Der Schweizer öffentlich-rechtliche Sender RTS hat von seinen Plattformen eine Aufnahme mit einem Kommentar zu den Bobwettbewerben während der Spiele in Mailand zurückgezogen. Während des Laufs des israelischen Duos stellte der Journalist Stefan Renna die Berechtigung von Adam Edelmans Olympiateilnahme in Frage und warf ihm vor, Israels Handlungen im Gazastreifen öffentlich zu unterstützen. Die Aufnahme erlangte enorme Popularität in den sozialen Medien, löste einen diplomatischen und sportlichen Skandal sowie eine Debatte über Medienneutralität aus.
Kontroverser Kommentar von RTS
Der Journalist Stefan Renna nannte den israelischen Piloten einen Syionisten und bezichtigte ihn während einer Live-Übertragung der Unterstützung eines Völkermords im Gazastreifen.
Entfernung des Materials aus dem Netz
Der Sender Radio Télévision Suisse entfernte die Aufnahme von seiner Website, nachdem sie Millionen Aufrufe in den sozialen Medien erzielt hatte.
Keine Reaktion des IOK
Das Internationale Olympische Komitee gab bekannt, es fühle sich nicht zuständig für die Beurteilung der Arbeit von Kommentatoren, die von unabhängigen Fernsehsendern angestellt sind.
Der Vorfall ereignete sich während der Live-Übertragung der Bobwettbewerbe bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina. Der Kommentator Stefan Renna vom französischsprachigen Kanal Radio Télévision Suisse (RTS) konzentrierte sich während des Laufs des israelischen Zweierbobs auf die politischen Ansichten des Piloten Adam Edelman. Renna bezeichnete den Sportler als „Syionist durch und durch” und bezichtigte ihn der Unterstützung eines „Völkermords in Gaza”. Der Journalist berief sich auf Beiträge des Athleten in sozialen Medien, die die Handlungen der israelischen Armee legitimieren sollten. Die Aufnahme wurde blitzschnell zu einem Viral-Hit auf der Plattform X und erreichte Millionen Aufrufe. Die Reaktion des Senders war entschieden, aber nicht eindeutig. Obwohl die Aufnahme von der Website entfernt wurde, verteidigte RTS zunächst das Recht des Journalisten auf politische Kontextualisierung, betonte jedoch gleichzeitig, dass die Zeitfenster von Sportwettbewerben kein idealer Ort für eine solche Analyse seien. Der Internationale Olympische Komitee (IOK) distanzierte sich von der Angelegenheit und erklärte, die Auswahl von Inhalten durch unabhängige Sender liege nicht in seinem Zuständigkeitsbereich. Adam Edelman selbst wurde zur zentralen Figur in der Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit und der olympischen Neutralität. Das Prinzip der Unpolitischkeit des Sports reicht bis zur Tradition der antiken Spiele zurück, wo für die Dauer der Wettkämpfe die sogenannte Ekecheiria, ein heiliger Waffenstillstand, ausgerufen wurde. Die moderne Olympische Charta verbietet in Regel 50 jegliche politischen oder religiösen Demonstrationen in olympischen Arenen.Das ist ein Mann, der die Handlungen in Gaza offen unterstützt und sich selbst als Syionist durch und durch bezeichnet. Der Fall löste Empörung bei jüdischen Organisationen und Teilen der Journalistenschaft aus, die RTS vorwerfen, die Standards der Berufsethik überschritten zu haben. Kritiker weisen darauf hin, dass der Angriff auf den Sportler während seines wichtigsten Karrierestarts eine Form der Hetzjagd sei. Auf der anderen Seite argumentieren Befürworter von Rennas Handeln, dass ein Schweigen der Medien über öffentliche Äußerungen von Sportlern, die die olympische Bühne nutzen, eine Vernachlässigung wäre. Dieser Vorfall fügt sich in einen breiteren Trend von Spannungen um die Präsenz Israels bei internationalen Veranstaltungen angesichts des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten ein.
Mentioned People
- Adam Edelman — Israelischer Bobpilot, erster Teilnehmer seines Landes an Winterspielen in dieser Disziplin.
- Stefan Renna — Sportkommentator des Schweizer Senders RTS, Autor kontroverser Äußerungen.