Der französische Spirituosenhersteller Pernod Ricard verzeichnete im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/2026 einen achtzehnprozentigen Rückgang des Nettogewinns. Hauptursache für die schlechteren Ergebnisse ist ein plötzlicher Nachfrageeinbruch auf den Schlüsselmärkten in den Vereinigten Staaten und China. Trotz der schwierigen Lage in Asien und Nordamerika sieht das Unternehmen positive Signale in Indien und im Travel-Retail-Sektor, was einen moderaten Optimismus für die zweite Jahreshälfte erlaubt.
Drastischer Rückgang des Nettogewinns
Der Nettogewinn des Branchenriesen sank um 18% auf 975 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/2026.
Probleme in den USA und China
Der Absatz auf den Schlüsselmärkten ist drastisch eingebrochen: um 15% in den Vereinigten Staaten und sogar um 28% in China, was die Rentabilität der Gruppe beeinträchtigte.
Spekulationen um Börsengang in Indien
CEO Alexandre Ricard dementierte Gerüchte über einen baldigen Börsengang der indischen Tochtergesellschaft, trotz des großen Potenzials des dortigen Marktes.
Strategie der Kostensenkung
Angesichts der schwächeren Nachfrage konzentriert sich das Unternehmen auf betriebliche Einsparungen und hofft auf eine Belebung im Tourismus- und Duty-Free-Sektor.
Der französische Konzern Pernod Ricard, der zweitgrößte Spirituosenhersteller der Welt, hat enttäuschende Finanzergebnisse für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/2026 veröffentlicht. Der Nettogewinn der Gruppe sank um 18% auf 975 Millionen Euro. Der Umsatz des Unternehmens belief sich auf 5,25 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 15% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Ein entscheidender Faktor für die gebremste Entwicklung war die schwache Konsumlage auf zwei strategischen Märkten: in den Vereinigten Staaten und in China. In den USA fiel der Absatz um 15%, was unter anderem auf den Prozess der Lagerbestandsreduzierung durch Händler zurückgeführt wird. Die Situation in China stellt sich noch schwieriger dar, wo ein massiver 28-prozentiger Absatzrückgang verzeichnet wurde. Dies resultiert aus gedämpfter Verbraucherstimmung im Reich der Mitte und einem ungünstigen makroökonomischen Umfeld. Der chinesische Markt wurde für westliche Hersteller von Luxusgütern und Premium-Spirituosen nach 2010 zu einem Wachstumstreiber, doch die derzeitige wirtschaftliche Verlangsamung in dem Land zwingt globale Marken zur Überprüfung ihrer Strategien. Trotz dieser Turbulenzen verweist CEO Alexandre Ricard auf eine Verbesserung der Stimmung im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten. Das Unternehmen setzt auf strenge Kostenkontrolle und hofft auf eine Erholung im Global Travel Retail-Sektor. 28% — Absatzrückgang von Pernod Ricard auf dem chinesischen Markt Ein wichtiger Aspekt in den Unternehmensmitteilungen war die Frage seiner Präsenz in Indien. Es gab Berichte über Pläne, die dortige Tochtergesellschaft an die Börse zu bringen. Das Management bestätigte, dass ein IPO der indischen Einheit eine der jährlich im Rahmen der strategischen Überprüfung erwogenen Optionen ist, jedoch wurden bislang keine verbindlichen Entscheidungen getroffen. Indien ist für Pernod Ricard einer der am schnellsten wachsenden Märkte und bildet einen zentralen Pfeiler der Strategie zur Einnahmediversifizierung jenseits der gesättigten westlichen Märkte. Investoren an der Börse in Paris reagierten auf diese Nachrichten mit mäßiger Besorgnis, obwohl das Management seine Prognose einer verbesserten Absatzdynamik in den meisten Regionen in den kommenden Monaten aufrechterhielt. „Wir planen derzeit nicht, die indische Tochtergesellschaft an die Börse zu bringen, obwohl wir diese Option regelmäßig als eine von vielen Entwicklungsmöglichkeiten analysieren.” — Alexandre Ricard Absatzrückgang auf Schlüsselmärkten (H1 2025/2026): USA: 15, China: 28, Organischer Gesamtabsatz: 5.9
Mentioned People
- Alexandre Ricard — CEO der Gruppe Pernod Ricard
- Christian Hartmann — Fotograf der Agentur Reuters, in den Quellen erwähnt
- Emma Rumney — Journalistin von Reuters, die über die Unternehmensergebnisse berichtete