Die Sozialversicherungsanstalt intensiviert die Überprüfung der ordnungsgemäßen Nutzung von Krankschreibungen. Allein in der Woiwodschaft Lebus wurden im Jahr 2025 über 11.000 Kontrollen durchgeführt, was zur Rückforderung von Leistungen in Höhe von über einer Million Złoty führte. Unregelmäßigkeiten kommen oft durch Informationen von Dritten und die Aktivität von Kranken in sozialen Medien ans Licht, wo sie Urlaubsfotos veröffentlichen, während sie offiziell arbeitsunfähig sind.
Rekordrückzahlungen von Leistungen
Allein in der Woiwodschaft Lebus hat ZUS im Jahr 2025 über 1 Million Złoty zu Unrecht bezogener Zuschüsse zurückerhalten.
Hinweise und soziale Medien
Ein häufiger Grund für Kontrollen sind Urlaubsfotos, die im Internet veröffentlicht werden, sowie Meldungen von Mitarbeitern oder Nachbarn.
Neue Vorschriften ab 2026
Die Regierung plant die Einführung von größerer Flexibilität bei der Arbeit im Krankenstand sowie neuer Kontrollformulare ab dem 13. April 2026.
Die verstärkte Kontrolltätigkeit der Sozialversicherungsanstalt bringt messbare finanzielle Effekte für den Staatshaushalt. Im Jahr 2025 überprüften die Beamten in der Woiwodschaft Lebus allein über 11.000 Fälle von Personen, die sich im Krankenstand befanden. Diese Maßnahmen konzentrieren sich auf zwei Säulen: die Überprüfung der Berechtigung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch Ärzte und die Kontrolle, ob der Arbeitnehmer die Freistellung bestimmungsgemäß nutzt. Im letzteren Bereich wurde die Auszahlung von fast 500 Zuschüssen in einer Gesamthöhe von 766.000 Złoty beanstandet. Die Hauptvergehen der Versicherten bleiben Urlaubsreisen, Renovierungsarbeiten und zusätzliche Beschäftigungen bei einem anderen Arbeitgeber. Das System der Krankheitsleistungen in Polen hat sich seit der Zeit der Zweiten Republik entwickelt, als 1933 die Vorschriften zur Sozialversicherung vereinheitlicht wurden und die Grundlagen des heutigen Unterstützungssystems für zeitweise arbeitsunfähige Arbeitnehmer schufen. Die Institution betont, dass sie zwar kein organisiertes Monitoring sozialer Medien durchführt, aber systematisch Signale von Bürgern erhält. „Im Jahr 2025 mussten Einwohner der Woiwodschaft Lebus, die das Krankschreibungsverfahren missbräuchlich nutzten, insgesamt über eine Million Złoty zurückzahlen.” — Agata Muchowska Beispiele für eklatanten Missbrauch umfassen unter anderem eine Reise nach Sansibar während der Krankheit. Gleichzeitig führt das polnische Recht wichtige Änderungen für Menschen mit Behinderungen ein und modifiziert die Regeln für die Auszahlung von Mutterschaftszuschüssen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass die Auseinandersetzung mit der Behörde schwierig bleibt, obwohl die Gerichte zunehmend auf der Seite der Versicherten in Fällen von angeblicher Scheinbeschäftigung schwangerer Frauen stehen. Änderungen und Grenzen im L4-System: Höhe des Zuschusses: 80% des Gehalts → 100% (in der Schwangerschaft); Grenze der Krankheitstage: 182 Tage (Standard) → 270 Tage (Schwangerschaft/Tuberkulose) Ab 2026 sind Reformen geplant, die die Flexibilität bei der Nutzung von Krankschreibungen erhöhen sollen, einschließlich der Zulassung von Telearbeit bei einem Arbeitgeber während der Krankschreibung bei einem anderen. Die Beamten erhalten auch neue Werkzeuge zur Kontrolle von Personen, deren Versicherungsanspruch erloschen ist. Trotz der Restriktionen mildert die Rechtsprechung einige Sanktionen – ein Beispiel ist die Zustimmung des Obersten Gerichtshofs zur Teilnahme an einer Hochzeitszeremonie durch eine Person im Krankenstand, was als gelegentliche Aktivität anerkannt wird, die den Genesungsprozess nicht gefährdet.
Mentioned People
- Agata Muchowska — Regionaler Pressesprecher der Sozialversicherungsanstalt in der Woiwodschaft Lebus.
- Beata Tęgowska — Expertin für Buchhaltung und Lohnabrechnung, die die Auswirkungen neuer gesetzlicher Regelungen analysiert.