West- und Mitteleuropa kämpfen mit einer Welle ungewöhnlich hoher Temperaturen, die an vielen Orten Werte erreichen, die für den späten Frühling oder sogar Sommer typisch sind. In Deutschland und Italien prognostizieren Meteorologen Temperaturen über 20 Grad Celsius, was Rekorde bedroht, die vor über hundert Jahren aufgestellt wurden. Die plötzliche Erwärmung nach Wochen heftiger Regenfälle hat auch den Beginn der Baumblüte beschleunigt und damit frühere Probleme für Allergiker verursacht.

Rekordtemperaturen in Deutschland

In Baden-Württemberg werden bis zu 23 Grad Celsius prognostiziert, was historische Maxima vom Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert brechen könnte.

Start der Allergiesaison

Die frühe Erwärmung hat einen plötzlichen Anstieg der Pollenkonzentration von Hasel und Erle ausgelöst, ein Phänomen, das im Vergleich zur Norm um mehrere Wochen beschleunigt ist.

Hohe Null-Grad-Grenze

In Italien hat sich die Gefriergrenze auf eine Höhe von 3200 Metern verschoben, was das Risiko von Instabilität der Schneedecke in den Bergen birgt.

Die aktuelle Wettersituation in Europa stellt eine abrupte Abkehr von der Witterung zu Beginn des Jahres 2026 dar. Nach sieben Wochen intensiver Niederschläge und Überschwemmungen zog ein mächtiges subtropisches Hochdrucksystem über den Kontinent. Er brachte eine Masse extrem warmer Luft mit, die sich von der Iberischen Halbinsel über Frankreich und Italien bis zu den Britischen Inseln und Deutschland erstreckt. In Spanien und Frankreich wurden bereits erste Werte über 29 Grad Celsius gemessen, was im Februar ein extremes Phänomen ist. In Deutschland liegt der besondere Fokus auf dem südwestlichen Teil des Landes, vor allem im Einzugsgebiet des Oberrheins und im Breisgau. Laut Prognosen des Deutschen Wetterdienstes könnten die Thermometer dort bis zu 23 Grad Celsius anzeigen. Das würde eine Annäherung an den Rekord aus dem Jahr 1900 bedeuten, als in Jena 23,1 Grad gemessen wurden. Meteorologen betonen, dass solch starke Pulsationen von Luftmassen aus dem Süden in den letzten Jahren immer häufiger werden, was in den beobachteten Trend des Klimawandels passt. Historisch war der Februar in Mitteleuropa mit Frost und Schneedecke verbunden. Der Wärmerekord für diesen Monat in Deutschland, der vor 124 Jahren aufgestellt wurde, bleibt einer der ältesten ungebrochenen Wetterrekorde in der Region.Die plötzliche Erwärmung hat jedoch negative Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und Sicherheit. In Berlin und Brandenburg wurde offiziell der Beginn der Allergiesaison verkündet, verbunden mit dem plötzlichen Pollenflug von Hasel und Erle. Gleichzeitig steigt in den Alpen die Gefahr von Lawinen, da die Null-Grad-Grenze gefährlich hoch auf bis zu 3200 Meter über dem Meeresspiegel gestiegen ist. „È la prima vera pulsazione dell'anno di un promontorio subtropicale che ci mostra le potenzialità di configurazioni che un tempo non facevano parte del nostro clima” — Meteorologe verantwortlich für Medien beim Dienst iLMeteo.it Trotz der Hitzewelle warnen Meteorologen vor lokalen Beeinträchtigungen. Morgendlicher Nebel in Flusstälern sowie plötzliche Windböen in Bergregionen, insbesondere im Schwarzwald, können die gefühlte Temperatur deutlich senken. Während der Süden des Kontinents mindestens bis zur ersten Märzwoche Sonnenschein genießen wird, müssen die nördlichen Regionen Deutschlands bereits am kommenden Wochenende mit einer vorübergehenden Abkühlung und Regenfällen rechnen.

Mentioned People

  • Lorenzo Tedici — Meteorologe verantwortlich für Medien beim Dienst iLMeteo.it
  • Matthias Werchan — Experte der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst
  • Adrian Morris — Allergologischer Berater an der Surrey Allergy Clinic