Die spanische politische Bühne steht vor drastischen Veränderungen, nachdem Yolanda Díaz ihren Rückzug von der Kandidatur als Führungsfigur der linken Koalition angekündigt hat. Die aussichtsreichsten Anwärter, darunter die Minister Ernest Urtasun und Pablo Bustinduy, lehnen eine Nachfolge öffentlich ab. Die Situation wird durch den Boykott der Feierlichkeiten zum Tag Andalusiens durch Politiker der PSOE weiter verkompliziert.
Rücktritt von Yolanda Díaz
Die Führungspersönlichkeit von Sumar verzichtet auf eine Kandidatur für das Amt des Premierministers, was zu Entscheidungslähmung und einer Führungskrise auf der spanischen Linken führt.
Boykott des Tages von Andalusien
Vizepremierministerin María Jesús Montero und Politiker der PSOE-A lehnen eine Teilnahme an den offiziellen regionalen Feierlichkeiten ab, was den Streit mit der PP verschärft.
Unterstützung für die Landwirtschaft
Die Regierung plant eine Erhöhung der Beihilfen für junge Landwirte im Rahmen der EU-Agrarpolitik um 10 Prozent.
Die spanische Linke befindet sich in einem Teufelskreis der Suche nach einer neuen Führungspersönlichkeit, nachdem Yolanda Díaz beschlossen hat, sich aus der ersten politischen Reihe zurückzuziehen. Der Nachfolgeprozess erweist sich als außergewöhnlich schwierig, da Schlüsselfiguren aus dem Umfeld der Koalition Sumar systematisch die Übernahme der Führungsrolle ablehnen. Kulturminister Ernest Urtasun sowie Minister für soziale Rechte Pablo Bustinduy haben erklärt, dass ihre aktuelle Priorität die Unterstützung der Formation sei und nicht der Kampf um die Führung. Auch Gewerkschaftsführer wie Unai Sordo von den CCOO distanzieren sich von der Rolle des politischen Führers des gesamten Blocks, räumen aber ein, dass Spekulationen darüber unvermeidlich seien. Diese Situation vertieft die Spaltungen innerhalb der Regierungskoalition. Die Partei Podemos, vertreten durch Irene Montero, hat Annäherungsversuche gegenüber Gabriel Rufián von der katalanischen ERC unternommen, was auf den Versuch hindeuten könnte, eine neue politische Achse außerhalb der bisherigen Strukturen des linken Bündnisses aufzubauen. Premierminister Pedro Sánchez lobte Díaz öffentlich als eine der besten Arbeitsministerinnen in der Geschichte der spanischen Demokratie und versucht, die Stabilität des Kabinetts trotz der offensichtlichen personellen Krise beim kleineren Koalitionspartner aufrechtzuerhalten. Das spanische politische System hat sich seit 2015 von einem Zweiparteienmodell hin zu komplizierten Mehrparteienkoalitionen entwickelt, was die Stabilität der Führung kleinerer Gruppierungen für die Beständigkeit der Regierung entscheidend macht.Parallel dazu bricht in Andalusien ein politischer Streit aus. María Jesús Montero, die als erste Vizepremierministerin amtiert, hat beschlossen, nicht an der offiziellen Gala zum Tag Andalusiens (28. Februar) teilzunehmen. Diese Entscheidung stieß auf scharfe Kritik des Regionalpräsidenten Juanma Moreno von der PP, der dies als „historischen Fehler” und Ausdruck parteipolitischer Engstirnigkeit bezeichnete. Die PSOE-A plant, eine alternative Veranstaltung in Moguer zu organisieren, was nach Ansicht von Beobachtern den Beginn des Wahlkampfs vor den anstehenden Regionalwahlen markiert, bei denen die Sozialisten derzeit fast 20 Prozentpunkte an die Volkspartei verlieren. „Lo importante ahora es ilusionar, el debate de los liderazgos vendrá después” (Jetzt ist es wichtig, Begeisterung zu wecken, die Debatte über die Führung wird später kommen.) — Ernest Urtasun Im Hintergrund der politischen Auseinandersetzungen prüft das Landwirtschaftsministerium Möglichkeiten zur Unterstützung des durch heftige Wetterphänomene in Kastilien-La Mancha geschädigten Agrarsektors. Die Regierung erwägt auch eine Erhöhung der Beihilfen aus der GAP um 10 Prozent für junge Landwirte, was den Generationenwechsel auf dem Land fördern soll. Die Region Andalusien zahlt bereits Mittel in Höhe von 8 Millionen Euro an fast dreihundert Begünstigte aus, die ihre Tätigkeit in der Landwirtschaft aufnehmen.
Mentioned People
- Yolanda Díaz — Spaniens Vizepremierministerin und Arbeitsministerin, gab ihren Verzicht auf eine Kandidatur als Führungsfigur der Linken bekannt.
- Ernest Urtasun — Spaniens Kulturminister, schloss eine Kandidatur für die Führung der Linken aus.
- María Jesús Montero — Erste Vizepremierministerin und Finanzministerin, boykottiert die Feierlichkeiten in Andalusien.