Die Hochwassersituation in Westfrankreich stabilisiert sich, und an vielen Orten hat ein langsamer Rückgang des Wassers begonnen. Dennoch hat Météo-France die höchste, rote Alarmstufe für die Départements Charente-Maritime, Maine-et-Loire und Loire-Atlantique bis Dienstag aufrechterhalten. Der Pegel von Flüssen wie der Loire oder der Charente erreichte Rekordwerte und zwang Tausende Menschen zur Evakuierung. Die bevorstehende Erwärmung gibt Hoffnung auf eine schnellere Trockenlegung der Gebiete, doch die Rückkehr zur Normalität wird viele Wochen dauern.

Beginn des langsamen Wasserrückgangs

Der Wasserstand in Westfrankreich begann zu sinken, doch der Prozess wird durch die rekordverdächtige Durchnässung des Bodens erschwert.

Dreifache rote Alarmstufe

Die Départements Charente-Maritime, Maine-et-Loire und Loire-Atlantique bleiben in höchster Alarmbereitschaft.

Rückkehr der Kinder in die Schulen

Trotz der Überschwemmungen soll die Rückkehr der Schüler in die Bildungseinrichtungen ab Montag fast normal verlaufen.

Rasche Erwärmung

Der prognostizierte Temperaturanstieg auf 25 Grad soll den Prozess der Beseitigung der Hochwasserschäden beschleunigen.

Westfrankreich beginnt nach einer Reihe verheerender Überschwemmungen, die die Region in der zweiten Februarhälfte 2026 heimsuchten, ein „Licht am Ende des Tunnels” zu sehen. Obwohl das Wasser in Flüssen wie der Sarthe oder der Charente zu sinken beginnt, verläuft dieser Prozess aufgrund der völligen Durchnässung der Böden außergewöhnlich langsam. Im Département Charente-Maritime, konkret in Saintes, erreichte der Wasserstand einen kritischen Wert von 6,60 Metern und betraf direkt über 2600 Haushalte. Die lokalen Behörden, angeführt von Bürgermeister Bruno Drapron, beschreiben die Situation als „Hölle” und betonen die Erschöpfung der Bewohner, die zum achten Mal innerhalb eines Jahrzehnts mit Überflutungen kämpfen. Die Hochwasserschutzsysteme in Frankreich basieren auf historischen Erfahrungen aus der großen Pariser Flut von 1910, doch die aktuellen Klimaveränderungen führen dazu, dass alte Rekorde, wie der von 1995 in Ancenis, regelmäßig übertroffen werden.Trotz der weiterhin geltenden Alarmstufen geben Wettervorhersagen, die eine rasche Erwärmung vorhersagen, Anlass zu Optimismus. Ab Dienstag könnten die Temperaturen in einigen Regionen auf bis zu 25 Grad Celsius steigen, was die Verdunstung und Trocknung von Gebäuden begünstigt. Dies ermöglicht die Planung einer fast normalen Rückkehr der Kinder in die Schulen nach den Ferien in den betroffenen Regionen, obwohl einige Einrichtungen aus strukturellen Sicherheitsgründen geschlossen bleiben. „C'est un enfer” (Es ist eine Hölle) — Bürgermeister der Stadt Saintes Rettungsdienste patrouillieren weiterhin mit Booten und Amphibienfahrzeugen auf überfluteten Straßen, um Plünderungen in verlassenen Häusern zu verhindern. Viele Bewohner, die durch die Traumata wiederholter Überschwemmungen in kurzen Abständen (die letzten größeren Hochwasser fanden 2021 statt) betroffen sind, erklären ihren Wunsch, endgültig aus den Überschwemmungsgebieten wegzuziehen. Die Rettungslogistik stößt auf zahlreiche Hindernisse, insbesondere im medizinischen Transport. Gemeindeschwestern im Département Gironde sind gezwungen, Dutzende von Kilometern Umwege zu fahren, um Patienten zu erreichen, da wichtige Verkehrsadern wie die Straße D2089 bei Libourne unpassierbar bleiben. „On voit la petite lumière au loin” (Wir sehen das kleine Licht in der Ferne) — Météo-France Obwohl der Höhepunkt der Flutwelle an der unteren Loire am vergangenen Wochenende überschritten wurde, warnen Experten des Dienstes Vigicrues, dass der hohe Grundwasserspiegel dazu führen wird, dass der Trocknungsprozess von Kellern und Erdgeschossen in Wochen und nicht in Tagen gemessen wird. Die kommenden Tage werden entscheidend für die Bewertung der Stabilität der Hochwasserschutzdämme sein, die lange Zeit unter extremem Wasserdruck standen.

Mentioned People

  • Bruno Drapron — Bürgermeister der Stadt Saintes, der vor der dramatischen Situation der Bewohner während der achten Überschwemmung innerhalb eines Jahrzehnts warnt.