Die deutsche Wirtschaftslandschaft zu Beginn des Jahres 2026 zeigt ein Bild starker Kontraste. Während Giganten wie Allianz und Deutsche Telekom Rekordergebnisse melden, verzeichnet die Europäische Zentralbank erneut einen Jahresverlust. Zugleich zeigen der Bau- und Pharmasektor Anzeichen der Belebung, während die Automobilbranche mit einer Entlassungswelle kämpft, was die optimistischen Prognosen für das Euro-Wachstum überschattet.
Rekordergebnisse von Allianz
Der globale Versicherungsgigant erzielte ein historisches Betriebsergebnis dank einer geringen Anzahl von Schadensfällen und einer Marktstabilisierung.
Erneuter Verlust der EZB
Die Europäische Zentralbank schloss das Jahr 2025 mit einem Verlust, was eine Gewinnausschüttung an die nationalen Zentralbanken unmöglich macht.
Offensive der Deutschen Telekom
Der Konzern plant, bis 2030 25 Millionen Häuser an das Glasfasernetz anzuschließen, nachdem er Rekordumsätze verzeichnet hat.
Krise in der Automobilindustrie
Deutsche Autohersteller kündigen Stellenabbau an, was im Kontrast zum Boom im Rüstungssektor steht.
Deutsche Konzerne aus dem Versicherungs- und Telekommunikationssektor demonstrieren eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegenüber makroökonomischen Turbulenzen. Allianz, der größte Versicherer des Landes, schloss das Jahr 2025 mit einem Rekordbetriebsergebnis von 17,4 Mrd. Euro ab, was auf eine relativ geringe Anzahl von Naturkatastrophenschäden und starke operative Ergebnisse in den Bereichen Sachversicherung und Vermögensverwaltung zurückzuführen ist. Einen ähnlichen Erfolg meldete die Deutsche Telekom, die dank des dynamischen Ausbaus der Glasfaserinfrastruktur und einer starken Position in den USA historische Umsätze erzielte. Der Konzern plant, bis 2030 sein Glasfasernetz auf 25 Millionen Haushalte auszuweiten, was zum Fundament der deutschen Digitalisierung werden soll. Seit 2022 hat die Europäische Zentralbank die Zinsen radikal erhöht, was einerseits die Bilanzen der Zentralbanken belastete, andererseits aber die Rekordinflation infolge der Energiekrise eindämmte.Ein völlig anderes Bild ergibt sich aus dem Finanzbericht der EZB. Die Institution schloss das Jahr erneut mit einem Verlust, was bedeutet, dass die Bundesbank erneut keine Dividende erhält. Präsidentin Christine Lagarde betont jedoch, dass die Verluste eine Nebenwirkung des erfolgreichen Kampfes gegen die Inflation sind, die sich Prognosen zufolge in der Nähe des 2-Prozent-Ziels stabilisiert. Lagarde wies auch auf die Notwendigkeit hin, interne Barrieren in der EU abzubauen, um das Wachstumspotenzial zu stärken, das trotz geopolitischer Risiken auf einem stabilen, markterwartungskonformen Niveau bleibt. Trotz des allgemeinen Optimismus in einigen Branchen kämpft die deutsche Industrie mit strukturellen Problemen. Der Automobilsektor, traditionell der Motor der Wirtschaft, kündigte eine Welle von Massenentlassungen an, die aus der kostspieligen Energiewende und der nachlassenden globalen Nachfrage resultieren. Ein Gegengewicht zu diesen Nachrichten bilden die Pharma- und Verteidigungsbranche, wo das Unternehmen Hensoldt einen beispiellosen Auftragszuwachs im Zusammenhang mit der Modernisierung der Bundeswehr meldet. Der Optimismus kehrt auch in den Wohnungsbau zurück, wo Experten zufolge der konjunkturelle Tiefpunkt erreicht wurde und von EU-Fonds finanzierte Bahninvestitionen das Wachstum in den kommenden Quartalen ankurbeln sollen.„L'economia della zona euro cresce oltre le attese, ma dobbiamo rimuovere le barriere interne per mantenere questo slancio.” (Die Wirtschaft der Eurozone wächst über die Erwartungen hinaus, aber wir müssen die internen Barrieren beseitigen, um diesen Schwung aufrechtzuerhalten.) — Präsidentin der Europäischen Zentralbank, die die Geldpolitik der Eurozone überwacht.
Perspektywy mediów: Liberale und Wirtschaftsmedien betonen die Rekordgewinne der Konzerne als Beweis für die Widerstandsfähigkeit des deutschen Wirtschaftsmodells. Konservative Medien konzentrieren sich auf das Rekorddefizit und die Krise in der Automobilbranche und prophezeien eine Deindustrialisierung.
Mentioned People
- Christine Lagarde — Präsidentin der Europäischen Zentralbank, die die Geldpolitik der Eurozone überwacht.