Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, erklärte ihre Absicht, ihr Amt bis zum geplanten Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 auszuüben. Ihre Erklärung ist eine direkte Antwort auf Medienberichte, die eine vorzeitige Amtsaufgabe nahelegten. Die Diskussion gewann an Fahrt nach der Veröffentlichung des "Financial Times", der auf politischen Druck im Zusammenhang mit den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich und dem Wunsch, Nominierungen durch populistische Gruppierungen zu vermeiden, hinwies.

Erklärung zur Fortsetzung der Mission

Christine Lagarde bestätigte, dass ihr Basisszenario die Beendigung der vollen Amtszeit bis Oktober 2027 ist.

Reaktion auf mediale Gerüchte

Die EZB-Chefin bezeichnete die Berichte über ihren Rücktritt als Spekulationen, auf die sie nicht direkt antworten wolle.

Position der deutschen Regierung

Minister Lars Klingbeil kündigte an, dass Deutschland bei der Wahl des künftigen EZB-Nachfolgers ein entscheidendes Wort mitreden werde.

Die Chefin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde gab dem "The Wall Street Journal" ein Interview, in dem sie sich eindeutig zu kursierenden Gerüchten über ihren Rücktritt äußerte. Sie erklärte, ihr "Basisszenario" bleibe die Erfüllung des achtjährigen Mandats. Christine Lagarde betonte, dass die Bank in den letzten sieben Jahren viel zur Preisstabilisierung erreicht habe, dieser Prozess erfordere jedoch eine Konsolidierung. Die Spekulationen über einen Rücktritt hatten einen politischen Hintergrund – es wurde angedeutet, Lagarde könnte früher zurücktreten, um dem amtierenden französischen Präsidenten, Emmanuel Macron, zu ermöglichen, vor den kommenden Wahlen in Frankreich einen pro-europäischen Nachfolger zu benennen. Die Europäische Zentralbank wurde 1998 durch den Vertrag von Maastricht gegründet, und ihre Hauptaufgabe ist die Wahrung der Preisstabilität im Euroraum, was für den Zusammenhalt der Währungsunion entscheidend ist. Auch der deutsche Bundesfinanzminister Lars Klingbeil äußerte sich zur Situation und nannte die Berichte über einen Rücktritt der EZB-Chefin reine Spekulationen. Er betonte jedoch, dass Deutschland bei der anstehenden Nachfolge aktiv mitwirken werde. Stimmen aus dem Markt deuten an, dass eine mögliche Übernahme der Leitung des Weltwirtschaftsforums in Davos durch Lagarde nur eine von vielen erwogenen Zukunftsoptionen sei, aber keinen aktuellen Aktionsplan darstelle. Die personelle Stabilität in Frankfurt wird derzeit als Schlüsselelement für die Glaubwürdigkeit der Gemeinschaftswährung angesichts globaler wirtschaftlicher Turbulenzen angesehen. „Wenn ich auf all diese Jahre zurückblicke, denke ich, dass wir sehr viel erreicht haben. Wir müssen das jetzt konsolidieren, um sicherzustellen, dass die Fundamente solide und zuverlässig sind.” — Christine Lagarde Amtszeiten der EZB-Präsidenten: Wim Duisenberg: 5, Jean-Claude Trichet: 8, Mario Draghi: 8, Christine Lagarde (Plan): 8 Schlüsseltermine für die EZB-Führung: 1. November 2019 — Beginn der Amtszeit von Christine Lagarde; April 2027 — Präsidentschaftswahlen in Frankreich; 31. Oktober 2027 — Formales Ende der Amtszeit Lagardes Liberale Medien betonen die Notwendigkeit, die Unabhängigkeit der EZB vor dem Einfluss der extremen Rechten in Frankreich zu schützen. | Konservative Medien konzentrieren sich auf die politischen Kalkulationen Macrons und Versuche, die Besetzung von EU-Posten manuell zu steuern.

Mentioned People

  • Christine Lagarde — Präsidentin der Europäischen Zentralbank, ehemalige französische Finanzministerin.
  • Lars Klingbeil — Deutscher Bundesfinanzminister, SPD-Politiker.
  • Luis de Guindos — Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, ehemaliger spanischer Wirtschaftsminister.