Ukrainische Jugendliche, die als Kinder von Russen deportiert wurden, teilen ihre Erlebnisse im deutschen Landtag. Valeriia Sydorova, heute 19 Jahre alt, beschreibt, wie sie im Alter von 15 Jahren unter Besatzung geriet und anschließend auf die Krim verschleppt wurde. Ein anderes Mädchen, Veronika Vlasova, berichtet von einem Jahr in Russland und einem dramatischen Versuch, die Freiheit wiederzuerlangen, der von russischen Behörden vereitelt wurde.

Deportation einer Jugendlichen auf die Krim

Valeriia Sydorova wurde aus der besetzten Stadt verschleppt und landete in einem Lager auf der annektierten Krim, wo sie einer Zwangsindoktrination unterzogen wurde.

Flucht durch Minenfelder

Nach über einem Jahr floh Sydorova aus dem Lager und gelangte allein in die Ukraine, indem sie gefährliche verminte Gebiete durchquerte.

Versuch der Rückholung eines zweiten Mädchens

Die Geschichte von Veronika Vlasova zeigt, wie russische Behörden ihre Abreise zur Großmutter trotz formaler Vereinbarungen verhinderten.

Zeugnis im deutschen Parlament

Sydorova sagte vor dem Landtag in Hannover aus, was Teil der umfassenderen Dokumentation russischer Kriegsverbrechen ist.

Valeriia Sydorova war 15 Jahre alt, als russische Truppen Anfang März 2022 ihre Heimatstadt besetzten. Wie sie berichtet, tauchten bereits am späten Vormittag Panzer auf, und die Russen richteten Kontrollpunkte ein. „Du verstehst, du hast keine Wahl. Du bist ein Kind und kannst nichts tun.” — Valeriia Sydorova Nach Beginn der Besatzung änderte sich ihr Leben schnell. Sie wurde deportiert und landete in einem Lager auf der Krim, die Russland 2014 annektiert hatte. Sie verbrachte dort über ein Jahr und wurde nach ihren Angaben einer Zwangsindoktrination unterzogen. Massendeportationen von Zivilisten, einschließlich Kindern, aus besetzten Gebieten gelten gemäß der Genfer Konvention als Kriegsverbrechen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag erließ 2023 Haftbefehle gegen Wladimir Putin und Maria Lwowa-Belowa, die Kinderrechtsbeauftragte des russischen Präsidenten, wegen mutmaßlich illegaler Deportationen ukrainischer Kinder. Sydorova gelang die Flucht aus dem Lager. Ihr Rückweg in die Ukraine führte durch gefährliche, verminte Gebiete, die sie allein durchquerte. Als sie die ukrainische Flagge und Soldaten sah, brach sie in Tränen aus. „Als ich die ukrainische Fahne gesehen habe und unsere Soldaten, da bin ich in Tränen ausgebrochen.” — Valeriia Sydorova Die heute 19-jährige Sydorova trat mit ihrem Zeugnis vor dem Landtag, also dem Parlament des Bundeslandes, in Hannover in Deutschland auf. Ihre Aussagen wurden ins Deutsche übersetzt. Die Artikel zitieren auch die Geschichte eines anderen Mädchens, Veronika Vlasova. Am 6. März 2023 hoffte sie, dass ihr Albtraum enden würde, da ihre Großmutter sie aus einem Flüchtlingszentrum in Russland abholen wollte, um sie zurück in die Ukraine zu bringen. Veronika hatte ein Jahr ohne ihre Mutter verbracht. Doch am Abend kamen drei Männer, vermutlich Angehörige russischer Behörden, in das Zentrum und verhinderten die Abreise, indem sie die Großmutter einschüchterten. Diese Geschichten veranschaulichen ein breiteres, systematisches Vorgehen der Deportation ukrainischer Kinder, das Gegenstand von Ermittlungen internationaler Justizinstitutionen ist.Chronologie der Ereignisse im Bericht von Valeriia Sydorova: 6. März 2022, ca. 04:00 — Beginn der Besatzung; 6. März 2022, später Vormittag — Etablierung der Kontrolle; März 2022 — Deportation auf die Krim; 2023 — Aufenthalt im Lager; 2023 — Flucht und Rückkehr

Mentioned People

  • Valeriia Sydorova — 19-jährige Ukrainerin, die als Kind deportiert wurde und vor dem Landtag in Hannover aussagte
  • Veronika Vlasova — Ukrainisches Mädchen, das ein Jahr in Russland verbrachte, bevor ein Rückholversuch unternommen wurde