Die Umweltorganisation Greenpeace hat den chinesischen Fast-Fashion-Giganten Shein beschuldigt, Kleidung mit überschrittenen Grenzwerten für gefährliche Chemikalien zu verkaufen, trotz vorheriger Warnungen. Laut einer Untersuchung der Organisation wurden in 15 von 47 getesteten Produkten Substanzen wie PFAS oder Phthalate in Konzentrationen gefunden, die die EU-Grenzwerte überschreiten. Dabei handelt es sich um Verbindungen, die mit schwerwiegenden Gesundheitsproblemen, einschließlich Krebs und Hormonstörungen, in Verbindung gebracht werden. Das Unternehmen äußerte sich zu den Vorwürfen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts durch die meisten Medien nicht.
Überschreitung chemischer Grenzwerte
Greenpeace untersuchte 47 Kleidungsstücke der Marke Shein. In 15 davon wurden gefährliche Substanzen wie PFAS und Phthalate in Konzentrationen nachgewiesen, die die in den EU-Vorschriften REACH festgelegten Grenzwerte überschreiten. Einige Produkte enthielten sogar mehrere Dutzend Mal mehr Chemikalien als erlaubt.
Fehlende Reaktion auf Warnungen
Die Organisation gab an, Shein bereits im August 2025 über die Testergebnisse informiert und aufgefordert zu haben, die schädlichen Substanzen aus der Lieferkette zu entfernen. Laut Greenpeace hat das Unternehmen jedoch nicht ausreichend gehandelt, und aktuelle Tests wiesen die gleichen Chemikalien in neuen Produkten nach.
Gesundheitsrisiken
Die nachgewiesenen Substanzen, insbesondere PFAS (sog. ewige Chemikalien), sind langlebig, reichern sich im Körper und in der Umwelt an. Die Wissenschaft bringt sie mit schweren Krankheiten in Verbindung, darunter Krebs, Leberschäden, Fruchtbarkeits- und Hormonstörungen. Auch Phthalate können den Hormonhaushalt stören.
Konsumenten- und Regulierungsdruck
Der Fall ist Teil einer breiteren Debatte über die Verantwortung von Fast-Fashion-Giganten für negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit. Greenpeace fordert eine Verschärfung der Vorschriften für Chemikalien in Textilien und mehr Transparenz von Bekleidungsunternehmen.
Der chinesische E-Commerce-Gigant Shein, bekannt für sehr günstige Kleidung, wurde von der Organisation Greenpeace beschuldigt, Kleidung zu verkaufen, die gefährliche Chemikalien in Konzentrationen enthält, die die EU-Grenzwerte überschreiten. Laut einem am 5. März 2026 veröffentlichten Bericht untersuchte die Organisation 47 Shein-Produkte, darunter Blusen, Hosen und Jacken, die in Deutschland, Österreich, Spanien, Italien und der Schweiz gekauft wurden. In 15 Artikeln wurden Überschreitungen der Grenzwerte für Substanzen wie PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen), Phthalate und Azofarbstoffe festgestellt. PFAS, auch „ewige Chemikalien” genannt aufgrund ihrer außergewöhnlichen Langlebigkeit in der Umwelt, werden seit den 1940er Jahren zur Herstellung wasserdichter Textilien, Teflon oder Löschschaum verwendet. Ihre schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Ökosysteme sind in den letzten Jahrzehnten Gegenstand intensiver Forschung und Regulierung geworden. Greenpeace betont, dass es Shein bereits im August 2025 über die Ergebnisse vorläufiger Tests informiert und das Unternehmen aufgefordert habe, diese Substanzen zu eliminieren. Dennoch zeigte die jüngste Untersuchung vom Februar 2026, dass das Problem in neuen Kleidungspartien weiterhin besteht. Beispielsweise wurde in einer Kinderjacke eine PFAS-Konzentration von 2,54 Mikrogramm pro Quadratmeter entdeckt, während gemäß den vorgeschlagenen EU-Grenzwerten dieser Wert 0,025 Mikrogramm nicht überschreiten sollte – es handelt sich also um eine mehr als hundertfache Überschreitung. In einer Damenhose wurden Phthalate in einer Menge von 19 % des Produktgewichts gefunden, was den zulässigen Wert von 0,1 % deutlich übersteigt. „„Unternehmen wie Shein ignorieren die Regeln bewusst, um die Kosten niedrig und das Produktionstempo hoch zu halten. Die Verbraucher zahlen dafür mit ihrer Gesundheit.”” — Shein, ein Unternehmen mit Ursprung in China, aber mit globalem Hauptsitz in Singapur, äußerte sich zu den Vorwürfen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts durch die meisten Medien nicht. Eine Vertreterin des Unternehmens sagte gegenüber „stern.de” lediglich, dass man lokale Vorschriften einhalte und eigene strenge Standards habe, lehnte es jedoch ab, sich zu den konkreten Testergebnissen von Greenpeace zu äußern. Der Fall Shein ist Teil eines größeren Problems in der Fast-Fashion-Branche, die auf schneller, massenhafter und billiger Produktion basiert, oft auf Kosten von Sicherheits- und Umweltstandards. Greenpeace fordert die EU-Politiker auf, die Vorschriften zu verschärfen, einschließlich eines vollständigen Verbots der Verwendung von PFAS in Textilien, und appelliert an die Verbraucher, bewusste Kaufentscheidungen zu treffen. Die Vorwürfe gegen Shein könnten bei den Marktaufsichtsbehörden in den einzelnen Ländern der Europäischen Union auf Reaktionen stoßen, die gefährliche Produkte aus dem Verkehr ziehen könnten.
Mentioned People
- Manfred Santen — Chemiker von Greenpeace Deutschland, der die Untersuchungsergebnisse kommentierte