Westfrankreich kämpft mit den Folgen von Rekordhochwassern, die die Départements Loire-Atlantique, Charente-Maritime und Maine-et-Loire betroffen haben. Obwohl der Rückgang der Wassermassen, als Décrue bezeichnet, offiziell begonnen hat, verläuft er äußerst langsam. Die Situation stabilisiert sich so weit, dass die Schüler nach den Ferien wieder zur Schule gehen konnten, allerdings musste der Transport in vielen Fällen aufgrund überfluteter Straßen mit Militärlastwagen und Fahrzeugen der Gendarmerie erfolgen.

Langsamer Rückzug der großen Wassermassen

Der Rückgang der Wassermassen in den Einzugsgebieten von Sarthe und Charente schreitet voran, doch die Behörden halten die höchsten Alarmstufen aufgrund der Gefahr für die Infrastruktur aufrecht.

Militärischer Transport zu Schulen

Das Ende der Ferien fiel mit dem Hochwasser zusammen, was die Armee zwang, Kinder mit Geländelastwagen zu den Bildungseinrichtungen zu bringen.

Rekordhohe Überflutungsstände

In Orten wie Ancenis wurden die Wasserstände der katastrophalen Flut von 1995 überschritten, was Hunderte von Menschen zur Evakuierung zwang.

Die Bewohner Westfrankreichs beginnen mit der Schadensbilanz nach einer Flutwelle, die an vielen Orten die historischen Rekorde aus dem Jahr 1995 übertroffen hat. In der Gemeinde Cheffes-sur-Sarthe drang Wasser in Wohngebäude ein und erreichte an einigen Stellen einen Stand von 1,40 Metern. Die Wetterdienste hielten die höchste, rote Alarmstufe für drei Schlüssel-Départements bis Dienstag aufrecht, begründet mit der Notwendigkeit, die Stabilität der Deiche zu überwachen und dem langsamen Abfluss des Wassers aus den gesättigten Böden. Eine besonders schwierige Lage herrscht in Saintes, wo Bürgermeister Bruno Drapron offen von der Erschöpfung der lokalen Gemeinschaft spricht, die in den letzten Jahren von wiederkehrenden Überschwemmungszyklen geplagt wurde. Das französische Hochwasserüberwachungssystem Vigicrues wurde nach der tragischen Flutwelle von 2010 (Zyklon Xynthia) modernisiert, um Gefahren an Atlantikflüssen präziser vorherzusagen, doch die Heftigkeit der Ereignisse im Jahr 2026 überraschte selbst erfahrene Hydrologen.Trotz der dramatischen Bedingungen brachte der Montag einen Hauch von Normalität durch die Rückkehr der Kinder in die Bildungseinrichtungen. Diese Operation erforderte jedoch außergewöhnliche logistische Maßnahmen; im Département Charente-Maritime wurden Schüler mit Militärlastwagen zur Schule gebracht, da herkömmliche Busse die überfluteten Straßenabschnitte nicht passieren konnten. „C'est un enfer” (Es ist die Hölle) — Bürgermeister der Stadt Saintes Parallel zu den Rettungsmaßnahmen intensivierten Polizei und Gendarmerie ihre Bootspatrouillen, um Eigentum in verlassenen Dörfern zu sichern, wo erste Plünderungsversuche verzeichnet wurden. Die Lage in Loire-Atlantique deutet darauf hin, dass der Höhepunkt der Flutwelle erreicht ist, doch Hydrologen von Vigicrues warnen vor übermäßigem Optimismus. Die vollständige Trockenlegung der Gebiete könnte viele Wochen dauern, aufgrund der Besonderheiten des Einzugsgebiets der unteren Loire. „On voit la petite lumière au loin” (Wir sehen das kleine Licht in der Ferne) — Météo-France Für viele Familien wurde die diesjährige Flut zu einem Wendepunkt; zum ersten Mal werden Forderungen nach einer dauerhaften Umsiedlung von Bewohnern aus den am stärksten gefährdeten Überschwemmungsgebieten so laut formuliert, was die Regierung zu radikalen Änderungen in der Raumplanung der Region zwingen könnte.

Mentioned People

  • Bruno Drapron — Bürgermeister der Stadt Saintes, der die schwierige Lage der von der Flut betroffenen Einwohner beschreibt.