Die Lage an der afghanisch-pakistanischen Grenze hat sich nach der Erklärung eines Zustands des „offenen Krieges“ durch Islamabad gegen die Kräfte der afghanischen Taliban dramatisch verschärft. Nach intensiven Bombardements von Kabul und Dschalalabad, bei denen über 300 Menschen starben, meldeten afghanische Stellen die Abschuss eines pakistanischen Jets und die Gefangennahme des Piloten. Obwohl beide Seiten unter diplomatischem Druck der USA und der EU Gesprächsbereitschaft signalisieren, dauern die Gefechte an der Frontlinie an, und die Region droht in einem bisher unbekannten Ausmaß destabilisiert zu werden.

Erklärung des offenen Krieges

Pakistan bezeichnete die Auseinandersetzungen mit den Taliban offiziell als offenen bewaffneten Konflikt nach massiven Luftangriffen auf afghanische Städte.

Abschuss eines Kampfjets

Afghanische Quellen berichten von der Abschuss eines pakistanischen Jets und der Gefangennahme des Piloten, was die diplomatische Krise vertieft.

USA unterstützen Pakistan

Washington erkannte das Recht Islamabads auf Selbstverteidigung gegen von Afghanistan ausgeführte Terroranschläge an.

Gescheiterte Deeskalation

Trotz Appellen der Europäischen Union kam es in Dschalalabad zu weiteren Explosionen, und der Dialog bleibt vorerst ausgesetzt.

Die Spannungen zwischen Pakistan und dem von Taliban regierten Afghanistan haben einen kritischen Punkt erreicht und sich in einen offenen bewaffneten Konflikt verwandelt. Der unmittelbare Auslöser der Eskalation waren mutmaßliche Terroranschläge, die von afghanischem Territorium aus durchgeführt wurden und Islamabad zu einem radikalen Politikwechsel veranlassten. Die pakistanische Luftwaffe führte massive Luftangriffe auf Schlüsselziele in Afghanistan durch, darunter die Hauptstadt Kabul und die Stadt Dschalalabad. Nach offiziellen Mitteilungen der pakistanischen Streitkräfte kamen bei diesen Operationen über 300 afghanische Kämpfer und Soldaten ums Leben. Islamabad argumentiert, seine Geduld sei angesichts der fehlenden Reaktion Kabuls auf die Präsenz terroristischer Gruppen in den Grenzgebieten erschöpft. Die Vereinigten Staaten äußerten Unterstützung für das „Recht Pakistans auf Selbstverteidigung“, was die Position des Landes auf der internationalen Bühne erheblich stärkt, gleichzeitig aber humanitäre Organisationen beunruhigt. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten werden seit Jahrzehnten durch den Streit um die Durand-Linie definiert, eine 1893 von den Briten gezogene Grenze, die die Regierungen in Kabul nie formell als endgültig anerkannt haben.Die jüngsten Meldungen vom Morgen des 28. Februar 2026 deuten jedoch darauf hin, dass die afghanische Luftabwehr den Angriff erwidern konnte. Die Taliban-Behörden verkündeten die Abschuss eines pakistanischen Kampfflugzeugs und die Festnahme des Piloten, der sich über afghanischem Gebiet mit dem Schleudersitz gerettet haben soll. Diese Information, sollte sie durch unabhängige Quellen vollständig bestätigt werden, könnte einen Wendepunkt in der aktuellen Konfliktphase darstellen und die Versuche der Deeskalation weiter erschweren. Trotz dieser drastischen Ereignisse signalisierte ein Taliban-Sprecher eine grundsätzliche Offenheit für Gespräche und behauptete, ein weiterer Krieg diene den Interessen keiner Seite. Paradoxerweise nehmen pakistanische Diplomaten derzeit eine härtere Haltung ein und lehnen vorerst die Möglichkeit eines Dialogs mit einer Regierung ab, die ihrer Ansicht nach Terrorismus gegen pakistanische Bürger unterstützt. Die Lage wird durch Berichte über zwei mächtige Explosionen in Dschalalabad verkompliziert, die die Stadt erschütterten, als die internationale Gemeinschaft ihre Vermittlungsbemühungen verstärkte. Pakistan wurde jahrelang beschuldigt, die Taliban im Kampf gegen die von den USA geführte Koalition zu unterstützen, doch nach deren Rückkehr an die Macht 2021 wich dieses Bündnis schnell gegenseitigem Misstrauen und Grenzzwischenfällen.Der Europäische Rat sowie hochrangige Beamte der Europäischen Union riefen beide Seiten zu einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen auf. Die Befürchtungen eines großflächigen Krieges in der Region sind angesichts des militärischen Potenzials Pakistans als Atommacht und der Guerilla-Erfahrung der Taliban berechtigt. Experten betonen, dass Pakistan eine politische Fehlkalkulation begangen habe, indem es darauf setzte, dass die Rückkehr der Taliban an die Macht „strategische Tiefe“ und Ruhe an der Westgrenze gewährleisten würde. Stattdessen wurde ein starker Anstieg der Aktivitäten des pakistanischen Taliban-Ablegers (TTP) verzeichnet, was zur gegenwärtigen Invasion führte. Derzeit konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Welt auf das Schicksal des gefangenen Piloten und darauf, ob der intensive Druck aus Washington und Brüssel beide Hauptstädte dazu zwingen kann, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, bevor sich der Konflikt auf benachbarte Provinzen beider Länder ausweitet.

Mentioned People

  • Con Coughlin — Verteidigungsanalyst und Kolumnist, der die strategischen Fehler der Taliban kommentiert.