Das mächtige Tiefdruckgebiet Oriana, auch Valentinszyklon genannt, hat einen Großteil Italiens lahmgelegt. Die schwierigste Situation herrscht in Kalabrien, wo die Behörden die Ausrufung des nationalen Ausnahmezustands beantragt haben. Heftige Regenfälle führten zum Bruch der Hochwasserschutzdämme am Fluss Crati, was die Evakuierung Hunderter Einwohner erzwang. Eine kritische Lage besteht auch an der Küste in der Nähe Roms, wo hohe Wellen tief gelegene Wohnsiedlungen überfluteten.

Massenevakuierungen im Süden

In Kalabrien mussten über 500 Personen ihre Häuser verlassen, nachdem der Fluss Crati die Dämme durchbrochen und Wohnkomplexe in Cassano allo Ionio überflutet hatte.

Krise an der Küste bei Rom

Mächtige Wellen in Fiumicino und Ostia führten zur Evakuierung von 50 Familien. Meerwasser drang in Wohngebäude ein und zerstörte Eigentum und Infrastruktur.

Ausnahmezustand in Kalabrien

Die Regionalbehörden Kalabriens haben offiziell einen Antrag auf nationalen Ausnahmezustand gestellt und verweisen auf das enorme Ausmaß der Zerstörungen, auch im Archäologischen Park von Sibari.

Die Apenninhalbinsel kämpft mit der zerstörerischen Kraft des Zyklons Oriana, der sintflutartige Regenfälle, stürmische Winde und heftige Sturmfluten brachte. Die dramatischsten Meldungen kommen aus der Region Kalabrien. In der Provinz Cosenza durchbrach der Fluss Crati die Schutzdämme, was zur Überflutung des Komplexes Laghi di Sibari sowie zahlreicher landwirtschaftlicher Betriebe führte. Rettungskräfte evakuierten mit Hubschraubern und Taucherteams über 500 Personen. Schäden wurden auch im Archäologischen Park von Sibari verzeichnet, wo Wasser die Infrastruktur beschädigte und unschätzbare Denkmäler gefährdet. Die Regionalbehörden, die mit den Folgen des Unwetters kämpfen, haben sich offiziell an die Regierung in Rom gewandt, um die Ausrufung des Ausnahmezustands zu beantragen. In der Region Latium traf der Hauptschlag die Küste nahe der Hauptstadt. In Fiumicino an der Tibermündung drang eine mächtige Sturmflut landeinwärts und überflutete Häuser in der Nähe der Klippen und des Ufers. Bürgermeister Mario Baccini ordnete die Zwangsevakuierung von 50 Familien in der Straße Passo della Sentinella an, wo der Wasserstand in den Gebäuden rapide anstieg. Ähnliche Szenen spielten sich in Ostia ab, wo Winde mit Geschwindigkeiten von 70 km/h und Wellen über 3 Meter Höhe die Küstenpromenaden in Schlammbäche verwandelten. Die tragische Bilanz des Unwetters wird durch die Meldung über den Tod eines Mannes in Formello ergänzt, dessen Haus durch einen Erdrutsch in einen Abgrund gestürzt wurde. Die südlichen Regionen Italiens kämpfen aufgrund der Geländebeschaffenheit und der Nähe zum Meer seit Jahrzehnten mit geologischer Instabilität, und ihr Kampf gegen Überschwemmungen reicht bis zu den antiken römischen Meliorationen zurück. Die Inselregionen Sardinien und Sizilien wehren ebenfalls den Wetterangriff ab. Die Feuerwehr griff dort in nur drei Tagen über 2000 Mal ein. Auf Sardinien retteten Taucher in der Nähe von Ittiri fünf Personen, die von einem angeschwollenen Fluss eingeschlossen waren. Obwohl das Zentrum des Zyklons langsam nach Süden zieht, hält der Zivilschutz (Protezione Civile) die gelbe Wetterwarnung für 11 Regionen des Landes aufrecht. Meteorologen warnen, dass, obwohl die extremen Phänomene nachlassen werden, Regenfälle und starker Wind die Einwohner Italiens bis zur Wochenmitte begleiten könnten, was die Stabilisierung der Hochwassersituation erschwert. „Die Situation ist beispiellos. Wir mussten sofort handeln, um Menschenleben vor der Gewalt des Meeres zu retten, das unsere Schutzbarrieren durchbrochen hat.” — Mario Baccini Einsätze der Feuerwehr innerhalb von 72 Stunden: Sardinien: 1000, Sizilien: 647, Kalabrien und Latium: 3532000 — Einsätze der Feuerwehr im ganzen LandDie Medien betonen die Notwendigkeit sofortiger staatlicher Hilfe für die von der Katastrophe betroffenen Regionen und kritisieren die Trägheit bei der Modernisierung der Dämme. | Hervorgehoben werden der Heroismus der Rettungskräfte und die reibungslose Koordination zwischen der Zentralregierung und den lokalen Behörden angesichts des Zyklons.

Mentioned People

  • Mario Baccini — Bürgermeister von Fiumicino, der die dringende Evakuierungsverfügung für Familien aus den überfluteten Ufergebieten unterzeichnete.
  • Roberto Gualtieri — Bürgermeister von Rom, verantwortlich für das Krisenmanagement in der Hauptstadt und die Schließung öffentlicher Parks.
  • Gianpaolo Iacobini — Bürgermeister von Cassano allo Ionio, der die Hilfe nach dem Dammbruch am Fluss Crati koordinierte.