Der französische Energiekonzern EDF hat einen Rückgang des Nettogewinns um 26,3 % im Jahr 2025 auf 8,4 Milliarden Euro gemeldet. Hauptgrund für die schlechteren Finanzergebnisse im Vergleich zum Rekordjahr 2024 ist ein deutlicher Rückgang der Strompreise auf den Weltmärkten. Trotz gesteigerter Produktion in französischen Atomkraftwerken musste der Konzern Abschreibungen aufgrund von Verzögerungen im britischen Projekt Hinkley Point C verkraften.

Gewinnrückgang um 26 Prozent

Der Nettogewinn von EDF sank auf 8,4 Milliarden Euro aufgrund niedrigerer Energiepreise auf den Großhandelsmärkten nach dem Rekordjahr 2024.

Probleme bei Hinkley Point C

Der Konzern nahm eine Abschreibung in Höhe von 2,5 Milliarden Euro für das britische Atomprojekt aufgrund von Verzögerungen und gestiegenen Baukosten vor.

Produktion in Frankreich steigt

Die höhere Atomproduktion in Frankreich glich teilweise die negativen Auswirkungen der Börsenkurseinbrüche auf das Finanzergebnis aus.

Investitionen auf den Inseln

Trotz eines Produktionsrückgangs um 12 % in Großbritannien plant der Konzern dort in den nächsten drei Jahren 15 Milliarden Pfund zu investieren.

Der französische staatliche Energieriese EDF (Électricité de France) hat seinen Finanzbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht, der eine deutliche Verlangsamung nach dem Rekordjahr zuvor zeigt. Der Nettogewinn der Gruppe betrug 8,4 Milliarden Euro, was einem Rückgang von über 26 % gegenüber den 11,4 Milliarden Euro im Jahr 2024 entspricht. Obwohl die heimische Atomstromproduktion in Frankreich stieg, wurden die Vorteile durch niedrige Energiepreise an den Börsen und hohe Betriebskosten ausländischer Investitionen ausgeglichen. Die Einnahmen des Konzerns schrumpften um 4,5 % auf 113,3 Milliarden Euro. Eine wesentliche Belastung für die Bilanz des Unternehmens waren Probleme in Großbritannien. Der Konzern nahm eine Abschreibung in Höhe von 2,5 Milliarden Euro aufgrund von Verzögerungen beim Bau des Atomkraftwerks Hinkley Point C vor. Das Projekt kämpft mit technischen Schwierigkeiten bei elektromechanischen Arbeiten und einer Überprüfung der künftigen Stromverkaufspreise aus den neuen Reaktoren. Gleichzeitig sank die Atomproduktion auf den Inseln um 12 % aufgrund verlängerter Wartungsarbeiten, insbesondere im Kraftwerk Sizewell B. Dennoch kündigte EDF an, in den nächsten drei Jahren weitere 15 Milliarden Pfund auf dem britischen Markt investieren zu wollen. Seit den 1970er Jahren stützt Frankreich seine Energiesicherheit auf die Atomkraft, was es zu einem der größten Stromexporteure Europas macht, doch die alternde Infrastruktur erfordert nun gigantische Investitionen in die Modernisierung. Trotz der Verschlechterung der Nettogewinne lag der EBITDA-Wert (Gewinn vor Zinsen und Steuern) bei 29,3 Milliarden Euro, was die Geschäftsführung als Beleg für die operative Stabilität des Unternehmens wertet. Dem Unternehmen gelang es auch, Cashflows zur Schuldenreduzierung zu nutzen, was als Schlüsselelement für die Stabilisierung vor den Herausforderungen des Jahres 2026 gilt. Experten weisen darauf hin, dass die kommenden Monate entscheidend für die Strategie der französischen Regierung zur Finanzierung des Baus weiterer Reaktoren der neuen Generation EPR2 sein werden. Trotz niedrigerer Marktpreise bleibt EDF dank der stabilen Atomproduktion in Frankreich fundamental stark.

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Mentioned People

  • Luc Rémont — Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor des Konzerns EDF