Amtes für Wettbewerb und Verbraucherschutz hat ein Aufklärungsverfahren gegen die Polnischen Energienetze eingeleitet. Die Kontrolle soll klären, ob der staatliche Übertragungsnetzbetreiber seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Grundlage des Eingriffs sind zahlreiche Beschwerden von Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energiequellen, die auf Unregelmäßigkeiten bei Entschädigungen für zentral angeordnete Abschaltungen von Anlagen in Zeiten von Stromüberangebot sowie auf den Verdacht der Begünstigung ausgewählter Marktteilnehmer hinweisen.
Vorwurf des Missbrauchs marktbeherrschender Stellung
UOKiK untersucht, ob PSE seine monopolistische Stellung als Betreiber nutzt, um ausgewählte Energieerzeuger unfaire zu behandeln.
Prüfung der Entschädigungen für erneuerbare Energien
Das Amt wird die Richtigkeit der Berechnung von Entschädigungen für nicht produzierte Energie während erzwungener Netzabschaltungen überprüfen.
Verdacht der Begünstigung
Gegenstand der Untersuchung ist die Prüfung, ob die Umverteilungsmechanismen nicht staatliche Erzeuger auf Kosten des privaten Sektors begünstigen.
Das Amt für Wettbewerb und Verbraucherschutz (UOKiK) hat rechtliche Schritte eingeleitet, um die Tätigkeit von Polnischen Energienetzen zu durchleuchten. Das Verfahren konzentriert sich auf den Mechanismus der nicht-marktlichen Umverteilung von Erzeugungseinheiten für erneuerbare Energien. In den letzten Monaten hat PSE aufgrund der begrenzten Aufnahmefähigkeit des nationalen Stromsystems an sonnigen und windigen Tagen zunehmend die Abschaltung erneuerbarer Quellen angeordnet. Branchenunternehmen warnen jedoch, dass dieser Prozess nicht transparent sei und die dafür gezahlten finanziellen Entschädigungen möglicherweise zu niedrig angesetzt oder diskriminierend vergeben würden. Die vom Regulierer durchgeführte Analyse soll überprüfen, ob PSE nicht durch die Begünstigung bestimmter Energieerzeuger auf Kosten kleinerer Akteure gegen Kartellvorschriften verstoßen hat. Ein Schlüsselelement der Untersuchung wird die Prüfung der Verfahren zur Qualifizierung von Anlagen für Einschränkungen sowie der Methode zur Berechnung der Verluste der Eigentümer von Photovoltaik- und Windparks sein. Die Beschwerden betreffen unter anderem das Fehlen klarer Kriterien für die Auswahl von Einheiten zur Abschaltung in Krisensituationen. Das Amt wird auch prüfen, ob der Betreiber Modernisierungsprozesse des Netzes nicht unnötig verzögert hat, was indirekt eine häufigere Anwendung von Einschränkungen bei der Produktion sauberer Energie erzwungen haben könnte. Das polnische Stromversorgungssystem kämpft seit Jahren mit einer unzureichenden Anzahl von Energiespeichern und einer veralteten Übertragungsinfrastruktur, was bei dem rasanten Anstieg der Leistung aus erneuerbaren Energien zu immer häufigeren Konflikten zwischen Betreiber und Erzeuger führt. Erste Feststellungen deuten darauf hin, dass die Zahl der Beschwerden von privaten Akteuren im Bereich der erneuerbaren Energien Anfang 2026 drastisch angestiegen ist. Branchenorganisationen betonen, dass die Unvorhersehbarkeit von Abschaltungen und die undurchsichtige Entschädigungspolitik die Rentabilität von Investitionen beeinträchtigen, was das Tempo der Energiewende des Landes bremsen könnte. UOKiK hat angekündigt, dass das Verfahren im derzeitigen Stadium aufklärerischen Charakter hat und in der Sache, nicht gegen bestimmte Personen geführt wird. Sollten sich jedoch die Vorwürfe des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung bestätigen, könnte gegen den staatlichen Giganten eine Geldbuße von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes verhängt werden.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen den Fehler im Management des Staatsunternehmens und den Schaden für das private Geschäft mit erneuerbaren Energien. Konservative Medien unterstreichen die Notwendigkeit, die Systemstabilität zu schützen, und die schwierige Rolle des staatlichen Betreibers.