Die Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 sind zu Ende gegangen. Die polnische Mannschaft, deren Medaillenbilanz vom Sportministerium optimistisch bewertet wird, kehrt in ihr Heimatland zurück. Während Fans die Medaillengewinner am Chopin-Flughafen empfangen, wirft die Entscheidung, Athleten aus Russland und Belarus unter ihren Nationalflaggen zuzulassen, einen Schatten auf die bevorstehenden Paralympischen Spiele. Dieser Streit droht mit einem Boykott der Ukraine und ruft eine solidarische Haltung Polens hervor.

Rückkehr polnischer Medaillengewinner

Das Flugzeug mit den Olympioniken landet in Warschau, wo eine offizielle Begrüßung durch die Behörden und Fans geplant ist.

Streit um Russland und Belarus

Das IPC erlaubt den Start der Aggressoren unter ihren Nationalflaggen, was mit einem Boykott der Paralympischen Spiele durch die Ukraine droht.

Einschaltquotenrekorde bei den Olympischen Winterspielen

TVP und Eurosport verzeichneten ein Millionenpublikum, was das Marketingpotenzial von Wintersportarten bestätigt.

Fall Iwan Semirunnij

Die herausragenden Leistungen und Loyalitätserklärungen des Athleten gegenüber Polen lösten Wut in den russischen Staatsmedien aus.

Das Ende des olympischen Wettbewerbs in Italien bot Anlass für eine Bilanz des polnischen Wintersports. Obwohl in den Medien kritische Stimmen, unter anderem von Zbigniew Boniek, laut werden, betonen offizielle Stellungnahmen der Regierung und von Experten die solide Vorbereitung und den Fortschritt der polnischen Athleten. Eine große Sensation war die Rückkehr von Iwan Semirunnij, dessen Loyalitätsbekundungen gegenüber Polen auf russischer Seite für Empörung sorgten. Der Sportler, der von den polnischen Behörden empfangen wurde, kündigte an, seine Karriere in den weiß-roten Farben fortsetzen zu wollen. Parallel dazu waren die Medien erfolgreich – der öffentlich-rechtliche Sender sowie die Warner Bros. Discovery Group verzeichneten Rekordeinschaltquoten bestätigen das ungebrochene Interesse der Polen an Wintersportarten. Die Tradition, Olympioniken von Staatsoberhäuptern zu empfangen, reicht bis ins antike Griechenland zurück, wo Sieger der Spiele durch Breschen in den Stadtmauern in die Städte einzogen. Dies symbolisierte, dass eine Stadt mit solchen Bürgern keine anderen Befestigungen benötigte. Im modernen Polen ist die Tradition, nationale Helden am Flughafen zu empfangen, zu einem festen Bestandteil der Feier sportlicher Erfolge geworden. Die freudige Atmosphäre wird jedoch durch die geopolitische Lage getrübt. Das Internationale Paralympische Komitee hielt an der umstrittenen Entscheidung fest, die vollen Rechte der Vertretungen Russlands und Belarus‘ wiederherzustellen. Im Gegensatz zu den Vorjahren werden diese Athleten unter ihren eigenen Flaggen und mit ihren Nationalhymnen antreten, was auf kategorischen Widerstand aus Kiew und Warschau stieß. Das Polnische Paralympische Komitee kündigte enge Konsultationen mit der Ukraine über einen möglichen Boykott der Eröffnungsfeier an und betonte, dass Sport nicht isoliert von militärischer Aggression stattfinden könne. In der öffentlichen Debatte taucht indes der Vorschlag auf, künftige Spiele in Polen auszurichten, was Politiker verschiedener Lager bekräftigen. In der Endwertung wurde Johannes Hoesflot Klaebo zum unbestrittenen Helden, der allein mehr Goldmedaillen gewann als die gesamte polnische Mannschaft. Diese Gegenüberstellung regt zu einer Diskussion über die systematische Finanzierung von Wintersportarten an, obwohl das polnische Sportministerium die Ergebnisse als „italienisches Wunder“ bewertet. Nach der Rückkehr nach Warschau werden die Athleten einer detaillierten Bewertung unterzogen, und die Besten können mit hohen finanziellen Prämien rechnen, die im polnischen Anreizsystem zu den höchsten in Europa gehören. „Polski schabowy to coś, na co czekałem przez cały okres startów. Cieszę się, że jestem w domu.” (Polnisches Schweineschnitzel ist etwas, worauf ich die ganze Wettkampfzeit gewartet habe. Ich freue mich, zu Hause zu sein.) — Iwan Semirunnij „Polski sport zimowy ma się dobrze, a wyniki oglądalności pokazują, że kibice doceniają wysiłek naszych reprezentantów.” (Der polnische Wintersport steht gut da, und die Einschaltquoten zeigen, dass die Fans die Anstrengungen unserer Nationalmannschaft zu schätzen wissen.) — Marian Kmita

Mentioned People

  • Iwan Semirunnij — Eisschnellläufer, der nach den Spielen nach Polen zurückkehrte und seine Verbundenheit mit dem Land erklärte.
  • Marian Kmita — Direktor von Polsat Sport, der den Zustand des polnischen Wintersports kommentiert.
  • Johannes Hoesflot Klaebo — Norwegischer Skilangläufer, Mehrfachmedaillengewinner bei den Spielen in Mailand.