Die Italiener stimmen am Sonntag in einem landesweiten Verfassungsreferendum ab, das die Position von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schwächen könnte. Im Falle eines Sieges der "Nein"-Option steht die Politikerin vor Rücktrittsforderungen. Unterdessen hat in Frankreich die Nationalversammlung ein umstrittenes Gesetz zum Lebensende verabschiedet, das tiefe gesellschaftliche Gräben aufreißt und ethische Bedenken weckt. Beide Themen dominieren die öffentliche Debatte in beiden Ländern.
Sonntagsreferendum in Italien
Die Bürger entscheiden über Verfassungsänderungen. Eine Niederlage der Regierungskampagne könnte einen schweren Schlag für Ministerpräsidentin Meloni bedeuten und Rufe nach ihrem Rücktritt auslösen.
Französisches Gesetz zum Lebensende
Die Nationalversammlung hat ein Gesetz verabschiedet, das für seine Befürworter ein Fortschritt ist, für Gegner jedoch einen schweren ethischen Rückschritt und die Öffnung der "Büchse der Pandora" darstellt.
Politisches Risiko für Meloni
Trotz guter Umfragewerte könnte der Erfolg der italienischen Ministerpräsidentin trügerisch sein, und das Referen dumsergebnis stellt für sie eine reale Gefahr dar.
Ethische Debatte in Frankreich
Die Verabschiedung des Gesetzes hat das Parlament in einen "Wust" beunruhigender Präzedenzfälle hineingezogen und eine hitzige Debatte über die Grenzen des menschlichen Lebens ausgelöst.
In Italien und Frankreich laufen parallele, wenn auch unterschiedliche, heftige politisch-gesellschaftliche Debatten, die in diesen Tagen ihren Höhepunkt erreichen. In Rom findet am Sonntag ein landesweites Verfassungsreferendum statt. Sein Ergebnis wirkt sich direkt auf die Position der Regierungschefin, Giorgia Meloni, aus. Wie die französische Presse bemerkt, werden bei einem Sieg der "Nein"-Option unweigerlich Rufe nach ihrem Rücktritt laut. „„Si le non l'emporte, il y aura des appels à sa démission”” — Le Figaro. Analysen deuten darauf hin, dass trotz für sie günstiger Umfragen Melonis Erfolg trügerisch sein könnte und das Referendum ein reales politisches Risiko darstellt. Giorgia Meloni, Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Fratelli d'Italia, übernahm im Herbst 2022 das Amt der Ministerpräsidentin und wurde damit die erste Frau in dieser Position in Italien. Ihre Regierung ist die erste seit dem Zweiten Weltkrieg, die von einer Partei mit postfaschistischen Wurzeln gebildet wird. Unterdessen hat in Paris die Nationalversammlung ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das Fragen des Lebensendes regelt. Für ihre Befürworter ist es ein notwendiger zivilisatorischer Fortschritt, der den Menschen mehr Kontrolle über ihren eigenen Tod gibt. Für Gegner, darunter kirchliche Kreise, Konservative und ein Teil der Ärzteschaft, stellt es einen fundamentalen ethischen Rückschritt dar. Das Gesetz weckt Befürchtungen, dass es zur "Büchse der Pandora" werden und zu einer unkontrollierten Ausweitung der Indikationen für Beihilfe zum Suizid führen könnte. Kommentatoren warnen vor gefährlichen Präzedenzfällen und davor, dass das Parlament in einen "Wust" beunruhigender Regelungen hineingezogen wird. „„Loi sur la fin de vie, une boîte de Pandore qui n'en finit pas de s'ouvrir plus grand”” — Guillaume Tabard. Die Debatte offenbart tiefe Gräben in der französischen Gesellschaft bezüglich des Wertes des Lebens, der Autonomie des Einzelnen und der Rolle des Staates. prawda: Die Informationen über die Abstimmung in Italien und die Verabschiedung des Gesetzes in Frankreich werden von allen zitierten Quellen übereinstimmend bestätigt. Unterschiede gibt es lediglich bei den politischen Bewertungen und Prognosen. (Analyse von Pressquellen) Beide Ereignisse, obwohl geografisch weit voneinander entfernt, verbindet ein zentrales Thema: die Bewährung der Stabilität und Legitimation der aktuellen Macht. In Italien durch die direkte Abstimmung der Bürger, in Frankreich durch die Prüfung, ob die Regierenden in der Lage sind, eine tief gesellschaftlich spaltende Reform durchzusetzen. Das Ergebnis des italienischen Referendums könnte die Position einer der wichtigsten Führungsfiguren der europäischen Rechten schwächen oder stärken. Unterdessen wird das französische Gesetz zum Lebensende die bioethische Landschaft nicht nur in Frankreich, sondern möglicherweise auch die Diskussionen in anderen europäischen Ländern lange prägen. Kommende Schlüsseltermine: 26. Februar 2026 — Bekanntgabe der Referendumsergebnisse in Italien; 1. März 2026 — Weiterer legislativer Prozess des Gesetzes zum Lebensende in Frankreich
Mentioned People
- Giorgia Meloni — Ministerpräsidentin Italiens, deren Position vom Ergebnis des Referendums abhängt.
- Guillaume Tabard — Politikkommentator, Autor von Warnungen vor dem Gesetz zum Lebensende.