Ignacio Galán, der Vorstandsvorsitzende des spanischen Energiekonzerns Iberdrola, kündigte an, dass das Unternehmen für alle Atomreaktoren in Spanien Laufzeitverlängerungen beantragen wird. Die Aussage fiel während einer Analystenkonferenz nach der Veröffentlichung der Finanzergebnisse für 2025. Galán argumentiert, dass Atomkraftwerke notwendig, sicher, stabil seien und zu niedrigeren Energiepreisen beitrügen. Im Oktober haben die Eigentümer des Kernkraftwerks Almaraz – Iberdrola, Endesa und Naturgy – bereits einen Antrag auf deren Verlängerung bis 2030 gestellt. Diese Erklärung steht im Widerspruch zum Regierungsplan, alle Atomkraftwerke im Land bis 2035 stillzulegen.

Ankündigung der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerksflotte

Der Vorstandsvorsitzende von Iberdrola, Ignacio Galán, kündigte an, dass der Konzern Anträge auf Verlängerung der Betriebsdauer aller Atomkraftwerke in Spanien stellen wird. Der Antrag betrifft nicht nur das bereits beantragte Kernkraftwerk Almaraz, sondern alle übrigen Kraftwerke. Galán ist der Ansicht, dass die meisten von ihnen sogar 60 und in einigen Fällen 80 Jahre lang betrieben werden können.

Argumente für die Atomkraft

Galán betonte während der Konferenz, dass Atomkraftwerke sicher, stabil und effizient seien und ihr Betrieb zu niedrigeren Energiepreisen für die Verbraucher beitrage. Als Beispiel führte er die Situation in Italien an, wo das Fehlen von Atomkraftwerken zu höheren Stromrechnungen führen soll. Gleichzeitig räumte er ein, dass der Sektor in Spanien mit hohen Steuern belastet sei.

Konflikt mit den Regierungsplänen

Die Erklärungen des Konzerns stehen im Gegensatz zur offiziellen Politik der spanischen Regierung, die alle Atomreaktoren bis 2035 abschalten will. Der Prozess soll mit dem Kernkraftwerk Almaraz beginnen, dessen Stilllegung für 2027 geplant ist. Die Eigentümer von Almaraz haben bereits einen Antrag auf Verlängerung ihres Betriebs bis 2030 gestellt, der derzeit vom Rat für Nukleare Sicherheit geprüft wird.

Hintergrund der Entscheidung und Branchenkontext

Galáns Aussage ist Teil einer breiteren Debatte über die Zukunft der Atomenergie in Spanien, die nach einem schwerwiegenden Netzausfall und Blackout im April wieder aufgeflammt ist. Die Eigentümer der Atomkraftwerke im Land sind die drei großen Energiekonzerne: Iberdrola, Endesa und Naturgy. Sie sind für die Verwaltung und den Betrieb der Anlagen verantwortlich.

Der spanische Energieriese Iberdrola beabsichtigt, die Betriebsgenehmigungen für die gesamte nationale Flotte von Atomkraftwerken verlängern zu lassen. Die Entscheidung kündigte Konzernchef Ignacio Galán während einer Konferenz mit Analysten nach der Veröffentlichung der Finanzergebnisse für 2025 an. Galán sagte, dass nach dem Antrag für das Kernkraftwerk Almaraz das Unternehmen ähnliche Anträge für die übrigen Kraftwerke stellen werde. „Nuclear power plants are necessary, are safe, are efficient and contribute to lower prices.” (Kernkraftwerke sind notwendig, sicher, effizient und tragen zu niedrigeren Preisen bei.) — Ignacio Galán Der spanische Vorstandsvorsitzende betonte zudem, dass die meisten Reaktoren sicher 60 und einige sogar 80 Jahre lang betrieben werden könnten. Er argumentierte, dass sie eine stabile und sichere Energiequelle darstellten, die sich positiv auf das Preisniveau auswirke. Als negatives Beispiel nannte er Italien, wo seiner Meinung nach das Fehlen der Atomenergie zu höheren Rechnungen für die Verbraucher führe.

Die Atomenergie in Spanien hat eine bewegte Geschichte. Nach einer Phase intensiver Entwicklung in den 70er und 80er Jahren kam der Bau neuer Kraftwerke praktisch zum Erliegen. Die Politik aufeinanderfolgender Regierungen zielte schrittweise auf einen Ausstieg aus der Atomkraft ab, was im Plan zur Stilllegung aller Kraftwerke bis 2035 formalisiert wurde. Diese Entscheidung resultierte aus einer Mischung sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Faktoren, einschließlich einer starken Anti-Atom-Bewegung nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. Die Erklärung Iberdrolas kollidiert direkt mit diesem Plan. Als erstes steht das Kernkraftwerk Almaraz in der Provinz Cáceres zur Stilllegung an, deren Abschaltung für 2027 geplant ist. Im Oktober jedoch haben ihre drei Eigentümer – Iberdrola, Endesa und Naturgy – einen formellen Antrag an die Regierung gestellt, die Betriebsdauer ihrer beiden Reaktoren um etwa drei Jahre bis 2030 zu verlängern. Dieser Antrag wird derzeit vom Rat für Nukleare Sicherheit geprüft. Wenn er angenommen wird, könnte er einen Präzedenzfall für die übrigen Kraftwerke schaffen. Galán erklärte, dass der Prozess der Antragsprüfung bereits begonnen habe und fortgesetzt werde.

Die Debatte über die Zukunft der spanischen Atomkraft ist nach einem schwerwiegenden Stromnetzausfall im April, der zu einem weitreichenden Blackout führte, mit neuer Kraft aufgeflammt. Dieser Vorfall veranlasste einige Politiker und Experten, die Rolle stabiler, grundlastfähiger Energiequellen wie der Atomkraft im Energiemix neu zu überdenken. Energiekonzerne, darunter Iberdrola, argumentieren, dass der Verzicht auf emissionsarme Atomkraftwerke angesichts des Strebens nach Klimaneutralität und des steigenden Strombedarfs ein Fehler sei. Sie verweisen auch auf die hohe steuerliche Belastung dieses Sektors in Spanien. Die endgültige Entscheidung wird bei der Regierung liegen, die die Pläne für den Atomausstieg mit den Argumenten der Versorgungssicherheit, der Kosten für die Verbraucher und der Klimaziele abwägen muss.

Perspektywy mediów: Linke und ökologisch orientierte Medien könnten die Risiken der Laufzeitverlängerung alter Reaktoren sowie den Konflikt mit der langfristigen Energiepolitik der Regierung betonen. Konservative und wirtschaftsnahe Medien könnten die wirtschaftlichen Argumente, die Versorgungssicherheit sowie die Irrationalität des Verzichts auf eine emissionsfreie Energiequelle in Zeiten der Klimakrise hervorheben.

Mentioned People

  • Ignacio Galán — Vorstandsvorsitzender des spanischen Energiekonzerns Iberdrola, der Pläne zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken ankündigte.