Premierminister Donald Tusk hat dem Krakauer Bürgermeister Aleksander Miszalski eindeutige Unterstützung zugesichert und bezeichnete die Initiative zu dessen Abwahl als Aktion der rechten Opposition. Obwohl in Medienberichten Bogdan Klich als potenzieller „Plan B“ der Bürgerkoalition auftaucht, dementiert der Betroffene selbst die Spekulationen. Unterdessen kritisiert der ehemalige Bürgermeister Jacek Majchrowski die Organisatoren des Referendums scharf, bezeichnet ihre Aktionen als politische Hatz und stellt gleichzeitig die Leuchtturm-Investitionsprojekte seines Nachfolgers, darunter den U-Bahn-Bau, in Frage.
Unterstützung des Premierministers für Miszalski
Donald Tusk hat den Bürgermeister von Krakau offiziell unterstützt und das Referendum als rechte Provokation zur Destabilisierung der Stadt eingestuft.
Spekulationen um Bogdan Klich
Berichte über einen Ersatz Miszalskis durch Klich wurden vom Botschafter selbst dementiert, der in den USA bleibt.
Kritik von Jacek Majchrowski
Der ehemalige Bürgermeister unterstützte seinen Nachfolger in der Referendumsfrage, stellte aber gleichzeitig die Sinnhaftigkeit des Baus der Krakauer U-Bahn in Frage.
Referendumswelle in Polen
Neben Krakau gewinnen Abwahlinitiativen auch in anderen Gemeinden an Schwung, unter anderem in der niederschlesischen Gemeinde Sobótka.
Die politische Lage in der Hauptstadt Kleinpolens wird zum zentralen Punkt der nationalen Kommunalpolitik-Debatte. Der Zündstoff ist die Initiative für ein Referendum über die Abwahl von Aleksander Miszalski, der 2024 das Amt des Bürgermeisters von Krakau übernahm. Premierminister Donald Tusk, der seinen Parteikollegen verteidigte, erklärte, hinter dem Antrag stehe nicht die authentische Stimme der Bürger, sondern die politische Kalkulation von Recht und Gerechtigkeit sowie der Konföderation. Der Regierungschef argumentierte, der einzige Grund für das Streben nach einer Abstimmung sei der Wunsch, Chaos in einer Stadt zu verursachen, die nach Jahren der Herrschaft von Jacek Majchrowski einen Wandlungsprozess unter der Führung eines Politikers der Bürgerkoalition durchläuft. Im Schatten der offiziellen Regierungsunterstützung entbrannte eine Diskussion über ein angebliches Rettungsszenario für die Stadt. Medienberichten zufolge soll Bogdan Klich im Falle eines erfolgreichen Referendums der neue Kandidat des Regierungslagers werden. Der Diplomat, der derzeit eine Mission in Washington wahrnimmt, dementierte diese Nachrichten entschieden und gab eine Erklärung mit dem Wortlaut „Ich teile höflich mit, dass ich mich auf meine Pflichten in den USA konzentriere“ ab. Dennoch weisen Kommentatoren darauf hin, dass Klich – als bekannte und erfahrene Persönlichkeit – mögliche vorgezogene Wahlen „mit Leichtigkeit gewinnen“ könnte. Auch Jacek Majchrowski stellte sich, wenn auch auf seine eigene Art, in die Verteidigungslinie für Miszalski. Der Bürgermeister im Ruhestand nannte die Initiative eine Hatz und merkte an, dass sie von denselben Personen organisiert werde, die zwei Jahrzehnte lang seine Verwaltung bekämpft hätten. Im Hintergrund der persönlichen Auseinandersetzungen tobt ein Streit über die Entwicklungsrichtungen der Metropole. Majchrowski löste Kontroversen aus, als er erklärte, der Bau der U-Bahn sei für Krakau nicht notwendig, was im Widerspruch zu den Versprechungen des neuen Teams steht. Das Rathaus versucht, die Angriffe abzuwehren, indem es einen stärkeren Schwerpunkt auf die Sozialpolitik legt, wofür die schrittweise Erhöhung der Anzahl der Krippenplätze ein Symbol sein soll. Die Referendumsstimmung beschränkt sich jedoch nicht nur auf Kleinpolen. In Niederschlesien, in der Gemeinde Sobótka, hat ein Protestkomitee bereits die erforderliche Anzahl von Unterschriften für einen Antrag auf Abwahl des Bürgermeisters und des Stadtrats gesammelt, was auf einen breiteren Trend zunehmender Aktivität der kommunalen Selbstverwaltung in Polen hindeutet.Die Geschichte der Krakauer Referenden reicht bis ins Jahr 2000 zurück, als versucht wurde, den damaligen Bürgermeister Andrzej Gołaś abzuwählen; seitdem wurde dieses Instrument wiederholt als Mittel des politischen Drucks genutzt, führte jedoch selten zur tatsächlichen Abwahl eines Amtsinhabers vor Ende der Amtszeit.„To jedyny powód tego referendum. To jest pomysł prawicy na zamieszanie i rozróbę polityczną. Miszalski ma nasze pełne wsparcie.” (Das ist der einzige Grund für dieses Referendum. Es ist die Idee der Rechten, Unruhe und politische Schlammschlacht zu stiften. Miszalski hat unsere volle Unterstützung.) — Donald Tusk Mit der Annäherung des möglichen Abstimmungstermins wird Krakau zum zentralen Schlachtfeld zwischen Regierung und Opposition. Das Ergebnis dieser Schlacht wird nicht nur über das Schicksal von Bürgermeister Miszalski entscheiden, sondern auch über die Beständigkeit der lokalen Bündnisse und die Investitionsrichtung der gesamten Region.
Perspektywy mediów: Regierungsfreundliche Medien heben Miszalskis Kompetenzen hervor und marginalisieren das Referendum als grundlosen politischen Angriff der von PiS geführten Opposition. Konservative Dienste betonen die angebliche Unruhe in den Reihen der KO und fördern die Kandidatur Klichs als Beweis für die Schwäche des aktuellen Krakauer Bürgermeisters.
Mentioned People
- Aleksander Miszalski — Aktueller Bürgermeister von Krakau, gegen den ein Referendum organisiert wird.
- Donald Tusk — Premierminister der Republik Polen, Vorsitzender der Bürgerkoalition, unterstützt Miszalski.
- Jacek Majchrowski — Ehemaliger langjähriger Bürgermeister von Krakau (2002–2024), Kritiker des Referendums und der U-Bahn.
- Bogdan Klich — Politiker der KO, Botschafter, in den Medien als potenzieller Nachfolger Miszalskis genannt.