Die spanische Regierung sieht sich mit zwei kontroversen Themen konfrontiert: den Bedingungen für die Legalisierung einer halben Million Migranten und dem rechtlichen Chaos um die verpflichtenden V16-Warnleuchten. Katalonien und das Baskenland fordern, dass Kenntnisse der regionalen Sprachen eine Bedingung für die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung werden. Gleichzeitig warnt die Europäische Kommission vor rechtlichen Konsequenzen wegen unterlassener Verfahren bei der Einführung neuer Warnvorrichtungen in Fahrzeugen.
Sprache als Aufenthaltsbedingung
Regionen wie Katalonien fordern, dass Kenntnisse der regionalen Sprache bei der Verlängerung von Aufenthaltsdokumenten für Migranten verpflichtend sein sollen.
Fehlende Notifizierung in Brüssel
Die Europäische Kommission bestätigte, dass Spanien die Norm für V16-Warnleuchten nicht gemeldet hat, was Sanktionen und rechtliches Chaos droht.
Sicherheitsüberprüfung von Migranten
Jeder Migrant, der einen legalen Status beantragt, wird von der Polizei auf eine Gefahr für die Gesundheit und öffentliche Ordnung überprüft.
Ende der Warndreiecke auf den Straßen
Seit Januar 2026 sind Warndreiecke illegal, und Fahrer müssen zertifizierte Geolokalisierungsgeräte besitzen.
Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez geriet unter heftige Kritik, nachdem die Generalitat de Catalunya unter der Führung von Salvador Illa sowie die Behörden des Baskenlands Änderungsanträge zum Dekret über die außerordentliche Legalisierung von Migranten eingereicht hatten. Der Vorschlag sieht vor, dass Kenntnisse der katalanischen oder baskischen Sprache zu einer notwendigen Bedingung bei der ersten Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis werden sollten. Obwohl das Ministerium für Migration zunächst die Notwendigkeit von Sprachkenntnissen zu Beginn des Prozesses bestritt, deuten jüngste Berichte auf Zugeständnisse gegenüber den Koalitionspartnern hin, was auf scharfen Widerstand der Opposition und der von der Partido Popular regierten Regionen stieß. Gleichzeitig wächst der Skandal um die Verkehrsvorschriften. Seit dem 1. Januar 2026 sind in Spanien mit einem Netz verbundene V16-Warnleuchten vorgeschrieben, die die traditionellen Warndreiecke ersetzen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Regierung die Europäische Kommission nicht über diese Änderung informiert hatte, was nach Ansicht Brüssels zur Ungültigkeit der Vorschriften und zu schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen für den Staat führen könnte. Sicherheitsexperten weisen zudem auf Gesetzeslücken hin, die von Versicherern genutzt werden könnten, um Schadensersatzzahlungen zu verweigern. Das System zur Legalisierung von Migranten in Spanien basiert auf dem Konzept des „arraigo” (Verwurzelung), das sich über die Jahre weiterentwickelt hat und in die Bewertungskriterien für Integration nicht nur Arbeit, sondern auch soziale und kulturelle Bindungen an eine bestimmte Region einbezieht. Als Reaktion auf die Kontroversen kündigte die Regierung eine rigorose Überprüfung der Vergangenheit aller Antragsteller durch Polizeiberichte an, um Personen auszuschließen, die eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen. In der Frage der Warnleuchten verteidigt Innenminister Fernando Grande-Marlaska die Entscheidung und argumentiert, dass die Rettung von Menschenleben auf den Straßen trotz prozeduraler Mängel gegenüber der Europäischen Union Priorität habe.
Mentioned People
- Salvador Illa — Präsident der Generalitat de Catalunya, setzt sich für die Anforderung von Katalanischkenntnissen ein.
- Isabel Díaz Ayuso — Präsidentin der Gemeinschaft Madrid, kritisiert scharf die Migrationspolitik der Regierung Sánchez.
- Fernando Grande-Marlaska — Spanischer Innenminister, verantwortlich für Verkehrsregulierungen und Sicherheit.