Der Kommunalwahlkampf in Frankreich tritt vor der Abstimmung im März in eine entscheidende Phase. In Marseille kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung, nachdem die Rechtskandidatin Martine Vassal auf Slogans zurückgriff, die mit dem Vichy-Regime assoziiert werden. In Paris präsentierte Emmanuel Grégoire seine Kandidatenliste, während die linke Anwärterin Sophia Chikirou mit Vorwürfen aggressiver Rhetorik konfrontiert ist. Umfragen deuten auf einen äußerst knappen Kampf zwischen Amtsinhabern und Herausforderern hin.

Kontroversen um Slogans des Vichy-Regimes

Kandidatin Martine Vassal verwendete die Devise Arbeit, Familie, Vaterland, was zu Vorwürfen führte, Bezug auf die kollaborierende Regierung von Marschall Pétain zu nehmen.

Knappes Rennen in Marseille

Umfragen geben 31% für den amtierenden Benoît Payan, jedoch liegt Franck Allisio vom RN nur 2 Prozentpunkte zurück.

Macron räumt Fehler ein

Präsident Emmanuel Macron gestand in einem Interview mit Brut India ein, dass übermäßiges Selbstvertrauen ihn zu bedeutenden Fehlern in der Kommunikation geführt habe.

Umbesetzungen auf den Listen in Paris

Emmanuel Grégoire hat eine Liste mit 70% neuen Gesichtern registriert, während die Prominente Koxie die Liste von Sarah Knafo unterstützt.

Die Stimmung vor den bevorstehenden Kommunalwahlen in Frankreich wird immer angespannter. In Marseille ist eine Aussage von Martine Vassal, der vom Präsidentenlager unterstützten Kandidatin, zum Hauptthema der öffentlichen Debatte geworden. In einer Fernsehdebatte erklärte sie, ihre grundlegenden Werte seien: Verdienst, Arbeit, Familie und Vaterland. Diese Formulierung löste sofort Empörung bei der Opposition aus, da ein fast identischer Slogan die offizielle Devise des kollaborierenden Vichy-Regimes war. Vassal wies die Vorwürfe zurück und behauptete, diese Werte seien zeitlos, ergänzte sie später jedoch um Solidarität und Humanität. Gleichzeitig zeigen Umfragen ein sehr knappes Rennen in der Hauptstadt der Provence. Der amtierende Bürgermeister Benoît Payan vom linken Bündnis Printemps marseillais genießt eine Unterstützung von 31% und liegt damit nur zwei Prozentpunkte vor dem Kandidaten der extremen Rechten, Franck Allisio. Die Debatte offenbarte auch tiefe Gräben in Sicherheitsfragen. Allisio schlug einen umstrittenen „Anti-Racailles“-Pass für Strandbesucher vor, was auf scharfe Kritik von Sébastien Delogu von LFI stieß. Das französische Wahlsystem in Städten wie Paris, Marseille oder Lyon basiert auf der sektoralen Wahlordnung, die 1982 durch das PLM-Gesetz eingeführt wurde. Es werden nicht direkt Bürgermeister für die gesamte Stadt gewählt, sondern Ratsmitglieder für einzelne Bezirke, die dann den Bürgermeister der Metropole wählen. In Paris ist der Wahlkampf ebenfalls von persönlichen Angriffen und Umbesetzungen geprägt. Emmanuel Grégoire, der die vereinte Linke (ohne LFI) vertritt, hat offiziell seine Liste mit 163 Kandidaten registriert und eine 70-prozentige Erneuerung des Personals angekündigt. Gleichzeitig erhielt das Lager der extremen Rechten unerwartete Unterstützung – die für ihre Hits der 2000er Jahre bekannte Sängerin Koxie schloss sich der Liste von Sarah Knafo an. Die Situation wird durch Image-Pannen erschwert, wie eine Äußerung von Sophia Chikirou über ein „kabylisches Lächeln“, die als Drohung gegen eine Künstlerin aufgefasst wurde. „Meine Werte haben sich nie geändert: Verdienst, Arbeit, Familie und Vaterland.” — Martine Vassal Im Hintergrund der lokalen Auseinandersetzungen zeigte Präsident Emmanuel Macron während eines Besuchs in Indien eine überraschende Selbstreflexion. Er räumte ein, schwere Fehler begangen zu haben, die auf übermäßiges Selbstvertrauen zurückzuführen seien und oft die Wahrnehmung seiner öffentlichen Auftritte beeinflusst hätten. Diese Aussage könnte als Versuch gewertet werden, das Image des Regierungslagers vor der schwierigen Wahl im März zu mildern, die als Stimmungsbarometer vor den Präsidentschaftswahlen dienen wird. Umfrage vor der ersten Runde in Marseille: Benoît Payan (PS/DVG): 31, Franck Allisio (RN): 29, Sébastien Delogu (LFI): 18, Martine Vassal (LR/Renaissance): 15 2% — trennt den Umfrageführer vom RN-Kandidaten in Marseille Hauptstreitpunkte im Wahlkampf in Marseille: Sicherheit: Standard-Polizeistreifen und Überwachung → Forderungen nach Pässen für Strandbesucher und abgeschlossenen Zonen; Ideologie: Diskurs über republikanische Werte → Rückkehr zu Slogans, die mit nationalem Konservatismus assoziiert werden Die französische Linke konzentriert sich darauf, die Rechte des Flirts mit der Vichy-Ideologie zu beschuldigen, sowie auf soziale Fragen und die Sicherheit von Minderheiten. | Konservative Medien betonen die Notwendigkeit, die Ordnung (ordre) wiederherzustellen, und fördern patriotische Werte und den Kampf gegen Kriminalität.

Mentioned People

  • Martine Vassal — Kandidatin der Mitte-Rechts-Partei für das Bürgermeisteramt von Marseille, beschuldigt, Slogans verwendet zu haben, die mit dem Vichy-Regime assoziiert werden.
  • Benoît Payan — Amtierender Bürgermeister von Marseille, Führer des linken Bündnisses Printemps marseillais.
  • Emmanuel Macron — Präsident von Frankreich, der Fehler eingestand, die auf Selbstvertrauen zurückzuführen sind.
  • Franck Allisio — Abgeordneter und Kandidat des Rassemblement National für das Bürgermeisteramt von Marseille.