In Vilnius laufen die Vorbereitungen für den seit Jahrhunderten stattfindenden Kaziuk-Markt, einem Folklore-Event, das mit dem Tag des heiligen Kasimir, des Schutzpatrons Litauens, verbunden ist. Die Veranstaltung, deren Traditionen bis ins frühe 17. Jahrhundert zurückreichen, ist einer der ältesten Märkte Europas und stellt in Litauen ein einzigartiges Frühlings-, Handwerks- und Kulturfest dar. In diesem Jahr sollen die Feierlichkeiten nach einer mehrjährigen, pandemiebedingten Pause wieder in voller Pracht zurückkehren.
Jahrhundertealte Markttradition
Der Kaziuk-Markt findet jährlich anlässlich des Tages des heiligen Kasimir statt, der auf den 4. März fällt. Seine Geschichte reicht bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück, was ihn zu einem der ältesten und größten Veranstaltungen dieser Art in Europa macht. Obwohl der Markt starke Verbindungen zur polnischen Geschichte und Kultur hat, wurde Vilnius seit dem 19. Jahrhundert zu seinem Hauptzentrum.
Rückkehr des heiligen Kasimir nach Vilnius
In diesem Jahr wird der Markt von einem historischen Ereignis begleitet – der Rückkehr der Reliquien des heiligen Kasimir in die Vilniusser Kathedrale. Die ursprünglichen Überreste, die zuvor im Schatz aufbewahrt wurden, wurden in einem neuen, verzierten Sarg platziert und den Gläubigen zugänglich gemacht. Der heilige Kasimir ist der Schutzpatron Litauens sowie u.a. der Erzdiözese Vilnius und Białystok.
Tradition, die Grenzen überschreitet
Die Tradition des Marktes hat sich über Litauen hinaus verbreitet, insbesondere in Regionen, die mit den Wanderungen litauischer Händler verbunden sind, und unter der Diaspora. Veranstaltungen, die an die Kaziuki anknüpfen, werden in mehreren Städten in Polen sowie in anderen Ländern, die von Nachfahren von Litauern bewohnt werden, organisiert und betonen so das kulturelle Erbe des Großfürstentums Litauen.
In Vilnius wird anlässlich des Festes des litauischen Schutzpatrons – des heiligen Kasimir – der jährliche, historische Kaziuk-Markt vorbereitet. Die Veranstaltung, deren Tradition bis ins frühe 17. Jahrhundert zurückreicht, gilt als einer der ältesten und größten Märkte Europas. Der heilige Kasimir, Sohn von König Kasimir IV. Jagiello, starb 1484 in Grodno. Er wurde 1602 heiliggesprochen und wurde schnell zu einem der Hauptpatrone Litauens sowie zu einem Symbol des Erbes der Polnisch-Litauischen Adelsrepublik. Seine Verehrung blühte besonders in Vilnius auf, wo sich in der Kathedrale seine Kapelle befindet. In diesem Jahr fällt der Markt mit einem bedeutenden religiösen Ereignis zusammen: Die Reliquien des heiligen Kasimir, die bisher im Domschatz aufbewahrt wurden, sind dauerhaft wieder öffentlich ausgestellt. Wie der litauische öffentlich-rechtliche Rundfunk berichtet, wurden sie in einem speziell angefertigten, reich verzierten Sarg in der Kasimir-Kapelle der Vilniusser Kathedrale platziert. Es ist das erste derartige Ereignis seit mehreren Jahren, das Gläubigen das direkte Gebet an den Reliquien ermöglicht. Der Kaziuk-Markt, bekannt für regionale Spezialitäten, traditionelles Handwerk – insbesondere die berühmten Vilniusser Palmen – sowie folkloristische Auftritte, ist ein einzigartiges Symbol der Frühlingserneuerung. Wie der „Kurier Wileński“ beschreibt, ist das Ereignis die Blüte des Stadtzentrums. Obwohl seine Wurzeln tief in der polnischen und litauischen Kultur liegen, hat sich der Markt weiterentwickelt. Nach dem Untergang der Adelsrepublik, als Vilnius in die Grenzen des Russischen Kaiserreichs fiel, überlebte die Tradition und wurde zu einem wichtigen Element des litauischen Nationalerbes. Heute, wie das Portal Niezalezna.pl bemerkt, hat das Ereignis auch Polen „erobert“ – ähnliche Veranstaltungen, wenn auch in kleinerem Maßstab, finden in mehreren Städten statt, u.a. in Białystok, Suwałki oder Ełk, wo sie ein lebendiges Denkmal der gemeinsamen, multikulturellen Vergangenheit der Region darstellen.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen den universellen, transnationalen Charakter des Kaziuk-Marktes als gemeinsames kulturelles Erbe Polens und Litauens und konzentrieren sich auf seine soziale und integrative Dimension. Konservative Medien akzentuieren die historischen und religiösen Wurzeln der Veranstaltung, stellen sie als Teil des polnischen Nationalerbes in den ehemaligen Ostgebieten dar und erinnern an ihre christliche Dimension.
Mentioned People
- Kazimierz Jagiellończyk — Heiliger, Schutzpatron Litauens, Sohn von König Kasimir IV. Jagiello.