Die Regierungen in Budapest und Bratislava haben den Druck auf Kiew erhöht, indem sie den Streit um den Öltransit durch die Pipeline „Druschba“ mit der Möglichkeit verknüpften, Teile der Energieversorgung für die Ukraine einzuschränken. Das ukrainische Außenministerium wies diese Forderungen entschieden zurück und bezeichnete sie als inakzeptable Erpressung, die in die Strategie des Aggressors passe, der die Region destabilisieren wolle.

Ultimatum bis Montag

Robert Fico und Viktor Orbán fordern die Wiederaufnahme des Öltransits unter Androhung einer vollständigen Abschaltung der Strom- und Gasversorgung für die Ukraine.

Blockade von EU-Milliarden

Ungarn und die Slowakei kündigten an, ein Finanzhilfepaket im Wert von 90 Mrd. Euro für die kämpfende Ukraine zu blockieren.

Streit um technischen Zustand

Die Ukraine behauptet, die Druschba-Pipeline sei nach Drohnenangriffen beschädigt, während die Slowakei den Ausfall als politischen Vorwand ansieht.

Einstellung der Kraftstofflieferungen

Ungarn hat bereits den Export von Dieselkraftstoff eingeschränkt, der für die Logistik der ukrainischen Streitkräfte von entscheidender Bedeutung ist.

Der Konflikt um den Transit russischen Öls durch die Pipeline „Druschba“ ist in eine kritische Phase eingetreten, nachdem Ungarn und die Slowakei offiziell die Einstellung für die Ukraine entscheidender Energieversorgungen angekündigt haben. Seit Ende Januar 2026 ist der südliche Strang der Pipeline nach Beschädigungen der Infrastruktur durch russische Angriffe außer Betrieb. Während Kiew die Durchführung intensiver Reparaturarbeiten erklärt, behaupten Bratislava und Budapest, die Reparaturen seien bereits abgeschlossen und die Blockade habe einen rein politischen Charakter. Der slowakische Premierminister Robert Fico warnte, dass er, falls das Öl bis Montag nicht fließe, dem staatlichen Betreiber SEPS anweisen werde, die Notstromlieferungen einzustellen. Ungarn seinerseits hat neben scharfen Vergeltungsankündigungen die Lieferungen von Dieselkraftstoff eingestellt, und einen ähnlichen Schritt kündigte auch die Slowakei an. Parallel signalisierten die Ungarn ihre Bereitschaft, EU-Finanzentscheidungen zur Unterstützung der Ukraine zu blockieren, während die Position der Slowakei in dieser Frage in Berichten als weniger eindeutig oder bedingt dargestellt wurde. Kiew betrachtet diese Schritte als Provokation gegen die nationale Sicherheit in einer Zeit extrem niedriger Temperaturen. Das ukrainische Außenministerium betonte, dass das Ultimatum an den Kreml gerichtet sein sollte, der der tatsächliche Verursacher der Zerstörungen an der Übertragungsinfrastruktur sei. Die Pipeline „Druschba“, die in den 1960er Jahren gebaut wurde, ist eines der größten Pipelinesysteme der Welt. Obwohl die meisten EU-Staaten nach der Invasion von 2022 auf russische Rohstoffe verzichteten, haben Ungarn und die Slowakei aufgrund fehlender alternativer Versorgungswege für ihre Raffinerien zeitweilige Ausnahmen vom Embargo ausgehandelt. Die Situation ist dynamisch, da die Ukraine derzeit die Aktivierung des EU-Frühwarnmechanismus im Energiebereich erwägt. Experten weisen darauf hin, dass eine Eskalation des Streits zu einer schweren operativen Lähmung der ukrainischen Armee und des zivilen Transports führen könnte, die stark von Kraftstoffimporten aus westlicher Richtung abhängig sind. Gleichzeitig vertieft die Haltung von Fico und Orbán die Isolation dieser Länder auf EU-Ebene in der Russlandpolitik. „These threats are irresponsible and threaten the energy security of the entire region. The ultimatum should be set for the Kremlin, not for Kyiv.” (Diese Drohungen sind unverantwortlich und bedrohen die Energiesicherheit der gesamten Region. Das Ultimatum sollte an den Kreml gerichtet sein, nicht an Kiew.) — Andrij Sybiha

Mentioned People

  • Robert Fico — Premierminister der Slowakei, der der Ukraine ein Ultimatum in Bezug auf die Stromversorgung gestellt hat.
  • Viktor Orbán — Premierminister Ungarns, Initiator der Blockade von Kraftstofflieferungen und der EU-Hilfe für Kiew.
  • Andrij Sybiha — Außenminister der Ukraine, der die Energieerpressung der Nachbarländer verurteilte.