Krakau steht vor wegweisenden infrastrukturellen Entscheidungen. Die Regionale Direktion für Umweltschutz (RDOŚ) hat die lang erwartete Umweltgenehmigung für den Bau einer neuen Startbahn am Flughafen Krakau erteilt. Gleichzeitig erhielt die Stadt ein analoges Dokument für die erste Premetro-Linie, während jedoch Kontroversen um die Finanzierung des U-Bahn-Projekts und die politische Zukunft von Bürgermeister Aleksander Miszalski zunehmen. Im Hintergrund modernisieren Breslau und Tschenstochau ihre Busflotten und bringen Dutzende moderne Fahrzeuge in Betrieb.
Entscheidung für Flughafen Balice
Die RDOŚ erteilte die Genehmigung für den Bau einer neuen Startbahn, was für den weiteren Betrieb des Krakauer Flughafens entscheidend ist.
Streit um U-Bahn-Finanzierung
Der Krakauer Bürgermeister erklärt, 10 Mrd. Złoty aus dem Staatshaushalt zu beschaffen, was von Vertretern der Zentralregierung in Frage gestellt wird.
Modernisierung des MPK Breslau
In die Hauptstadt Niederschlesiens kamen Dutzende neuer Mercedes-Busse, die die ältesten Einheiten in der Flotte ersetzen.
Politische Spannungen unter der Wawel-Burg
Der Konflikt um Bürgermeister Miszalski verschärft sich; Opposition und Teile der Bürger streben die Organisation eines Abberufungsreferendums an.
Die letzten Tage brachten eine Reihe entscheidender Weichenstellungen für die Verkehrsinfrastruktur Krakaus, die die Entwicklung der Stadt für die kommenden Jahrzehnte prägen könnten. Das wichtigste Ereignis ist die Erteilung der Umweltgenehmigung durch die Regionale Direktion für Umweltschutz (RDOŚ) für den Bau einer neuen Startbahn am Flughafen Balice. Diese Investition, die als entscheidend für die Sicherheit und Kapazität des größten Regionalflughafens Polens gilt, stieß seit Jahren auf Widerstand von Teilen der Anwohner und auf verfahrenstechnische Probleme. Die neue Startbahn soll die derzeit genutzte, sanierungsbedürftige Bahn ersetzen. Obwohl die Entscheidung den Weg für die Bauarbeiten ebnet, dämpfen Vertreter des Flughafens die Euphorie und weisen darauf hin, dass noch die Baugenehmigung eingeholt werden muss und potenzielle Berufungen von Umweltorganisationen bevorstehen. Parallel dazu fiel in der Stadt selbst eine ebenso wichtige Entscheidung für den Schienenverkehr. Die RDOŚ genehmigte die Umweltauflagen für den Bau der zentralen Etappe des Krakauer Premetros. Dieses Projekt, das Ost- und Westviertel mit einem Tunnel unter der Altstadt verbindet, löst jedoch erhebliche politische Emotionen aus. Bürgermeister Aleksander Miszalski kündigte an, die Stadt könne mit einer staatlichen Unterstützung von 10 Milliarden Złoty für den Bau einer klassischen U-Bahn anstelle des Premetros rechnen. Diese Erklärung löste eine sofortige Reaktion von Vizeministern der Regierung aus, die die Existenz verbindlicher Finanzzusagen in dieser Größenordnung bestritten. Die Verwirrung um die Finanzmittel fällt mit einem wachsenden politischen Druck auf den amtierenden Bürgermeister zusammen, gegen den Forderungen nach einem Abberufungsreferendum erhoben werden. Auch der ehemalige Bürgermeister Jacek Majchrowski äußerte sich und bezeichnete die Referendumsinitiative als politische Hatz und stellte die Sinnhaftigkeit des U-Bahn-Baus in der derzeitigen Form in Frage. Der Bau einer zweiten Startbahn in Balice war seit 2016 geplant, doch das Verfahren wurde 2022 vom Obersten Verwaltungsgerichtshof aus formalen Gründen blockiert, was den Flughafen zur Neuerstellung des Umweltberichts zwang.Während Krakau mit großen strategischen Projekten ringt, setzen andere polnische Metropolen auf die Modernisierung ihres Fuhrparks. Breslau präsentierte eine Flotte von fast 60 neuen Mercedes-Benz Conecto-Bussen, die Teil einer umfassenden Erneuerung des dortigen städtischen Verkehrsbetriebs (MPK) ist. Tschenstochau wiederum brachte 10 moderne Elektrobusse der Marke Solaris, darunter Gelenkbusse, in Betrieb, was in den Trend der Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs passt. Trotz der Unterschiede im Umfang und Charakter dieser Investitionen zeigen sie alle den starken Druck der Kommunen, die Mobilität der Bürger zu verbessern und gleichzeitig strenge Umweltschutzanforderungen zu berücksichtigen. Die ersten Pläne für den Bau einer U-Bahn in Krakau reichen bis in die 1970er Jahre zurück, und 2014 sprachen sich die Bürger in einem lokalen Referendum für dieses Projekt aus, obwohl bis heute kein Spatenstich erfolgt ist.„To historyczna chwila, na którą mieszkańcy Krakowa czekali od dziesięcioleci. Decyzja środowiskowa przybliża nas do realizacji sprawnego transportu podziemnego.” — Bürgermeister von Krakau, Initiator der Beschleunigung der U-Bahn-Arbeiten.Die politische Lage in Krakau bleibt dynamisch. Donald Tusk unterstützte Bürgermeister Miszalski öffentlich und deutete an, dass Versuche seiner Abberufung von der parlamentarischen Opposition gesteuert würden. Gleichzeitig gab es in den Medien Spekulationen über eine Rückkehr von Bogdan Klich in die Lokalpolitik als potenzieller Kandidat bei vorgezogenen Wahlen, was der Betroffene bisher dementiert. Der Streit um die U-Bahn ist damit nicht nur eine ingenieurtechnische Frage, sondern zum Hauptschlachtfeld um den Einfluss in der Hauptstadt Kleinpolens geworden, wo Stimmen über fehlende reale Mittel aus dem Staatshaushalt die Unterstützung für den derzeitigen Stadtoberhaupt beeinflussen könnten.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen den wegweisenden Charakter der Umweltentscheidungen und die Unterstützung von Donald Tusk für die derzeitigen Krakauer Behörden als Garantie für die Entwicklung. Konservative Medien werfen Bürgermeister Miszalski Manipulation in der Angelegenheit der 10 Mrd. Złoty von der Regierung vor und unterstreichen die wachsende Unzufriedenheit der Bürger.
Mentioned People
- Aleksander Miszalski — Bürgermeister von Krakau, Initiator der Beschleunigung der U-Bahn-Arbeiten.
- Jacek Majchrowski — Langjähriger, ehemaliger Bürgermeister von Krakau, Kritiker der derzeitigen Investitionspläne.
- Bogdan Klich — Politiker, der im Zusammenhang mit einer möglichen Kandidatur bei Wahlen in Krakau genannt wird.
- Donald Tusk — Ministerpräsident Polens, der dem Krakauer Bürgermeister politische Unterstützung gewährt.