Die Europäische Zentralbank schloss das Jahr 2025 mit einem Verlust von 1,25 Milliarden Euro ab, was das dritte negative Jahresergebnis in Folge darstellt. Obwohl der Verlust deutlich geringer ausfällt als im Vorjahr, kämpft die Institution weiterhin mit den Auswirkungen der hohen Zinssätze. Unterdessen meldet der Energiesektor solide Ergebnisse – der italienische Gigant Eni erzielte einen bereinigten Nettogewinn von fast 5 Milliarden Euro, und das argentinische Unternehmen YPF verzeichnete einen Rekordüberschuss im operativen Geschäft.
Dritter Verlust in Folge für die EZB
Die Europäische Zentralbank verlor 2025 1,25 Mrd. Euro, hauptsächlich aufgrund hoher Zinskosten.
Solide Ergebnisse des italienischen Eni
Der Konzern erwirtschaftete 2025 fast 5 Mrd. Euro Gewinn und verzeichnete im letzten Quartal ein Gewinnwachstum von 35 Prozent.
Rekord für das argentinische YPF
Das Unternehmen meldete einen Rekordgewinn im operativen Geschäft und optimistische Prognosen für 2026.
Zusammenbruch des mexikanischen Pemex
Der staatliche Ölgigant schloss das Jahr 2025 mit einem Verlust von 2,22 Mrd. Euro ab, trotz global stabiler Rohstoffpreise.
Die Europäische Zentralbank hat ihren Finanzbericht für 2025 veröffentlicht, der erneut ein negatives Finanzergebnis ausweist. Der Nettoverlust belief sich auf 1,25 Milliarden Euro, was einen Rückgang von über 80 Prozent im Vergleich zum Rekordverlust von 2024 (7,9 Mrd. Euro) darstellt. Hauptgrund für das Defizit bleiben die Zinskosten, die an nationale Zentralbanken im Rahmen der Geldpolitik gezahlt werden, sowie Bewertungsverluste bei Wertpapieren. Das Institut prognostiziert jedoch eine Rückkehr zur Rentabilität im Jahr 2026, was eng mit den geplanten Zinssenkungen im Euroraum korreliert. Es ist bemerkenswert, dass die Direktorinnen und Direktoren der EZB trotz der Verluste Gehaltserhöhungen erhielten – das Gehalt von Christine Lagarde stieg auf 492.000 Euro pro Jahr. Eine völlig andere Situation zeigt der europäische Bergbau- und Chemiesektor. Der italienische Konzern Eni meldete für 2025 einen bereinigten Nettogewinn von 4,98 Milliarden Euro. Besonders beeindruckend war das vierte Quartal, in dem der Nettogewinn im Jahresvergleich um 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro stieg. Der Vorstandsvorsitzende Claudio Descalzi betonte, dass das Unternehmen die Öl- und Gasförderung effektiv steigert und gleichzeitig die erneuerbaren Energien dynamisch ausbaut. Auch der deutsche Chemiegigant BASF kehrte in die Gewinnzone zurück, was auf ein rigoroses Programm zur Senkung der Betriebskosten zurückgeführt wird. Situationen, in denen Zentralbanken Verluste verzeichnen, sind in der Finanzgeschichte nichts Neues, doch der derzeitige Zyklus bei der EZB ist der längste und kostspieligste seit der Gründung der Institution im Jahr 1998.In Lateinamerika ist die Stimmung gemischt. Die argentinische Ölgesellschaft YPF gab ein Rekord-EBITDA von 5 Milliarden Dollar für das vergangene Jahr bekannt und prognostiziert für 2026 ein weiteres Wachstum auf etwa 6 Milliarden Dollar. Die Strategie des Unternehmens sieht eine Fokussierung auf die profitabelsten Schiefervorkommen vor. Ein Gegengewicht zu diesen Erfolgen sind die Ergebnisse des mexikanischen Konzerns Pemex, der das Jahr 2025 mit einem Verlust von über 2,2 Milliarden Euro abschloss. Die Probleme des mexikanischen Giganten resultieren aus der enormen Verschuldung und der sinkenden Effizienz alter Raffinerien, was sich auf die Haushaltsstabilität des gesamten Landes auswirkt. „Our monetary policy is delivering on its mandate to curb inflation, even if its trajectory is temporarily mirrored in the bank's financial statements.” (Unsere Geldpolitik erfüllt ihr Mandat, die Inflation zu bekämpfen, auch wenn ihr Verlauf sich vorübergehend in den Finanzberichten der Bank widerspiegelt.) — Präsidentin der Europäischen Zentralbank Aus Marktperspektive erscheint das Jahr 2025 als Zeit der Stabilisierung nach dem durch den russischen Überfall auf die Ukraine ausgelösten Energieschock. Der Rückgang der Rohstoffpreise wirkte sich auf die Raffineriemargen aus, doch die gesteigerte operative Effizienz ermöglichte es den meisten europäischen Giganten, eine attraktive Dividendenpolitik für die Aktionäre aufrechtzuerhalten.
Mentioned People
- Christine Lagarde — Präsidentin der Europäischen Zentralbank, deren Gehalt auf über 490.000 Euro stieg.
- Claudio Descalzi — Vorstandsvorsitzender des italienischen Energiekonzerns Eni.