Die deutsche Partei Alternative für Deutschland steht nach der Aufdeckung eines umfangreichen Systems gegenseitiger Beschäftigung von Familienmitgliedern von Politikern unter heftiger Kritik. Der als „Verwandtenaffäre“ bezeichnete Skandal hat nicht nur bei der Opposition, sondern auch innerhalb der eigenen Parteistrukturen Empörung ausgelöst. Kanzler Merz sowie Politiker von CDU und SPD kündigen eine Überarbeitung des Abgeordnetengesetzes an, um die Praxis der Finanzierung von Familien mit Steuergeldern in Parlamentsbüros zu unterbinden.
Mechanismus der Kreuzbeschäftigung
Politiker der AfD beschäftigen Verwandte ihrer Parteikollegen, was eine legale, aber ethisch fragwürdige Umgehung des Nepotismusverbots im Bundestag ermöglicht.
Scharfe Kritik von CSU und CDU
Markus Söder und Jens Spahn beschuldigen die AfD der Bildung von Clan-Strukturen sowie der fiktiven Beschäftigung von Mitarbeitern mit öffentlichen Geldern.
Ankündigung gesetzlicher Änderungen
Die Regierungskoalition sowie die Union planen eine Verschärfung des Abgeordnetengesetzes, um rechtliche Lücken, die die Bezahlung von Politikerfamilien ermöglichen, endgültig zu schließen.
Aufruhr innerhalb der Parteistrukturen
Mehr als 150 Aktivisten der AfD aus Sachsen-Anhalt fordern Aufklärung und die Einberufung eines außerordentlichen Parteitags, um die Verantwortlichen der Affäre zur Rechenschaft zu ziehen.
Die deutsche politische Bühne ist von einem aufgedeckten Skandal in den Reihen der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) geprägt. Journalistische Untersuchungen und interne Berichte weisen auf die Existenz eines organisierten Nepotismus-Systems hin, das auf sogenannter Kreuzbeschäftigung basiert. Dieser Mechanismus beruht darauf, dass Familienmitglieder eines Parlamentariers in den Büros seiner Parteikollegen angestellt werden, was eine formale Umgehung der Vorschriften ermöglicht, die die direkte Beschäftigung enger Verwandter verbieten. Diese Praxis betrifft sowohl den Bundestag als auch Landtage, unter anderem in Sachsen-Anhalt. Bundestag ist zum Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen über Ethik in der Politik geworden. Die Reaktion der politischen Gegner ist entschlossen. Markus Söder von der CSU verglich das Vorgehen der AfD mit „Clan-Strukturen“ und beschuldigte die Partei zunehmender Radikalisierung und der Behandlung des Staates als eigene Beute. Jens Spahn (CDU) wiederum deutete an, dass es in vielen Fällen nicht nur um Nepotismus, sondern sogar um fiktive Beschäftigung handeln könnte, bei der aus dem Staatshaushalt bezahlte Mitarbeiter tatsächlich keine Aufgaben erfüllen. Die Organisation Transparency International forderte eine sofortige Schließung der rechtlichen Lücken, die dieses moralisch fragwürdige Phänomen ermöglicht haben. Im Jahr 2013 erschütterte ein ähnlicher Skandal, bekannt als „Verwandtenaffäre“, die bayerische CSU, was zu einer erheblichen Verschärfung der Vorschriften für die Beschäftigung von Verwandten durch Abgeordnete in diesem Bundesland führte.Innerhalb der AfD selbst ist eine tiefe Spaltung entstanden. Während Tino Chrupalla versucht, die Angelegenheit als Frage der „Ästhetik“ herunterzuspielen, fordern einige Aktivisten aus Sachsen-Anhalt die Einberufung eines außerordentlichen Parteitags und Konsequenzen für die in den Skandal verwickelten Führungskräfte. Paradoxerweise zeigen trotz der Imagekrise die neuesten Umfragen stabile Unterstützung für die Partei, was Experten mit der hohen Resistenz der Stammwählerschaft gegenüber Berichten über finanzielle Missbräuche der Führung erklären. Nepotismus ist jedoch zum Hauptthema im Superwahljahr geworden. „Die Beschäftigungsverhältnisse bei AfD-Abgeordneten ähneln bereits Clan-Strukturen.” — Markus Söder Das Finanzministerium sowie Vertreter der Regierungskoalition und der oppositionellen Union kündigen schnelle Arbeiten an einer Änderung des Abgeordnetengesetzes an. Ziel ist ein vollständiges Verbot der Beschäftigung von Verwandten zweiten Grades sowie von Personen, die mit anderen Mitgliedern derselben parlamentarischen Fraktion verbunden sind. Die neuen Regelungen sollen „den Sumpf der Missbräuche austrocknen“ und das Vertrauen der Wähler in demokratische Institutionen zurückgewinnen, die nach Ansicht des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt von der AfD als Kriegsbeute behandelt wurden. 150 — Mitglieder der AfD in Sachsen-Anhalt fordern Parteitag zur Affäre Medien mit liberalem Profil betonen die systemische Korrosion von Werten in der AfD und die Notwendigkeit einer sofortigen Reform des Parlamentsrechts. | Konservative Medien konzentrieren sich auf die Heuchelei der AfD, die ein Image einer Partei mit sauberen Händen aufbaute, während sie gleichzeitig Gewinne aus Steuergeldern zog.
Mentioned People
- Markus Söder — Ministerpräsident Bayerns und Vorsitzender der CSU, der die AfD scharf für Clan-Strukturen kritisiert.
- Jens Spahn — Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, der der AfD fiktive Beschäftigung von Mitarbeitern vorwarf.
- Tino Chrupalla — Mitvorsitzender der AfD, der die Angelegenheit als optisch unglücklich herunterspielt.
- Mario Voigt — Vorsitzender der CDU in Thüringen, der die AfD beschuldigte, den Staat als Beute zu behandeln.