Archäologen haben die grausame Geschichte eines Massengrabs aus der frühen Eisenzeit in Serbien aufgedeckt. Neue Untersuchungen belegen, dass die Überreste von mehreren Dutzend Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder, nicht das Ergebnis einer Epidemie sind, wie ein halbes Jahrhundert lang angenommen, sondern von einem gezielten Massaker zeugen. Das Massengrab mit einem Durchmesser von unter drei Metern im Ort Gomolava deutet auf einen prähistorischen Konflikt um die Vorherrschaft im Karpatenbecken hin.
Grausige Entdeckung aus vor einem halben Jahrhundert
Das Massengrab wurde in den 1970er Jahren in Gomolava, 70 Kilometer nordwestlich von Belgrad, entdeckt. Es enthielt Dutzende menschliche Überreste, die in eine Grube mit geringen Ausmaßen geworfen worden waren.
Falsche Theorie über eine Epidemie
Jahrzehntelang glaubten Archäologen, die außergewöhnlich hohe Zahl von Kindern und Frauen im Grab sei auf eine Seuche zurückzuführen, die diese Gruppen besonders traf. Neue Analysen haben diese Hypothese widerlegt.
Beweis für gezielte Ausrottung
Anthropologische Untersuchungen und der archäologische Kontext deuten auf brutale, organisierte Gewalt hin. Die Opfer wurden getötet und während eines einzigen Ereignisses in eine gemeinsame Grube geworfen.
Zeugnis eines prähistorischen Konflikts
Das auf etwa 800 v. Chr. datierte Massaker steht im Zusammenhang mit einer Zeit der Instabilität und Kämpfe um die Vorherrschaft in der Donauregion und im Karpatenraum während des Übergangs von der Bronze- zur Eisenzeit.
Auf der archäologischen Fundstätte im serbischen Dorf Gomolava an der Save wurde ein Massengrab aus der frühen Eisenzeit entdeckt, das ein halbes Jahrhundert lang falsch interpretiert wurde. Forscher glaubten jahrzehntelang, dass die Dutzende Skelette von Frauen und Kindern, die in eine Grube mit einem Durchmesser von 2,9 Metern und einer Tiefe von einem halben Meter geworfen wurden, Opfer einer Seuche seien. Die neuesten Analysen, einschließlich osteologischer Untersuchungen und Datierungen, haben diese Erzählung radikal verändert. Sie belegen, dass dort vor etwa 2800 Jahren ein gezieltes, organisiertes Massaker stattfand. Die frühe Eisenzeit auf dem Balkan und im Pannonischen Becken (ca. 1200–800 v. Chr.) war eine Zeit tiefgreifender sozialer Veränderungen, Völkerwanderungen und des Niedergangs älterer kultureller Strukturen aus der Bronzezeit. Diese Region bildete eine Brücke zwischen der mediterranen Welt und Mitteleuropa.Wissenschaftliche Artikel, auf die sich die Medien berufen, weisen darauf hin, dass die Analyse von 77 Individuen aus dem Grab fast ausschließlich Frauen und Kinder verschiedenen Alters ergab. Es fehlen erwachsene Männer im produktiven und wehrfähigen Alter, was einen zufälligen Epidemie-Fall ausschließt. „La violence de la scène reste profondément troublante” – schreibt „Le Figaro” und betont den grausigen Charakter des Fundes. „Esta guerra por el poder en la cuenca de los Cárpatos prehistóricos no respetó absolutamente” – fügt „La Vanguardia” hinzu und interpretiert das Ereignis als Teil eines größeren Konflikts um die Hegemonie. Archäologen vermuten, dass das Massaker ein Akt des Terrors im Rahmen von Kämpfen zwischen Gemeinschaften um die Kontrolle über Ressourcen oder Handelsrouten gewesen sein könnte. Die Opfer wurden wahrscheinlich in einer einzigen, gewaltsamen Aktion getötet und ihre Leichen in eine vorbereitete Grube geworfen. Die Einzigartigkeit dieses Fundes liegt in seinem selektiven Charakter, der in archäologischem Material aus dieser Zeit selten vorkommt. Der Ort Gomolava liegt an einer strategischen Route entlang der Save, die den Balkan mit Mitteleuropa verbindet, was ihn zum Gegenstand von Streitigkeiten gemacht haben könnte. 77 — Skelette wurden im Massengrab identifiziertDie Entdeckung zwingt zu einer Neubewertung des Bildes friedlicher Gesellschaften der frühen Eisenzeit in diesem Teil Europas. Sie deutet darauf hin, dass organisierte Gewalt in großem Maßstab, einschließlich der Ausrottung von Zivilisten, den prähistorischen mitteleuropäischen Kulturen nicht fremd war. Diese Untersuchungen sind ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über die Ursprünge von Krieg und Gewalt in schriftlosen Gesellschaften. Die Veröffentlichung der Ergebnisse in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften verleiht der Entdeckung Gewicht und eröffnet ein neues Kapitel in der Interpretation der Urgeschichte der Region.